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Unterm Blätterdach viel entdeckt

„Abenteuerwanderung im Wald“ hinterließ bei Teilnehmern bleibende Eindrücke - 21.08.2012 08:53 Uhr

Pfofeld  - Zu einer „Abenteuerwanderung im Wald“ trafen sich Kinder mit ihren Eltern in Pfofeld. Sie waren der Einladung der Gemeinde Pfofeld und des örtlichen Kulturvereins gefolgt. Annähernd 20 „Wagemutige“ zogen durch den Wald, wobei es Ehrensache war, dabei Rücksicht auf Tiere und Pflanzen zu nehmen. Von Beginn an waren Courage und Achtsamkeit gefordert. Der Einstieg führte über einen umgestürzten Baumriesen. Die Kinder und ihre Eltern kletterten und balancierten darüber hinweg und erreichten schließlich das Ufer eines kleinen Moorsees. Mittels bereitliegendem Schlauchboot wurde quer über das Gewässer, vorbei an Laichkraut und Seerosen, gerudert.

Das Anlanden am fernen Ufer verlief nicht immer reibungslos – nasse Schuhe und schwarze Kleidung waren die Folge. Der guten Stimmung tat das aber keinen Abbruch. Staunend betrachteten die am Ufer Stehenden das Spiegelbild des Waldes im klaren dunklen Wasser.
Die Kinder wollten wissen, warum das Moorwasser braun gefärbt ist, und gingen dieser Frage im wahrsten Sinn des Wortes auf den Grund: Mit einem Eimer holten sie Ablagerungen vom Seegrund. Das schwarzbraune Gemisch bestand aus Nadelstreu, Moos und Sand. Die Lösung: Aus Nadeln gelöste Huminstoffe geben dem Wasser seine gelbbraune Farbe.
Kleinlebewesen wurden nur wenige gefunden. Das Gewässer ist offensichtlich nährstoffarm und sauer. Doch einzelne Azurjungfern und Adonislibellen näherten sich in schnellem Flug neugierig der Gruppe. Befürchtungen, dass die Libellen stechen könnten, wurden zerstreut. Diese uralte Insektengruppe ist nicht mit einem Stachel versehen. Sie lebten bereits vor 300 Millionen Jahren – weit vor den Dinos.
Der Weg der Wanderer führte nun tiefer in den dunklen Fichten- und Erlenbruchwald hinein. Lichte Stellen, mit großen Teppichen aus Torfmoos bewachsen, wurden barfuß durchquert. Diese wunderschönen Pflanzen sollten nicht zertreten werden. Eine Suhle, die Badewanne der Wildschweine, von vorauseilenden Jungs entdeckt, wurde neugierig untersucht.

Die Gemeinde Pfofeld und der örtliche Kulturverein luden Kinder und ihre Eltern zu einer spannenden Abenteuerwanderung durch den Wald ein.
Die Gemeinde Pfofeld und der örtliche Kulturverein luden Kinder und ihre Eltern zu einer spannenden Abenteuerwanderung durch den Wald ein.
Foto: Herbert Kraus
Die Gemeinde Pfofeld und der örtliche Kulturverein luden Kinder und ihre Eltern zu einer spannenden Abenteuerwanderung durch den Wald ein.
Die Gemeinde Pfofeld und der örtliche Kulturverein luden Kinder und ihre Eltern zu einer spannenden Abenteuerwanderung durch den Wald ein.
Foto: Herbert Kraus

Eine „Höhle“ entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als großer Hohlraum unter einem moosbewachsenen alten Wurzelteller. Mit Eifer untersuchten die Kinder das dunkle Loch mit ihren Taschenlampen und entdeckten schließlich ein Rehgehörn darin. Wie das wohl dort hingekommen ist?
Anschließend, nach wenigen Metern, öffnete sich der Wald. Der dunkle, feuchte und auch etwas unheim­liche Bruchwald blieb zurück. Übergangslos standen die „Abenteuerer“ plötzlich im lichten, freundlichen Kiefernwald. Weshalb wechselte die Baumartenzusammensetzung so abrupt innerhalb weniger Meter? Ein Spatenstich in den Boden lüftete das Geheimnis, trockener Sand kam an die Oberfläche. Auf diesem Substrat wachsen Kiefern und Birken.
Nun war Eile geboten! Die Dunkelheit verdrängte allmählich das Licht – die Dämmerung brach an. Die Wanderer erreichten nach wenigen Minuten den Zusammenfluss des Reutbaches mit dem Brombach. Nach den Niederschlägen in der Nacht vorher stand der Wald an dieser Stelle unter Wasser. Die beginnende Finsternis, der Schatten der mächtigen Bäume auf der Wasseroberfläche und der Ruf der Waldohr-
eule in der Ferne ließen die Kinder für Momente ruhig werden. Still drückten sie sich an ihre Eltern.
Hand in Hand ging es schließlich auf engen Pfaden zurück zum Ausgangspunkt. 



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