Donnerstag, 15.11.2018

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Surf-Ass aus Muhr am See holt Bronze beim Gold Cup

Florian Gruber ist mit dem Podestplatz zum Saison-Ausklag "super happy" - 27.10.2018 17:30 Uhr

Auf dem Weg zum Siegerpodest: Kitesurf-Profi Florian Gruber holte beim Gold Cup-Wettbewerb vor Sardinien den dritten Platz. © Alex Schwarz Sports Photography


Eigentlich sollte im Dezember noch ein vierter Gold Cup-Lauf im Emirat Oman stattfinden, aber nachdem der abgesagt worden war, traf sich die gesamte Kiter-Elite auf der italienischen Mittelmeerinsel zum europäischen Saisonfinale. Und nach Rang acht und vier bei den beiden Rennen in China schlug Gruber nochmal kräftig zu: "Das lief richtig gut", sagte er im Gespräch mit dem Altmühl-Boten, in der Gold Cup-Gesamtwertung landete Gruber auf Platz 4.

Vor der Südküste Sardiniens profitierte Gruber von Wetterbedingungen, wie sie die Surfer eigentlich gar nicht mögen: "Am ersten Tag hatten wir Regen und drehende Winde, an den anderen Tagen nur wenig Wind, und auch der kam nicht konstant aus einer Richtung", sagt der Mann, der in Altmühlfranken und in Garmisch-Partenkirchen lebt.

Am Ende brachten die Sportler, die sonst fünfmal pro Tag an den Start gehen, nur vier Rennen an vier Tagen über die Bühne — ein Pluspunkt für Gruber: Weil es kein Streichergebnis gab, war er als konstanter Fahrer ("Ich mache wenige grobe Schnitzer.") im Vorteil. Zwar wäre er "gerne mehr gefahren", aber mit dem Podiumsplatz zum Saisonende hin sei er natürlich "sehr zufrieden".

Zwar sei es "verlockend", auch noch einige Rennen in Süd- und Nordamerika zu fahren, vor allem, um sich für die "Beach Games" in San Diego zu qualifizieren. "Da könnte ich noch einige Punkte sammeln", ist sich Gruber sicher. "Allerdings fahren da viele Europäer nicht hin, sodass es auch so für eine Teilnahme reichen müsste." Zu den "Beach Games" treffen sich im Oktober 2019 Sportler aus 17 Wasser-, Beach- und Action-Sportarten in der kalifornischen Metropole — und Gruber wäre bei diesem Großereignis natürlich gerne dabei.

Wie übrigens auch 2024 in Paris, wo seine Sportart ihre Olympia-Premiere feiern wird. Mit dann 30 Jahren glaubt er immer noch fit genug zu sein, um der Konkurrenz in der französischen Hauptstadt Paroli bieten zu können: "Da kann man dann auch von seiner Erfahrung profitieren." Zwar weiß er, dass mit der Perspektive Olympia das Niveau beim Kitesurfen weiter steigen wird, sein Ziel ist es aber auf jeden Fall, in den nächsten Jahren der beste Deutsche zu bleiben — und international in den Top 10 zu rangieren. "Olympia ist ein so großes Ziel, dafür gebe ich richtig Gas."

Schlittschuhe statt Surfbrett

Auch wenn das Surfbrett für dieses Jahr in den Keller wandern sollte, Gasgeben ist bei Florian Gruber sowieso weiter angesagt: "Am Wochenende steht das erste Eishockeyspiel an", verrät er. Dann tritt er mit den Kufenflitzern des EV Mittenwald in der Bezirksliga an. Außerdem freut er sich schon aufs Snow-Kiten, und auch beim Red Bull Crashed Ice, einem Downhill-Speed-Event mit Eishockey-Schlittschuhen möchte er gern dabeisein.

Und dann gibt’s da ja noch sein International-Management-Studium in Ansbach, für das er im Sommer sechs Fächer bestanden hat, wofür ihm im Winter aber, wie er einräumt, hin und wieder die Motivation fehlt. Klar ist jedenfalls: "Langweilig wird es mir auch im Winter nicht." 

JÜRGEN EISENBRAND E-Mail

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