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Bevölkerungsschwund: Alfeld will neue Bürger anlocken

Informationsveranstaltung zum Flächennutzungsplan im Volksmusikzentrum - 28.09.2017 14:22 Uhr

Bei der Informationsveranstaltung wurde ein Vorschlag zur Änderung des Flächennutzungsplanes vorgestellt. © Kerstin Rösel


Bürgermeister Karl-Heinz Niebler brachte es auf den Punkt: Es müssen richtungsweisende Entscheidungen für die nächsten Generationen in der Gemeinde Alfeld getroffen werden. Hauptakteur der Informationsveranstaltung war jedoch Guido Bauernschmitt, der zusammen mit seinem Kollegen Christian Krüßmann vom Planungsbüro "Team 4" aus Nürnberg die Vorentwürfe zur Änderung von Flächennutzungsplan (FNP) und Landschaftsplan vorstellte.

Grundsätzlich würde das Baugesetzbuch einen schonenden Flächenverbrauch vorschreiben. Deshalb hätte die Innenentwicklung Vorrang vor der Ausweisung neuer Baugebiete. In Alfeld sei jedoch die Situation so, dass zwar mögliche Flächen vorhanden seien, diese dem Markt aber nicht zur Verfügung stünden. Dies liege zum Teil an mangelnder Verkaufsbereitschaft der Eigentümer, zum Teil an deren überhöhten Preisvorstellungen.

Kinder fehlen

Nun hat sich aber die Bevölkerung in Alfeld in den vergangenen Jahren um zehn Prozent reduziert. Als klassische Folge des demographischen Wandels sieht Bauernschmitt auch in Alfeld den Rückgang der unter Sechsjährigen sowie der 18 bis 40-Jährigen. Bei den über 40-Jährigen seien typische Zunahmen zu verzeichnen. Eine aktuelle Bevölkerungsprognose sieht für Bayern bis 2035 eine Zunahme um 5,4 Prozent. Für das Nürnberger Land beträgt die erwartete Zunahme bis 2034 noch 1,5 Prozent.

Dagegen geht man für Alfeld bis 2028 von einer Bevölkerungsabnahme von 8,5 Prozent aus. Gegenüber der letzten Prognose von 2011 hat sich die Situation für Alfeld noch einmal verschlechtert – damals schätzte man die Abnahme auf 5,9 Prozent. Erschreckend sei dabei auch, dass im übrigen Landkreis für denselben Zeitraum durchweg positive Entwicklungen erwartet würden.

Bevölkerungsrückgang stoppen

Die Gemeinde hat sich nun zum Ziel gesetzt, den Bevölkerungsrückgang zu stoppen und die Bevölkerungszahl stabil zu halten. Für die Erstellung des neuen FNP schlägt Bauernschmitt vor, die Abgabebereitschaft von potenziellen Flächen bei den Grundstückseigentümern abzufragen. Bestünde keine Abgabebereitschaft oder bei zu hohen Preisen empfiehlt er, die jeweiligen Flächen nicht in den FNP aufzunehmen. Als Erschließungskosten müsse mit rund 50 bis 60 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden. Nur wenn dann ein vernünftiger Preis herauskomme, könne Bauland auch in Konkurrenz zu anderen Gemeinden auf den Markt gebracht werden.

Bauernschmitt ging anschließend auf alle einzelnen Flächen ein, die als mögliche Bauflächen in Betracht kommen. Alfelds Bürgermeister Niebler stellte heraus, es seien bewusst mehr Flächen aufgenommen worden, da sicherlich nicht alles realisiert werden könne. Auch die Landschaft soll nicht verschandelt werden. Durch die frühzeitige Bürgerbeteiligung haben die Bürger nun vier Wochen lang Gelegenheit, ihre Wünsche und Anträge bei der Gemeinde einzureichen. Niebler bekräftigte dabei noch einmal, oberstes Ziel sei der Erhalt der guten Infrastruktur in Alfeld, und stellte klar, dass eine Aufnahme in den FNP nicht automatisch Baurecht nach sich ziehe. 

Kerstin Rösel

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