Mittwoch, 21.11.2018

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Schippe ist ihr „Dirigierstab“

Vier Nachwuchsschäfer stellten beim Lehrhüten in Triesdorf ihr Können unter Beweis - 22.09.2015 09:30 Uhr

Philipp Lindner dirigiert die Herde, unterstützt von seinem Hund, in die gewünschte Richtung. © Peter Tippl


Die Schafe aus dem Pferch austreiben, auf die Wiese lenken, über eine symbolische Brücke führen und wieder einpferchen, das waren die Anforderungen, denen sich die Teilnehmer des Lehrhütens stellen mussten. Neu war in diesem Jahr, erläuterte Mohr den Zuschauern, dass sich unmittelbar nach Erledigung der gestellten Aufgaben eine Hütekritik anschloss. Zudem ging am Nachmittag im Alten Reithaus die Mitgliederversammlung des Landesverbands und der Erzeugergemeinschaft Bayerischer Schafhalter, des Erzeugerrings Mastlämmer und Wollerzeugergemeinschaft über die Bühne.

Schaffachberater Wolfgang Thomann aus Kitzingen erläuterte dem Publikum den Prüfungsablauf des Bayerischen Lehrhütens, das bereits zum 32. Mal in Triesdorf veranstaltet wurde. Mit ihm soll der Arbeit mit den Schafen und dem Hund in Feld und Flur Rechnung getragen werden. Insgesamt 175 Schäfer haben die Prüfung bislang abgelegt. Die Zahl der Berufsschäfer im Freistaat hat sich in den vergangenen zehn Jahren laut Thomann dennoch von 305 auf 235 Schäfer reduziert. Ebenso ging die Zahl der Mutterschafe von 290 000 auf 215 000 Tiere zurück. In Mittelfranken stehen rund 37 000 Schafe auf den Weiden.

Kritisch sah der Schaffachberater Tendenzen zu „Exoten“ auf den klassischen Weiden. Przewalski-Pferde, Lamas oder Alpakas werden bei der Landschaftspflege immer öfter den traditionellen Schafherden vorgezogen. Dies sei angesichts immer weniger zur Verfügung stehender Flächen eine Herausforderung für die Schäfer. Thomann erläuterte den Zuschauern die Prüfungen, die Handhabe der Schippe als „Dirigierstab des Schäfers“ und den Dreiklang von Schäfer, Hund und Herde.

Hüteteilnehmer waren Philipp Spindler aus Bad Wurzach (Baden-Württemberg), Tim Engelbert aus Driesdorf-Hohenroth (Hessen), Lasse Amend aus Waldsolms (Hessen) und Kerstin Riek aus Nattheim (Baden-Württemberg). Bei fast allen stellten die beiden Richterinnen Kerstin Smietana und Renate Baierlein „Nachregelbedarf“ fest. Dafür haben die angehenden Schäfer jetzt noch ein ganzes Jahr Zeit. Abgeschlossen wurde das Lehrhüten mit der Freisprechungsfeier und Verleihung der Gehilfen- und Meisterbriefe in der Alten Reithalle. 

Peter Tippl

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