-1°

Freitag, 14.12.2018

|

Bauernhaus vor dem Verfall gerettet

Denkmalpflegepreis geht an Dr. Witthaut und Dr. Lauterbach - 08.09.2010 08:31 Uhr

Mit dem Rückbau des nördlichen Zwerchhauses wurde das historische Kehlbalkendachsystem wieder sichtbar.


In den Vorjahren wurde das vor fünf Jahren begonnene Engagement des Paares bereits vom bayerischen Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch und vom Bezirk Mittelfranken gewürdigt. Lauterbach und Witthaut nahmen sich des sogenannten Trummertenhofes an, der das ländliche Bauen im 18./19. Jahrhundert dokumentiert. Der 1437 entstandene Hof befand sich von 1620 bis 1951 im Besitz der Familie Trummer(t). Die gut ausgestattete Hofstelle wurde um die Wende zum 20. Jahrhundert in Einzelgrundstücke zerschlagen. Als Kernbestand blieb vor allem das Wohngebäude erhalten, das in beherrschender Lage am Ortseingang positioniert ist und zum großen Teil erst nach einem Brand um 1800 errichtet wurde. Es handelt sich um ein breitgelagertes, erdgeschossiges Wohnstallhaus mit Schopfwalmdach, dessen Erdgeschoss aus Kalkbruchsteinen aufgemauert ist, während die Giebel aus Fachwerk errichtet sind.

Seit Jahren leer stehend, verfiel das Gebäude zusehends, die Holzkonstruktion gab nach. Mit dem Rückbau des nördlichen Zwerchhauses wurde das historische Kehlbalkendachsystem wieder sichtbar. Grundsätzlich orientierten sich Materialwahl und angewandte Techniken an historischen Traditionen und baubiologischen Grundsätzen. Das Gebäude ist nach Ansicht der Jury der Ingenieurekammer ein gelungenes Beispiel für qualitativ hochwertige und unaufdringliche Denkmalpflege.

Als Verantwortliche beteiligt waren an der Sanierung Dipl. Arch. Marisia Conn vom Architekturbüro Conn und Giersch in Fürth und Tragwerksplaner Dipl.-Ing.Univ. Stefan Wolfrum vom Ingenieurbüro Wolfrum GmbH in Nürnberg.

An Tradition orientiert

Grundsätzlich orientierten sich Materialwahl und angewandte Techniken an historischen Traditionen und baubiologischen Grundsätzen. Modernes Design geht mit dem geschichtlichen Baudokument eine selbstverständliche Verbindung ein, so die Jury weiter. Die Gestaltung moderner Elemente dient dazu, Historisches zu betonen. Der pittoreske Gesamteindruck des Baudenkmals, umgeben von einer gepflegten Garten - und Kulturlandschaft, konnte in vollem Umfang beibehalten werden.

Kammerpräsident Schroeter zeigte sich beeindruckt von der Qualität der eingereichten Projekte und Ideen. Die Leistungen von Bauingenieuren beim Erhalt historischer Bauwerke fände oft im verborgenen statt. Innenminister Herrmann lobte die Denkmalpflege: Sie wolle „keine historischen Kulissen ohne Nutzwert schaffen, sondern historische Substanz mit Leben erfüllen.“

  

Seite drucken

Seite versenden