|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
Das Anlanden am fernen Ufer verlief nicht immer reibungslos – nasse Schuhe und schwarze Kleidung waren die Folge. Der guten Stimmung tat das aber keinen Abbruch. Staunend betrachteten die am Ufer Stehenden das Spiegelbild des Waldes im klaren dunklen Wasser.
Die Kinder wollten wissen, warum das Moorwasser braun gefärbt ist, und gingen dieser Frage im wahrsten Sinn des Wortes auf den Grund: Mit einem Eimer holten sie Ablagerungen vom Seegrund. Das schwarzbraune Gemisch bestand aus Nadelstreu, Moos und Sand. Die Lösung: Aus Nadeln gelöste Huminstoffe geben dem Wasser seine gelbbraune Farbe.
Kleinlebewesen wurden nur wenige gefunden. Das Gewässer ist offensichtlich nährstoffarm und sauer. Doch einzelne Azurjungfern und Adonislibellen näherten sich in schnellem Flug neugierig der Gruppe. Befürchtungen, dass die Libellen stechen könnten, wurden zerstreut. Diese uralte Insektengruppe ist nicht mit einem Stachel versehen. Sie lebten bereits vor 300 Millionen Jahren – weit vor den Dinos.
Der Weg der Wanderer führte nun tiefer in den dunklen Fichten- und Erlenbruchwald hinein. Lichte Stellen, mit großen Teppichen aus Torfmoos bewachsen, wurden barfuß durchquert. Diese wunderschönen Pflanzen sollten nicht zertreten werden. Eine Suhle, die Badewanne der Wildschweine, von vorauseilenden Jungs entdeckt, wurde neugierig untersucht.
Eine „Höhle“ entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als großer Hohlraum unter einem moosbewachsenen alten Wurzelteller. Mit Eifer untersuchten die Kinder das dunkle Loch mit ihren Taschenlampen und entdeckten schließlich ein Rehgehörn darin. Wie das wohl dort hingekommen ist?
Anschließend, nach wenigen Metern, öffnete sich der Wald. Der dunkle, feuchte und auch etwas unheimliche Bruchwald blieb zurück. Übergangslos standen die „Abenteuerer“ plötzlich im lichten, freundlichen Kiefernwald. Weshalb wechselte die Baumartenzusammensetzung so abrupt innerhalb weniger Meter? Ein Spatenstich in den Boden lüftete das Geheimnis, trockener Sand kam an die Oberfläche. Auf diesem Substrat wachsen Kiefern und Birken.
Nun war Eile geboten! Die Dunkelheit verdrängte allmählich das Licht – die Dämmerung brach an. Die Wanderer erreichten nach wenigen Minuten den Zusammenfluss des Reutbaches mit dem Brombach. Nach den Niederschlägen in der Nacht vorher stand der Wald an dieser Stelle unter Wasser. Die beginnende Finsternis, der Schatten der mächtigen Bäume auf der Wasseroberfläche und der Ruf der Waldohr-
eule in der Ferne ließen die Kinder für Momente ruhig werden. Still drückten sie sich an ihre Eltern.
Hand in Hand ging es schließlich auf engen Pfaden zurück zum Ausgangspunkt.

In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.
|