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Happurg lehnt Autobahn-Anschluss zur A 6 ab

Die Nachteile überwiegen für den Gemeinderat - 02.10.2017 11:22 Uhr

Der Zuschauerandrang in der Gemeinderatsitzung war groß. Es ging um die geplante A6-Ausfahrt bei Schupf. © Marita Münster


Die Besucher-Stühle im Sitzungssaal des Happurger Rathauses reichten nicht aus. Auf der Tagesordnung der Gemeinderatsitzung stand das Thema "Errichtung einer Autobahnausfahrt an der A6 im Bereich Traunfeld-Schupf". Dementsprechend groß war das Interesse der Bürger.

Schupfer und Kainsbacher waren stark vertreten, aber auch Happurger wollten live hören, was Bürgermeister und die Gemeinderäte zu diesem Thema zu sagen hatten. Im Vorfeld hatte bereits eine Bürgerinitiative eine Liste mit rund 200 Unterschriften gegen den Autobahnanschluss ins Rathaus gebracht.

In der Gemeinderatsitzung stellte Bürgermeister Bernd Bogner Vor- und Nachteile des Autobahnanschlusses gegenüber.

Vorteile:

  • neues Gewerbegebiet wäre an der A6 grundsätzlich möglich
  • Berufspendler könnten Zeit sparen.

Nachteile:

  • im Gemeindegebiet Happurg selbst ist ein Gewerbegebiet kaum möglich, weil — anders als auf Neumarkter Seite — nahezu keine in Frage kommenden Flächen im Besitz der Gemeinde sind
  • Flächenverbrauch für eine eventuelle Umgehungsstraße um Schupf
  • erhöhte Verkehrsbelastung, vorrangig auch an der Engstelle in Schupf
  • Schwerlastverkehr am Schupfer Berg – im Winter schwierig
  • Kostenbeteiligung der Gemeinde zur Ertüchtigung von Straßen
  • Aufrüstung der örtlichen Feuerwehren könnte erforderlich werden.

Einig waren sich Bürgermeister und Räte, dass klar die Vorteile für den Landkreis Neumarkt überwiegen und daher auch das Thema von dort angestoßen wurde. Alle Fraktionen lehnen den Autobahn-Anschluss Traunfeld deshalb ab.

Melanie Kürbel von der SPD mahnte einen gemäßigteren Umgang von Bürgerinitiative und Verwaltung an. Sie begründete das Nein der SPD damit, dass die Fraktion für die Gemeinde Happurg keine Vorteile sieht. Jörg Kirschner, Sprecher der FWG, sieht zwar Vorteile für einige Pendler aus der Region, aber auch die FWG ist der Meinung, dass die Nachteile überwiegen.

Auch Thomas Schmidt (CSU) begründete das Nein seiner Fraktion mit den fehlenden Vorteilen. Verärgert war er über die mangelhafte Informationspolitik. Er hätte sich am liebsten auch jetzt noch nicht positioniert, da er zu wenig wisse und noch viele Fragen offen seien. Er meinte, die beiden Landräte hätten das Projekt angestoßen, aber ohne weitergehende Informationen für weitere Gremien zu liefern. Schmidt prangerte an, dass das Projekt auch noch nicht im Kreistag behandelt wurde. Er habe Verständnis für das Bürgerbegehren und die Besorgnis der Schupfer und Kainsbacher. Der CSU-Sprecher befürchtete, dass das Nein des Gemeinderates gar nicht mehr viel an dem Verfahren ändere. Bürgermeister Bogner sagte, der Landrat halte die Aussage einer betroffenen Gemeinde durchaus für gewichtig.

Von allen Fraktionen kam immer wieder deutlich zum Ausdruck, wie schlecht sich alle informiert fühlten. Jürgen Kohl (CSU) merkte noch an, dass er vor der Abstimmung unbedingt gerne mehr über die Kosten erfahren hätte. Der Bürgermeister sagte, er werde das Ergebnis der Abstimmung weitergeben. Der Kreistag müsse Signale aufnehmen und berücksichtigen. 

Martina Münster

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