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Bürgermeister Dörr: „Die Stadt braucht wieder einen Vollversorger“. Auf großes Interesse stieß die erste Informationsveranstaltung über die eventuelle Gründung eines Bürgerladens in der Wolframstadt. Das derzeit leerstehende ehemalige Böma-Areal könnte dafür genutzt werden.
Etwa 250 Besucher lauschten dem 80-minütigen Vortrag des Unternehmensberaters Wolfgang Gröll. Dieser begleitet seit 15 Jahren Dorf- oder Bürgerläden von den Vorgesprächen bis zur Gründung und führt anschließend einen „Soll-Ist-Vergleich“ durch.
Laut Gröll sind fast 90 Prozent der neu gegründeten Läden erfolgreich. Das Erfolgsrezept ist eine starke Kundenbindung durch genossenschaftliche Strukturen und der Vertrieb lokaler Produkte. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die große Produktpalette beziehungsweise Vollversorgung. Nach einer kurzen Pause setzte eine lebhafte Diskussion ein, bei der auch kritische Fragen gestellt wurden. Unter anderem wurde befürchtet, dass die Preise im Vergleich zu anderen Märkten zu hoch sein könnten.
Die wichtigsten Eckpunkte des Projekts sind: Jeder Bürger kann sich mit beliebig vielen Anteilen beteiligen. Ein Anteil soll zwischen 100 und 200 Euro kosten. Die Rendite soll etwa zwischen zwei und sechs Prozent liegen. Das Startkapital für den Laden sollte um die 90 000 Euro betragen.
Ein Arbeitskreis, bestehend aus rund 15 Personen, soll das Projekt im Vorfeld anschieben und begleiten. Die Vorlaufzeit beträgt sechs bis neun Monate. Angedacht ist die Einbeziehung eines Heimservices sowie ein Onlineshop.

In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.