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Wirtschaftsjunioren zu Besuch im Traditionsunternehmen

Junge Unternehmer besichtigen zwei Handwerksbetriebe in Markt Berolzheim - 25.10. 16:48 Uhr

MARKT BEROLZHEIM  - Gut aufgestellt im Altmühltal, im Hahnenkamm und nicht minder im Ansbacher Raum, so präsentiert sich die Firma Fliesen-Schmidt mit Hauptsitz Markt Berolzheim. Das Traditions­unternehmen erhielt nun Besuch von den Wirtschaftsjunioren Gunzenhausen.

Uwe Schmidt stellte den WJ-Gästen seinen Fliesenbetrieb in Markt Berolzheim vor.
Uwe Schmidt stellte den WJ-Gästen seinen Fliesenbetrieb in Markt Berolzheim vor.
Foto: Dressler
Uwe Schmidt stellte den WJ-Gästen seinen Fliesenbetrieb in Markt Berolzheim vor.
Uwe Schmidt stellte den WJ-Gästen seinen Fliesenbetrieb in Markt Berolzheim vor.
Foto: Dressler

Die Gäste ließen sich von Inhaber Uwe Schmidt und seiner Frau Yvonne über den aktuellen Stand informieren. Das Unternehmen besteht seit 50 Jahren und wird in der dritten Generation geführt. Den Anfang machte August Schmidt. Nach seinem Tod übernahm 1974 Reinhard Schmidt die Verantwortung und schuf drei Jahre später an der Wettelsheimer Straße eine Fliesen- und Badausstellung.

Dieses Domizil ist im Lauf der Jahre immer größer geworden, bekam Anbauten und ein eigenes Lagergebäude wurde nebenan realisiert. Die Firma nahm den Direktimport von Fliesen auf, baute einen eigenständigen Fliesenhandel auf. Seit 1990 besteht die Zusammenarbeit mit der Wettelsheimer Sanitärfirma Herzog. Auf dieser Basis kann Fliesen-Schmidt die schlüsselfertige Badrenovierung anbieten und durchführen. Dieser Bereich hat sich zu einem Kernpunkt des Geschäfts entwickelt.

Vor zehn Jahren entschlossen sich Reinhardt Schmid und sein Sohn Uwe dazu, einen zweiten Standort im Gewerbegebiet Burgoberbach nahe der B 13 aufzubauen. Die dortige Fliesen- und Bäderwelt GmbH hat sich längst etabliert. In Zusammenarbeit mit der Firma Meßlinger Sanitärtechnik (Flachslanden) wird im Ansbacher Gebiet bis nach Schwabach, Neuendettelsau, Feuchtwangen und Dinkelsbühl die schlüsselfertige Renovierung von Bädern praktiziert. Vor drei Jahren schließlich ging die Verantwortung für das Unternehmen auf Uwe Schmidt über.

„Wir machen alles rund um Fliesen und Stein“, schilderte der Chef zusammenfassend. Derzeit zählt Fliesen-Schmidt insgesamt 15 Mitarbeiter. Das Verlegeteam besteht aus acht Fliesenlegern. Das Geschäftsjahr 2011 verläuft sehr zufriedenstellend. Der Innenausbau brummt allgemein, und wer hier Kompetenz, Erfahrung und einen guten Namen mitbringt, der braucht sich in diesen Monaten wegen mangelnder Aufträge keine Sorgen zu machen, schilderte Uwe Schmidt.

Das erste Quartal wird dann wie immer ruhiger werden, doch bereits im Januar werden die Weichen gestellt für die Aufträge, die ab März/April erledigt werden müssen. Der Fliesenverkauf erfolgt im Groß- und Einzelhandel. Zu den Kunden gehören damit auch Baufirmen, Bauträger und der öffentliche Bereich. Das klassische Geschäft geht aber mit Privatleuten, denen ein Haus oder eine Wohnung gehört und die ihr in die Jahre gekommenes Bad komplett modernisieren wollen.


Die erste Kontaktaufnahme erfolgt oft in den großzügigen Ausstellungsräumen in Markt Berolzheim. Hier erfahren die Interessierten, was alles für sie möglich ist. Der zweite Schritt besteht in vielen Fällen in einem Hausbesuch, sodass danach der Auftrag vergeben und durchgeführt werden kann, sei es in einem Ort im mittleren Landkreisgebiet zwischen Gunzenhausen und Treuchtlingen oder im Hahnenkamm. Nicht anders verhält es sich in Burgoberbach. Das Kalkül, sich mit einer Niederlassung an zentraler Stelle einen größeren Einzugsbereich zu verschaffen, ist aufgegangen. Gerade, was den Einzelhandel betrifft, läuft es in Burgoberbach sehr gut. Uwe Schmidt: „Fliesen brauchen Laufkundschaft.“ Man müsse vor Ort Flagge zeigen. In Burgoberbach befindet sich auch das größere Lager.

Wie viele andere Handwerksbetriebe muss sich Fliesen-Schmidt um den künftigen Nachwuchs Gedanken machen. Es wird zunehmend schwerer, geeignete Auszubildende zu finden. Bürgermeister Fritz Hörner stellte kurz seine Gemeinde vor. Mittlerweile stellt die Gewerbesteuer einen wesentlichen Faktor für die Gemeindekasse dar. Vor Ort gebe es zum Glück mehrere leistungsfähige Firmen, die im Baunebengewerbe stark sind.

Zu ihnen hält der Rathauschef engen Kontakt, damit Probleme schnell gelöst werden können oder am besten gar nicht erst entstehen. Dass es mit dem Berolzheimer Gewerbe aufwärts geht, lässt sich leicht von der Staatsstraße aus sehen. Der Neubau der Firma Kipf & Sohn Fenster- und Wintergartenbau GmbH ist imposant.

Diese Produktionsstätte war das zweite Ziel der Wirtschaftsjunioren Gunzenhausen. Die Führung der Gäste übernahm hier Betriebsleiter Bernd Breuer. Er stellte die vollautomatisierte Fensterproduktion vor vom Zuschnitt des Rahmens über die Verstärkung durch spezielle Stähle bis zu den Schweißarbeiten, die Entfernung von Graten und Rückständen und das Einsetzen der Scheiben. Für den Transport zum Kunden sind in der neuen Produktionshalle fünf Stationen zur Beladung der Lkw vorgesehen gewesen, die bereits jetzt nicht mehr ausreichen, erfuhren die Wirtschaftsjunioren.

Gegründet wurde das Familienunternehmen im Jahr 1961 von Elfriede und Karl-Heinz Kipf. Sohn Friedrich übernahm im Jahr 2000 die Regie und ist Geschäftsführer. Eine starke Marktstellung hat die Firma auch bei Wintergärten und Terrassendächern. Die neue Halle wurde in diesem Frühjahr, zum 50-jährigen Jubiläum, eingeweiht und erfüllt die Standards eines Niedrigenergie-Gebäudes.

Mit über 50 Mitarbeitern ist Kipf & Sohn ein relativ großer regionaler Handwerksbetrieb. In Schwabach und Aalen-Unterkochen bestehen Niederlassungen. Das Verkaufsgebiet reicht von Nürnberg bis Ansbach, von Augsburg bis Eichstätt und Ingolstadt und in den schwäbischen Raum. Zur derzeit guten Auslastung tragen neben dem hohen Qualitätsanspruch auch die aktuelle KfW-Förderung und das niedrige Zinsniveau bei. Kipf deckt die ganze Palette ab, von Neubauten bis zu Modernisierungen und Erweiterungen und Energiesparmaßnahmen.

Wichtig ist für die Firma die Präsentation an den verkaufsoffenen Sonntagen. Diese sollten möglichst beibehalten werden, erfuhr die WJ-Delegation vom Chef. Eine entsprechende Unterstützung in den Wirtschaftsgremien sei hier erwünscht. Am Herzen liegt Friedrich Kipf auch eine bessere Verkehrsanbindung. Er sprach hier den weiteren Ausbau der B 2 und der B 13 an. Die aktuelle Situation sei nicht befriedrigend und stelle einen Wettbewerbsnachteil dar. Den Abschluss des Nachmittags bildete ein gemütliches Beisammensein im Gasthaus „Zum Weinstock“ in Gundelsheim. 



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