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Freitag, 14.12.2018

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Wetterbeobachter aus Döckingen geehrt

Seit 50 Jahren betreut Heinrich Schreiner die Station ehrenamtlich - 17.09.2018 06:25 Uhr

Heinrich Schreiner (Zweiter von links) erfuhr Glückwünsche von Boris Starke und Torben Lüttschwager sowie Bürgermeister Heinz Meyer. © Franz Hoffmann


Die Döckinger Wetterstation ist bereits in dritter Generation in den Händen der Familie Schreiner. Bereits ab 1933 beobachte Großvater Heinrich das Wetter und zeichnete täglich Werte für Niederschläge, Trockenheit, Windbewegung und Sonnenstunden auf. Ab dem 10. Januar 1937 stand im Anwesen dann eine Niederschlagstation für den DWD, die bis 1968 von den Eltern des jetzigen Beobachters betreut wurde.

Wie dieser bei der Ehrungsstunde im Rathaus schilderte, durfte er bereits als Jugendlicher morgens vor Schulbeginn die Wetterstation ablesen, die Daten auf einen Zettel schreiben und das Messglas in die Stube stellen. Somit war er von Kindheit an mit der Materie vertraut, und sie wurde letztendlich zu einem ehrenamtlichen Hobby.

Folgen des Klimawandels

Die etwa 1800 Messstellen des DWD im Bundesgebiet werden häufig schon seit Jahrzehnten ehrenamtlich betreut. Dazu betreibt der DWD noch ein flächendeckendes Mess- und Beobachtungsnetz mit rund 2000 Messstellen plus 180 hauptamtlichen Wetterwarten und Wetterstationen, die rund um die Uhr mit DWD-Personal besetzt sind.

In den Wintermonaten melden die Ehrenamtlichen zudem Informationen über die Schneeverhältnisse nach Offenbach in die DWD-Zentrale. Die Daten und Beobachtungen werden dann für die Wettervorhersagen oder Gutachten bei Wetterschäden genutzt. Sie helfen aber auch, den Klimawandel in Deutschland zu erfassen und seine Folgen besser einschätzen zu können.

Somit leistet der Döckinger Wetterwart seit über 50 Jahren seinen Betrag zur Verbesserung der Wettervorhersagen und Klimaüberwachung. Immerhin liegt mittlerweile die Trefferquoten bei der Vorhersage bei 90 Prozent. Die Computer werten alle Daten des engmaschigen Netzes, vom ehrenamtlichen Beobachter bis zum Satelliten, aus und berechnen das Wetter. Ferner erfolgt ein internationaler Austausch mit der Weltorganisation für Meteorologie (WMO).

Torben Lüttschwager, Leiter der regionalen Messnetzgruppe des DWD in München, und der örtliche Betreuer Boris Starke überreichten in Polsingen in Anwesenheit von Bürgermeister Heinz Meyer eine Urkunde und einen Geschenkkorb sowie ein Dankesschreiben von Prof. Dr. Gerhard Adrian von der DWD-Zentrale Offenbach. Darin heißt es: "Heinrich Schreiner hat 50 Jahre die Niederschlagstation Döckingen betreut und das Wetter täglich gewissenhaft beobachtet und notiert. Das reicht vom Verlauf von Gewittern, Hagelschauern bis hin zum winterlichen Schneetreiben.

Von dieser ehrenamtlichen Tätigkeit profitieren alle Bürger in Deutschland, denn die Auswirkungen des Wetters und des Klimas betreffen jeden von uns. Für den Wetterdienst sind Bürger wie Heinrich Schreiner unverzichtbar, die mit Spaß am Wetter, Liebe zur Natur, einer guten Beobachtungsgabe und einem hohen Verantwortungsbewusstsein jahrzehntelang gewissenhaft das Wetter in unserer Region überwachen."

Der Wetterdienst tut sich schwer, Nachwuchs für das Betreiben der Messstationen zu finden. Auch das wurde im Rathaus erwähnt.

Es fehlt auch an geeigneten Grundstücken, auf denen die Messgeräte in ausreichendem Abstand zu Gebäuden und Bewuchs aufgestellt werden können. Kosten entstehen einem ehrenamtlichen Wetterbeobachter weder durch den Aufbau noch durch den Betrieb der Station.  

FRANZ HOFFMANN E-Mail

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