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Entlaufener Bulle aus Hohenstadt soll gerettet werden

Tierschützer wollen Stier auf einem Gnadenhof unterbringen - 24.07.2017 13:08 Uhr

Tierschützer gaben dem entlaufenen Bullen kurzerhand den Namen Jonathan. Nun soll er vor dem Schlachter gerettet werden. © privat


Fakt ist dabei, dass der Besitzer am Wochenende ein Kaufangebot des Vereins "Rüsselheim e. V." aus Augsburg erhalten hat. Vorsitzende Doris Rauh will verhindern, dass das Tier beim Schlachter landet.

Die Flucht des 700-Kilo-Rinds von Alfalter bis nach Hohenstadt, war spektakulär. Hohenstädter, die den Koloss leibhaftig im Wohngebiet vor ihrer Haustür sahen, waren von dem Erlebten, einschließlich der Betäubungsaktion, so bewegt, dass sie laut Rauh einen Gnadenhof in der Fränkischen Schweiz einschalteten.

Dieser rief dann den Verein "Rüsselheim" zu Hilfe, der in ganz Bayern Tiere vor dem Schlachter freikauft und auf verschiedenen Bauernhöfen unterbringt, die dafür monatlich Geld erhalten. Einer davon befindet sich in Schnaittach. Auf die Frage, wie sie das finanziert, antwortet die Vorsitzende: "Wir haben zwar nur 75 Mitglieder, aber 2000 bis 3000 Tierpaten. Sie sind das Herzstück des Vereins."

Seit 2005 pflegt Rauh, die im Vertrieb einer Firma arbeitet, dieses Hobby fürs Tierwohl. Aktuell schütze sie 400 Schweine, 300 Rinder und 100 Schafe auf diese Weise, erzählt sie. Der Bullenbesitzer war am Sonntag nicht zu erreichen, aber Rauh ist guter Dinge. Sie weiß: Letztlich "muss das Angebot passen", ein Landwirt wolle sich ja nicht verschlechtern.

Die Tierschützer haben dem "Heldenbullen" (so nennen sie ihn auf Facebook) im Übrigen einfach einen Namen gegeben: Jonathan. 

Michael Scholz

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