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Wehmut beim Abschied von Muhr

Heidrun Albrecht, Chefin der LBV-Umweltstation, sucht neue Herausforderung - 28.12.2017 18:15 Uhr

30 Jahre LBV am Altmühlsee: Das wurde 2015 mit Umweltministerin Ulrike Scharf (rechts) groß gefeiert. © Jürgen Leykamm


Ein Schritt, der ihr nicht leicht gefallen ist, wie sie im Gespräch mit dem Altmühl-Boten erzählt. Bisher habe ihr ihr Mann den Rücken freigehalten, um den vielfältigen Aufgaben beim LBV, den Abend- und Wochenendterminen nachgehen zu können. "Das war schon immer eine große Herausforderung zwischen Arbeit und Familie", erklärt die Mutter zweier Kinder, die acht und zwölf Jahre alt sind. Nun habe sich ihr Mann beruflich verändert und eine eigene Firma gegründet, in der er verstärkt präsent sein müsse. So reifte schließlich der Entschluss, die Leitung der Umweltstation in andere Hände zu geben, um nicht zuletzt auch mehr für die Familie da sein zu können.

Trotz aller Vorfreude auf die neuen Aufgaben schwingt doch ein wenig Wehmut mit, wenn die Diplom-Biologin mit Weiterbildung zur Umweltpädagogin von ihrer Zeit am Altmühlsee erzählt. "Da ist viel gewachsen", sagt sie. "Als ich nach Muhr kam, gab es gerade erst die Baupläne für das Altmühlsee-Informationszentrum." 2003 ging der Umzug in das neue Gebäude über die Bühne, in dem genügend Platz für Ausstellungen, Tagungen und pädagogische Angebote ist. Kurz darauf erfolgte die Anerkennung als LBV-Umweltstation. "Damit standen dann besondere staatliche Fördermittel zur Verfügung", informiert die 45-Jährige, die mit ihrer Familie in Kammerstein wohnt.

Um in den Genuss dieser Mittel und der Anerkennung zu kommen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden: So muss die Einrichtung beispielsweise ganzjährig zugänglich sein, modellhafte Projekte gehören ebenso dazu wie ein Jahresprogramm, in dem die "Bildung für nachhaltige Entwicklung erkennbar ist". Verantwortlich dafür zeichnen drei hauptamtlich Beschäftigte (in Teilzeit), drei Bundesfreiwilligendienstler und in der Regel ein bis zwei Praktikanten.

Vor allem von letzteren hat Heidrun Albrecht in den vergangenen Jahren eine ganze Menge betreut und hält mit vielen bis heute Kontakt — und lädt immer wieder erfolgreich zum Ehemaligentreffen ein. Sehr zu ihrer Freude zeigt sich dabei, dass das Jahr beim LBV die jungen Menschen sehr geprägt hat und viele in "grünen Berufen" und in der Umweltbildung tätig sind. "Sie bleiben dem Naturschutz oft verbunden, auch ehrenamtlich", schildert die quirlige Biologin ihre positive Erfahrung und freut sich über diese Anerkennung für die Zeit am Altmühlsee. "Dieses Netzwerk werde ich aufrechterhalten und auch in Zukunft pflegen", kündigt Heidrun Albrecht an.

Und noch etwas ist ihr so sehr ans Herz gewachsen, dass sie sich nicht ganz davon trennen will: die" Expedition zur Geisterstunde", eine Führung durch den nächtlichen Burgstall. "Das ist meine Lieblingsveranstaltung. Da darf ich nächstes Jahr wiederkommen", strahlt sie und ist froh, mit ihrer bisherigen Stellvertreterin Martina Widuch ihre Wunschnachfolgerin gefunden zu haben. "Ich freue mich, dass sie das weiterführt. So ist es leichter, zu gehen."

Blickt die scheidende LBV-Frau auf die vergangenen 18 Jahre zurück, ist sie besonders stolz auf die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Muhr am See. "Das ist ein gewachsenes Miteinander im AIZ, wir haben viele tolle Sachen gemeinsam geschaffen", betont sie. Eine große Anerkennung ihrer Arbeit war für sie die Auszeichnung mit der Bayerischen Staatsmedaille für Verdienste um die Umwelt Ende 2014. "Das war schon ein Höhepunkt", gibt sie zu und weiß auch, was sie sehr vermissen wird: "Das Arbeiten im Team und die Tatsache, dass es immer etwas gab, was das erste Mal passiert ist. Es gab immer neue Herausforderungen, die gelöst werden mussten. Das machte mir Spaß!"

Jede Menge Spaß hatte Heidrun Albrecht auch bei der Arbeit mit Kindern und erinnert sich beispielsweise gerne an das gerade erst abgeschlossene Projekt zur Buchleite in Markt Berolzheim. "Da waren sogar schon Krippenkinder involviert", erzählt sie begeistert. Dazu passt ihr wohl witzigstes Erlebnis in ihrer Zeit beim LBV: Als sie geschäftlich bei einer Grafikerin klingelte, öffnete ihr ein kleines Kind die Tür und rief: "Da ist die Frau aus dem Wald!". 

Tina Ellinger Altmühl-Bote E-Mail

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