Samstag, 17.11.2018

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Saunieren bei knackigen 35 Grad

Das Freizeitbad "Juramare" hat sein Saunadorf auch im Hochsommer geöffnet — Und an Wochenenden ist durchaus einiges los - 08.08.2018 18:02 Uhr

Ein Vorteil an der Sommer-Sauna? Es ist weniger los als im Winter. Zumindest noch, denn die Sommer-Sauna erfreut sich immer größerer Beliebtheit. © Archivfoto: Stadtwerke Gunzenhausen


Das Handtuch einpacken, die Badehose oder den Bikini anziehen, die Badetasche mitnehmen und in Flip-Flops ans Wasser laufen. Das klingt alles relativ normal bei knapp 26 Grad Celsius und strahlendem Sonnenschein. Und so oder so ähnlich sah das auch am Montagvormittag am Bahnhofsplatz 16 zwischen 10 Uhr und 10.30 Uhr aus. Vier Frauen, vier Badetaschen und vier paar Flip-Flops. Und ganz in der Nähe? Wasser. Alles ganz normal also. Die Frauen liefen zielstrebig auf den Eingang des Gunzenhäuser Freizeitbads "Juramare" zu. "Mir macht es im Sommer genau so viel Spaß und im Sommer gefällt mir vor allem das Wasser", sagt eine hastig, ehe sie durch das Drehkreuz verschwindet – dahinter verbirgt sich aber nicht etwa ein Freibad, sondern die Sauna des Freizeitbads. Am Montagvormittag ist hier Damensaunatag. Auch im Sommer.

Vielmehr wollten die Damen dann aber nicht über ihr sommerliches Hobby erzählen, sie sind aber nicht die einzigen, die sich auch bei diesen Temperaturen in die Sauna wagen. "Im Sommer ist weniger los, deshalb macht es Spaß", nennt ein Mitarbeiter des Freizeitbades, der privat gerne saunieren geht, einen weiteren Vorteil.

Gut für die Gesundheit

Durchgeknallt oder verrückt muss man also gar nicht sein, um im Sommer in die Sauna zu gehen. "Zu uns kommen ganz normale, gesundheitsbewusste Menschen", sagt Martin Renk, der Betriebsleiter der Freizeitbäder. Und das Gesundheitsbewusstsein der Menschen nehme generell zu. Also auch die Sauna im Sommer. "Durch die Abkühlung und die Dusche fühlen sich die Besucher wieder frisch", sagt der 35-Jährige. In den warmen Sommermonaten schätzen die Kenner des Wechselbades besonders die prickelnden Varianten der Abkühlung. Zusammen mit der trockenen Wärme im Saunaraum bewirke der sogenannte "Frische-Kick" körperliche Erholung und psychische Entspannung, heißt es auf der Homepage des Deutschen Saunabundes. Schwül-heißes, tropisches Wetter sei nicht mit dem Klima eines Saunaraumes vergleichbar, wo eine angenehme trockene Wärme herrscht. In diesem Klima kann der Saunaschweiß – eine Abwehrreaktion des Körpers gegen die ihn bedrängende Wärme – auf der unbekleideten Haut frei verdunsten und wirksam kühlen.

Dieses körpereigene Kühlungssystem funktioniert umso effektiver, je besser es in Übung ist, so der Deutsche Saunaverband. "Am besten ist es natürlich, wenn man das regelmäßig macht", sagt auch Renk, der sich dazu entschlossen hat, das Saunadorf auch während der derzeitigen Schließungsphase des Freizeitbads wegen Sanierungsarbeiten, offen zu lassen. Außer montags kann täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr sauniert werden. Am Freitag sogar bis 21 Uhr.

Wachsender Markt

Insgesamt sind die Besucherzahlen im Sommer aber überschaubar, sagt Renk, so wirklich lohnen tue sich das Ganze nicht." Doch immerhin: Am Sonntag vor einer Woche waren es über 60 Sauna-Gäste, letzten Sonntag kamen etwa 50. "Das ist schon beachtlich", sagt Renk. Vor allem an den Wochenenden habe man durchaus gute Besucherzahlen. Doch zum Vergleich: An Wintertagen nutzen zwischen 200 und 300 Gästen täglich das Gunzenhäuser Saunadorf.

Die kühle Jahreszeit ist den Gästen also doch noch deutlich lieber, um in der Sauna auszuspannen. Renk spricht beim Thema Sommer-Sauna von einem "noch wachsenden Markt". Doch dass es einen Markt gibt, belegen auch die Zahlen. Nach einer Besucherbefragung des Deutschen Sauna-Bundes in öffentlichen Saunabädern gingen knapp 70 Prozent von 23 000 Befragten das ganze Jahr über in die Sauna, 76 Prozent möchten auch im Urlaub nicht darauf verzichten.

"Und ein kleiner Teil von denen, die bislang nur im Winter kommen, kommt vielleicht auch im Sommer. Wenn es also insgesamt mehr Saunagänger werden, kommen auch mehr im Sommer", rechnet Renk vor, der das Saunadorf auch wegen der Touristen im Sommer offen lässt. "In einem normalen Sommer regnet es ja auch mal öfter, und das erste wo man dann hingeht, ist ein Bad oder die Sauna", sagt er.

Doch nicht nur manch Tourist freut sich über das hitzige Vergnügen im Hochsommer. Die Damen vom Damensaunatag werden nächste Woche auch wieder da sein. Bei 30 Grad, mit Flip-Flops und Badetasche. Sauna im Sommer – zumindest für sie mittlerweile tatsächlich ganz normal. 

Micha Schneider E-Mail

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