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"Mister Altmühl-Bote" Werner Falk hört auf

Langes und erfolgreiches Berufsleben für die Heimatzeitung - 27.08.2014 19:30 Uhr

Verlagsbevollmächtiger Mathias Lang (links) verabschiedete den künftigen Ruheständler Werner Falk mit Worten und Geschenken nach dessen 50-jähriger Tätigkeit im Verlag Emmy Riedel. © Dressler


Der Sohn von Konrad und Frieda Falk besuchte die Haundorfer Volksschule, bevor er 1964 Lehrling in dem Gunzenhäuser Unternehmen wurde. Sein Berufswunsch lautete Schriftsetzer. Die Ausbildung dauerte bis 1967. Früh schon zog es Werner Falk zur Tätigkeit als Journalist: 1969 wurde er Mitglied der Redaktion. Auf seine dortige Ausbildung, das Volontariat, folgte 1970/71 der Grundwehrdienst bei der Bundeswehr, unter anderem als Sanitäter in Feuchtwangen.

Zurückgekehrt vom „Bund“, legte Falk ab Oktober 1971 in der Redaktion des Altmühl-Boten als engagierter und zuverlässiger Jungredakteur so richtig los. Er schrieb seitdem unzählige Artikel über das örtliche Geschehen in Gunzenhausen und der näheren Heimat. Ob politische Debatten und Veranstaltungen, Vereinsversammlungen, Volksfeste, Jubiläen, kirchliches und wirtschaftliches Leben oder tragische Ereignisse wie Unglücke und Todesfälle – Werner Falk war ein engagierter und genauer Beobachter und Begleiter des öffentlichen Lebens.

Falk kümmerte sich bereits in seinen ersten Jahren auch um den Heimatsport. Darüber hinaus wirkte er auch als stellvertretender Redaktionsleiter. Ganz an die Spitze der Abteilung rückte er im Juli 1986 und konnte nun seine Vorstellungen, wie ein engagiertes Team geführt und motiviert werden sollte, umsetzen. Gerade in jenen Jahren wurde der Chef das „Gesicht“ der Heimatzeitung, war überaus bekannt in Stadt und Land. Wer etwas von der Zeitung wollte, einen Wunsch, eine Anregung oder auch eine Beschwerde vorzubringen hatte, der wusste, dass er erst einmal nach dem Redaktionsleiter fragen sollte, um eine ebenso freundliche wie kompetente Antwort zu erhalten. Werner Falk, der auch Verantwortung für den „Wochenanzeiger“ trug, ging auf die Zeitgenossen ein – und war sich bewusst, dass er es nicht jedem recht machen konnte.

Die Redaktionsleitung gab er Anfang November 2013 an seinen langjährigen Vize Wolfgang Dressler ab. Das geschah nicht zuletzt vor dem Hintergrund seiner politischen Ambitionen. Das langjährige FDP-Mitglied (seit 1967) strebte für die Liberalen einen Sitz im Gunzenhäuser Stadtrat an und gelangte bei der Kommunalwahl im März 2014 an sein Ziel. Seit dem 1. Mai bestimmt er die politischen Geschicke der Stadt Gunzenhausen mit.

Verlagsbevollmächtigter Matthias Lang würdigte Falk als zupackende Persönlichkeit und engagierten Journalisten. Nicht allein durch ungezählte Beiträge im Altmühl-Boten, sondern auch durch seine menschliche, humorvolle Präsenz habe er landkreisweit einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt. Darüber hinaus habe sich Werner Falk als führendes Mitglied des Vereins für Heimatkunde Gunzenhausen für die Öffentlichkeit eingesetzt (33 Jahre Schatzmeister, Vorsitzender seit 2012). Lang sprach dem Neuruheständler den Dank des Betriebs mit Verleger Bruno Schnell an der Spitze aus.

Redaktionsleiter Wolfgang Dressler hob Falks zuverlässige, geradlinige und verständnisvolle Personalführung hervor. Statt böse Worte auszutauschen, habe sich die Redaktion bei Problemfällen auf eine gut begründbare Linie verständigt und konstruktive Lösungen gefunden, im Sinne der Zeitung und ihrer Leser. Laut Dressler hat Falk insbesondere durch seine Charakterisierungen von Akteuren im öffentlichen Bereich Maßstäbe gesetzt. Diesen Worten der Anerkennung schloss sich Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Kokula an.

Der so Gelobte unterstrich, dass er in den fünf Jahrzehnten im Dienste des Heimatverlags so gut wie immer gerne zur Arbeit gekommen sei und vor allem die Jahre ab 1986 für ihn erfüllend gewesen seien. Er sei früh von Verlagsseite gefördert und ermuntert worden, sich redaktionell zu betätigen, dabei auch mal unkonventionelle Wege einzuschlagen. Der berufliche Bogen spanne sich so von der Zeit des Bleisatzes bis ins Internet-Zeitalter. Damals wie heute gelte es, die Zeitung attraktiv und spannend zu gestalten. Das bleibe eine Daueraufgabe.

Er könne auch deshalb auf eine schöne Zeit an der Spitze der Redaktion zurückblicken, weil fachlich wie menschlich alles passte. Das freundschaftliche Verhältnis zu allen Abteilungen habe ihm gefallen. Und in der eigentlichen Arbeit sei es ihm ein Herzensanliegen gewesen, eine realistische Sicht auf die Zeitgenossen zu pflegen. Ehrlich und offen über andere zu schreiben, Lobhudelei wie Kritikwut zu vermeiden, das werde auf lange Sicht vom Leser am meisten geschätzt und anerkannt. Dabei sollte es jedem Redakteur bewusst sein, dass es um Personen und Entwicklungen gehe, die es darzustellen gelte, nicht um die eigene Person. Die sollte stets zurückstehen. Das habe er in 50 Jahren beherzigt. „Sich selbst nicht so wichtig nehmen“, lautet einer der Falk’schen Grundsätze

Zum Abschluss bekundete der künftige Rentner, der sich bester Gesundheit erfreut, seine Zufriedenheit, dass die Redaktion vor zwei Monaten durch Jürgen Eisenbrand aus Weißenburg verstärkt wurde. Das sei ein wichtiger Beitrag für die weiterhin professionelle journalistische Arbeit des Altmühl-Boten. 

Wolfgang Dressler

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