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Zwei Tage am See: Erntedankfest war ein Besuchermagnet

Schöne Stimmung bei Sommerwetter am Samstag und riesiger Andrang am Abschlusstag — Leistungen der Landwirtschaft gewürdigt - 02.10.2017 18:03 Uhr

Zum Erntedank gehört der Blick auf die Bauern, ihre Arbeit, ihre Produkte, ihre Arbeitsbedingungen. Die beiden strahlten um die Wette, als sie in einem der riesigen Traktoren Platz nehmen durften. © Reinhard Krüger


Dieser Termin scheint im Veranstaltungskalender der Stadt Gunzenhausen, des Zweckverbands Altmühlsee und des Bauernverbands zu einem echten Höhepunkt im Jahreskreis zu werden. Das Erntedankfest gibt es mittlerweile seit 25 Jahren. Es ist wahrscheinlich der ganz besondere Mix aus Gottesdienst, Grußworten, Mittagessen, Blasmusik ("Gunzenhäuser Blous’n"), und den vielen Ständen, der so anziehend wirkt. Allein heuer waren es rund 50, die allesamt liebevoll dekoriert waren und deren Betreiber Nützliches wie Kreatives für Haus und Garten anboten. An zwei Tagen standen die Buden und Stände, und "das hat sich bewährt", meinte Bürgermeister Karl-Heinz Fitz.

Traditionell fing der Sonntag am späten Vormittag mit dem Zeltgottesdienst an. Gastgeber war wie immer Johannes Wagner, Gemeindepfarrer von Wald. "Heute am Erntedankfest geht es ans Essenzielle", sagte der Geistliche zu Beginn und meinte damit das Danken. Geschenke aus Berechnung werden laut Wagner schnell entlarvt, "denn ein Geschenk ist nur so gut wie das Herz des Gebers". Er erinnerte daran, dass viele Bibelsprüche vom Danken handeln, weil Gott "so verschwenderisch mit der Liebe zu den Menschen umgeht". Und wenn Schweres im Leben einen am Danken hindere, "dann kann ich alles im Gebet Gott hinwerfen".

"Danken macht freundlich", rief Wagner den Menschen im vollbesetzten Zelt zu, "drum danket, denn das macht freundlich." Der Landfrauenchor mit seinem Leiter Walter Pföferlein und der Stettner Posaunenchor mit Sophia Meyer am Dirigentenpult sorgten für die musikalische Umrahmung.

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Kürbisse und Alphörner beim Erntedankfest am Altmühlsee

Von der Sonne verwöhnt war der erste Tag des großen Erntedankfests am Altmühlsee nahe Gunzenhausen. Die zahlreichen Stände und gastronomischen Angebote lockten zahlreiche Besucher an.


Danken, das hatte sich auch Bürgermeister Karl-Heinz Fitz auf seinem Notizzettel dick unterstrichen. So zeigte er sich sichtlich erfreut über die rege Teilnahme der vielen Ehrengäste wie beispielsweise Artur Auernhammer, der gerade wiedergewählte Bundestagsabgeordnete, oder Manuel und Robert Westphal (Landtagsabgeordneter beziehungsweise Landratsstellvertreter), sowie zahlreicher Stadträte und Ortssprecher. Er sprach vom Säen und Ernten und dankte "für die Erzeugnisse der Landwirtschaft". Dankbar zeigte sich Fitz auch über die günstigen Lebensmittelpreise hierzulande, beispielsweise im Vergleich mit den USA, die er kürzlich mit einer Delegation besuchte (wir berichteten).

Club-Fan Max (8) und Schwester Amelie (4) freuten sich über das gerade erworbene Vogelhäuschen. © Reinhard Krüger


Jeder achter Arbeitsplatz hänge in Deutschland im weitesten Sinn mit der Landwirtschaft zusammen, betonte Friedrich Rottenberger. Es sei nicht selbstverständlich, dass alles, was man sich wünsche, in guter Qualität und Menge vorhanden sei, sagte der 57-jährige Landwirt aus Pfofeld. Er freue sich, dass die Ernte in diesem Jahr im Wesentlichen gut verlaufen sei, denn "es hat üppig geregnet". Die Scheunen seien voll und die Saat für die Ernte 2018 bereits gelegt. Er wünsche sich lebens- und liebenswerte Naturlandschaften gleichermaßen für Bauern wie Verbraucher.

Beim Rundgang durch die "Budenstraße" gab es Gartendeko aus Weide ebenso zu bestaunen wie eine Perlenmacherei aus Pleinfeld, Tonkunst von Keramikerin Barbara Schäfer aus Nürnberg oder die Hobby- und Bastelstube von Manfred Hoffmann aus Ansbach. Er bot vor allem Vogelhäuschen für Fußballfans an. "Ich verkaufe an Dortmund- oder Köln-Fans ebenso wie natürlich an Clubberer", sagt er mit einem Lachen im Gesicht. Der Umsatz florierte, viele Besucher blieben an den vielen Ständen stehen, begutachteten und erstanden das eine oder andere "Objekt der Begierde".

Und beim Nachhauseweg winkte vor allem für Männer und Buben der Park des Maschinenrings. Hier leuchteten die Augen, als PS-schwere Traktoren in der Sonne glänzten. "Probesitzen ist erlaubt und erwünscht", ermunterte Richard Ortner, Geschäftsführer des Maschinenrings aus Weißenburg.

  

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