Montag, 10.12.2018

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Ursheimer geht unter die Schriftsteller

Michael Trieb hat eigenen Science-Fiction-Roman herausgebracht - 08.10.2017 07:45 Uhr

Faszination fürs Weltall: der Ursheimer Michael Trieb mit seinem Roman-Erstling „Star Kid“. © Tabea Jung


Michael Trieb erwartet mich bereits vor seinem Haus und bittet mich hinein. Er ist gerade erst von der Arbeit heimgekommen, trägt noch die Uniform von Edeka C+C, wo er im Großhandel in Nördlingen tätig ist. Seit 2011 ist er dort angestellt und fühlt sich sehr wohl; die Platzierung der Ware und die ständige Prüfung des Mindesthaltbarkeitsdatums gehören ebenso zu seinen Aufgaben wie die Kalkulation und Bestellung der Einkaufsmengen sowie Verwaltungsarbeiten im Büro.

Aber das ist nicht genug für den Ursheimer, er will auch menschlich seinen Teil zu dieser Welt beitragen: Als sein Bruder ihm im April 2017 von einer Rot-Kreuz-Ausbildung zum "Helfer vor Ort" (HvO) erzählt, zögert er nicht lange und beginnt eine solche. Der Zweck der HvOs ist es, bei Unfällen oder Notfällen sofort zur Stelle zu sein und mit Erste-Hilfe-Maßnahmen die Zeit, bis der Notarzt eintrifft, zu überbrücken.

Als Helfer im Einsatz

In der Hahnenkammregion gebe es ein bis zwei Einsätze pro Tag, so Michael Trieb, und es könne schon mal 30 Minuten dauern, bis der Krankenwagen vor Ort sei. Helfer werden also dringend gebraucht, denn diese Minuten der Überbrückung können im Extremfall über Leben oder Tod eines Menschen entscheiden.

In drei Wochen ist die Ausbildung beendet, und dann kann Michael Trieb seine Dienste als HvO offiziell antreten. Natürlich aber nur, wenn er nicht gerade auf der Arbeit in Nördlingen ist. Als ich ihn nach seiner Freizeit frage, ernte ich nur ein belustigtes Schnauben. "Freizeit? Davon hab ich nicht mehr viel", sagt der 38-Jährige. Zwischen Arbeit, Haushalt und dem Roten Kreuz bleibt nicht viel Platz für Hobbys.

Umso beeindruckender, dass er es trotzdem geschafft hat, ein Buch zu schreiben — und selbst herauszubringen. Ein Buch mit einer außergewöhnlichen Geschichte, die in der fernen Zukunft spielt: "Star Kid – ein Junge alleine zwischen den Planeten" erzählt von David, der in einem Internat auf der Erde lebt und dessen Familie eine ganz besondere ist. Denn: Seine Eltern sind Wissenschaftler, die auf dem Mars leben und forschen.

Als im Weltraum ein Krieg ausbricht, senden seine Eltern einen Hilferuf an ihn – und David wäre nicht David, wenn er nicht alles liegen und stehen ließe, um quer durchs Weltall zu reisen und sie zu retten. Klingt packend, oder? Die Geschichte richtet sich dabei nicht nur an Jugendliche, sondern auch an Science-Fiction-Interessierte jeden Alters. Trieb, der mit Star Wars und Star Trek aufgewachsen ist, findet nichts spannender als die endlosen Weiten des Weltalls — und was sich wohl darin verbirgt.

Aber muss man deswegen gleich ein Buch schreiben? "Kennen Sie das, wenn Sie einen Film schauen oder ein Buch lesen, und nicht zufrieden mit dem Ende sind? Ich hab dann immer überlegt, wie ich das Ende gestalten würde, und so ist dann die Idee in mir gereift, einfach selbst ein Buch zu schreiben, in dem alles so passiert, wie ich es möchte", erklärt der Autor.

Natürlich war es trotzdem nicht gerade einfach, ein eigenes Buch zu schreiben. Über ein Jahr dauerte es, bis der Ursheimer sein 172-Seiten-Werk in Händen halten konnte: Lange Abende, in denen er die Handlung entwarf, aufschrieb, umschrieb und letzten Endes nochmal komplett überarbeitete, stecken dahinter. Umso stolzer ist er jetzt über das fertige Werk. "Ich habe das Schreiben auch als Art persönliche Herausforderung für mich betrachtet: Ich wollte mir selbst und auch meiner Familie beweisen, dass man alles schaffen kann, wenn man es sich nur fest vornimmt."

Diese Challenge hat er definitiv bestanden. Schon jetzt sind zwei weitere Bücher in Planung, die Liebe zum Schreiben hat ihn gepackt. Das Genre? Wieder ein Science-Fiction-Stoff. Da ist eine Faszination für den Weltraum, die den 38-Jährigen nicht loslässt.

Die Möglichkeit, dass da noch mehr ist, dass es woanders auch Leben gibt, stimmt ihn neugierig. "Die Wahrscheinlichkeit, dass es außer der Erde keinen belebten Planeten gibt, ist sehr gering", meint Michael Trieb. "Und wäre es nicht sehr einsam, wenn wir die Einzigen im ganzen weiten Weltraum wären?"

Z"Star Kid" von Michael Trieb ist in jeder Buchhandlung als Taschenbuch erhältlich. Preis: 14,95 Euro 

TABEA JUNG E-Mail

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