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Muhr am See braucht neuen Theater-Intendanten

Altmühlsee-Festspiele und "stageworkers" trennen sich - 03.08.2017 17:57 Uhr

Die moderne Version von „Der zerbrochne Krug“ bei den diesjährigen Altmühlsee-Festspielen in Muhr am See kam nicht bei allen Zuschauern gut an. © Wolfgang Dressler


"Ich will nicht als Totengräber der Altmühlsee-Festspiele in die Geschichte eingehen", stellt Rampe im Gespräch mit dem Altmühl-Boten klar. Sowohl der Bürgermeister, als auch der Gemeinderat wollen, dass auch im kommenden Jahr unter dem nun schon seit 14 Jahren bekannten Markenzeichen in der Seenlandgemeinde Theater gespielt wird.

Vertrag nicht verlängert: Christian A. Schnell. © Eisenbrand


Allerdings nicht mehr unter der Intendanz von Christian A. Schnell und Steffen Löser von den "stageworkers". Denn die Zusammenarbeit mit den Kulturschaffenden aus der Hauptstadt gestaltete sich in den vergangenen vier Jahren nicht so, wie sich das die Muhrer vorgestellt haben, begründet Rampe die Entscheidung, für die bereits im vergangenen Jahr die Weichen gestellt wurden. Damals stand die erste Vertragsverlängerung an. Während die "stageworkers" gerne weitere drei Jahre für die Altmühlsee-Festspiele verantwortlich gezeichnet hätten, gestand ihnen der Gemeinderat schon damals nur noch eine weitere Saison zu.

Es sind weniger inhaltliche Gründe, die den Ausschlag für diese Entscheidung gaben, erläutert Rampe. Vielmehr ist es nach seinen Worten die fehlende Verbundenheit in den vergangenen vier Jahren von Berlin nach Muhr und umgekehrt. Anders ausgedrückt: Die Muhrer wurden mit den Theaterleuten aus Berlin nicht richtig warm.

Schnell fällt in diesem Zusammenhang der Name Christian P. Hauser. Der aus Franken stammende Wahl-Wiener war erster Intendant in Muhr und leitete die Festspiele zehn Jahre lang. Hauser und seine Schauspieltruppe gehörten in den Sommermonaten zum Ortsbild dazu, beim Eisessen oder Hundegassi war ein kleines Schwätzchen immer möglich.

Natürlich ist das keine zwingende Voraussetzung, um in der Provinz gutes Theater zu machen, doch zwischen Muhr und Berlin stimmte wohl auch die Chemie nicht. Die "Identifikation", sagt Rampe, fehlte auf beiden Seiten.

Zu modern für einige Besucher?

"Nicht so optimal" sei es heuer gelaufen, meint Rampe auch zu der Auswahl der Stücke. Einen Klassiker wie "Der zerbrochne Krug" in die Moderne zu ziehen, sei - trotz guter Leistung der Schauspieler - nicht bei allen Zuschauern gut angekommen. Der Publikumszuspruch hielt sich denn auch eher in Grenzen. Das bedauert Rampe, finanzielle Auswirkungen hat es für die Gemeinde aber nicht, die Kosten tragen die "stageworkers" (wie zuvor auch Hauser).

Wer künftig die Altmühlsee-Festspiele ausrichtet, ist noch unklar. Eine regionale Lösung zeichnet sich laut Rampe ab. Auf jeden Fall soll sich die Saison nicht mehr über Monate erstrecken, das könne die Gemeinde personell nicht mehr leisten.

Noch sind die diesjährigen Altmühlsee-Festspiele aber nicht vorbei: Das Stück "Ladies Night" wird heute und morgen sowie am 10., 11. und 12. August jeweils um 20 Uhr aufgeführt. Karten gibt es unter 09831/89037. 

Marianne Natalis E-Mail

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