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"Schule im Stall" in den Triesdorfer Lehranstalten

Landwirtschaftsminister Brunner weihte "Lehrwerkstatt Rind" ein - 26.03.2017 17:22 Uhr

Im sogenannten Kälberkabinett: Staatsminister Helmut Brunner und Bezirkstagspräsident Richard Bartsch (rechts) gehen mit den Vierbeinern auf Tuchfühlung. © Margit Schachameyer


Mit einem Kälberkabinett, einer Hygieneschleuse sowie einem zusätzlichen Lehrsaal in unmittelbarer Stallnähe, die den Lernenden ab sofort weite Wege von den Unterrichtsräumen zu den Rindern erspart, ergänze die "Lehrwerkstatt Rind" in hervorragender Weise das Lehrangebot der Triesdorfer "Schule im Stall", hieß es. Die neue Lehrwerkstatt bildet den letzten Baustein des Triesdorfer Milchgewinnungszentrums, das 2010 bezogen wurde. 2,8 Millionen Euro wurden hier investiert.

Stall mit WLAN

Längst ist die Landwirtschaft eine Hightech-Branche, sagte Brunner. "Und Sie haben in Triesdorf den Ehrgeiz, an der Spitze der Entwicklung zu stehen." Bestes Beispiel sind für ihn die Rinderhaltung mit automatischen Systemen zur Arbeits- und Energiereduzierung sowie der ressourcenschonenden und tiergerechten Fütterung und Melkung.

In der Tat: In Triesdorf ist jetzt sogar der Stall mit einem WLAN-Bereich ausgestattet. Mit einem der 15 zur Verfügung stehenden Tablets kann  direkt im Stall neben dem Rind mit den zur Verfügung stehenden Informationssystemen gearbeitet werden. Über eine App können die Schüler beispielsweise dank Wiederkausensor den Pansen jedes Tieres überwachen. Oder es kann die individuelle Fütterung optimiert und damit die Tiergesundheit optimal gefördert werden. Roboter versorgen die Kälbchen im "Kälberkabinett" per Tränk-Arm mit nachempfundener Zitze.

Die neugeborenen Tiere verbringen ihre ersten drei Lebenswochen im Kälberiglu, bevor sie in eine der vier Gruppen im Kälberkabinett umziehen. © Margit Schachameyer


Weil alle gängigen Stallarbeiten wie Melken, Futtervorlage und Stallreinigung weitestgehend automatisiert sind, ist der Landwirt in diesem Bereich viel mehr Manager als Arbeiter. "Mein Ziel ist es", fuhr Brunner fort, "allen Familienbetrieben Zugang zu diesen neuen Technologien zu eröffnen, damit sie ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern können." Dies komme dem Tierwohl und dem Umweltschutz zugute, die Arbeitsplätze auf den Höfen würden attraktiver und damit auch die Betriebsnachfolge.

Kein anderes Bundesland biete im Bereich der "grünen Berufe" an so vielen Standorten qualitativ hochwertige Aus-, Fort- und Weiterbildung wie Bayern, betonte der Minister. So gebe es alljährlich 1300 junge Leute, die den Berufsabschluss Landwirt/-in erwerben. Hervorragend ausgebildete junge Frauen und Männer in diesem Berufsfeld mit äußerst dynamischem Fortschritt an Wissen und Technologie seien auch nötig, um den Agrarstandort Bayern zu sichern und den "bayerischen Weg" in der Agrarpolitik erfolgreich weiterzuführen. Seit 2005 habe sich im Bereich Tierhaltung in Triesdorf die Zahl der Teilnehmer an der überbetrieblichen Ausbildung und den Weiterbildungsangeboten versechsfacht, wusste der Minister.

Die "Lehrwerkstatt Rind" bietet im Augenblick das Neueste vom Neuen und schließt sich an die drei bestehenden Stall- und Melkgebäude der Kühe an. Es integriert neben dem Kälberhaltungsbereich mit vier Buchten für je bis zu zehn Kälber eine Futterbergehalle, Hygieneschleusen und einen mit WLAN ausgestatteten Lehrsaal mit 32 Laptop-Arbeitsplätzen für die Schüler unter einem Dach.

 

 

  

MARGIT SCHACHAMEYER E-Mail

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