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Damit einher geht nach Ansicht von Klaus Winter, dem Vorsitzenden der Kameradschaft der Hahnenkammkaserne, die immer geringer werdende Attraktivität des Soldatenberufs. Damit argumentiert Winter wie der Wehrbeauftragte des Bundestags. „Die Stimmung der Truppe ist am Boden", hat Hellmuth Königshaus festgestellt.
Wenn der Standort Heidenheim auch bereits 2004 geschlossen wurde, so bemüht sich die Kameradschaft um das ideelle Erbe der Bundeswehr im Landkreis. In der Heidenheimer Ringstraße ist ein kleines Museum eingerichtet, das neben Urkunden, Pokalen und Fahnen auch in vielen Bänden das Leben der einstigen Kaserne dokumentiert. Dort war am Donnerstag auch der Neujahrsempfang, dem neben Landratsstellvertreter Robert Westphal auch dessen Sohn Manuel beiwohnte, der sich um einen Landtagssitz für die CSU bewirbt. Er ist ein Mitglied der „Soldatenfamilie" (Schriftführer der Kameradschaft). Zu Gast waren auch der frühere Gunzenhäuser Bürgermeister Gerhard Trautner und Sparkassenvorstand Burkhard Druschel.
Winter ging auf die aktuelle Lage der Bundeswehr ein und bemerkte, dass jetzt 9946 Soldaten im internationalen Einsatz sind, davon 4900 in Afghanistan. 100 Soldaten seien bisher in Kampfhandlungen gefallen oder in den Einsatzgebieten verunglückt.
„Ich sehe es wie der Wehrbeauftragte", sagte Klaus Winter, „die Belastungsgrenze für die Soldaten ist überschritten. Mit der Verringerung der Truppe gehe ein enormer Motivationsverlust einher. Seine Erkenntnis: „Wir können Panzer leicht reduzieren, aber Soldaten nicht." Heute ließen sich Personalreserven nicht mehr schaffen. Als einen Grund, weshalb die Bundeswehrreform demotivierend auf die Soldaten wirkt, nannte Winter: „Allein die ministerielle Ebene hat sich damit befasst, aber keine nachgeordneten Dienststellen. Deshalb dürfen wir uns nicht wundern, dass die Reform so wenig Akeptanz unter den aktiven Soldaten findet."
Klaus Winter will dennoch die Erinnerung an den einstigen Panzerstandort Heidenheim wach halten. Am 11. Juli ist das zehnjährige Jubiläum der Kameradschaft. Der nächste Dämmerschoppen ist am 23. Februar. Er führt ehemalige Soldaten und zivile Persönlichkeiten aus dem Landkreis im geselligen Kreis zusammen.
Einen Einblick in das kommunale Geschehen der einstigen Standortgemeinde gab deren Bürgermeister Ewald Ziegler. „Wir sind aus unserem finanziellen Tief herausgekommen und haben neue Projekte ohne neue Verschuldung realisieren können", sagte er. Es werde angestrebt, eine Hackschnitzelheizung für mehrere kommunale Einrichtungen zu bauen, die auch noch von der Gundekarsiedlung genutzt werden könne. Deren heutiger Eigentümer habe starkes Interesse an einer Kooperation. „Wir haben wieder einen Zahnarzt und einen jungen Allgemeinarzt, damit ist die ärztliche Versorgung auf Jahre gesichert", äußerte sich Ziegler erleichtert. Die Grundvoraussetzungen für die weitere Entwicklung Heidenheims seien gegeben. Als einen „stetigen Prozess" nannte er das Klosterprojekt, für das „ein Gutachten nach dem anderen" gemacht werde. Er ist sicher, dass der Erbbaurechtsvertrag genehmigt wird. „2013 wollen wir einen entscheidenden Durchbruch erzielen", kündigte Ziegler („Wir sind guten Mutes") erwartungsvoll an. Der Kommunalpolitiker rief dazu auf, das Angebot der Filmpräsentation über die Missionierung in Franken zu nutzen. Am 18. und 20. Februar wird der einstündige Film kostenlos im Gunzenhäuser Kino „Movieworld" gezeigt.

In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.
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