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Mord in Erlenstegen

Krimilesung der Nürnberger Autorin Petra Kirsch - 26.04.2012 15:22 Uhr

Petra Kirsch präsentierte ihren Franken-Krimi „Dürers Hände“.

Petra Kirsch präsentierte ihren Franken-Krimi „Dürers Hände“. © K. Bub


Und der hatte nicht nur einen spannenden Kriminalfall zu bieten - immerhin galt es den Tod eines Irakers aufzuklären, dessen Hände zum Gebet gefaltet waren -, sondern auch allerhand eigenwillige Charaktere: eine ungeduldige Hauptkommissarin mit Vorliebe für Florentiner-Kekse, einen Ermittler mit Sprachfehler und eine ganz und gar nicht auskunftsfreudige Dame von der Agentur für Arbeit.

Petra Kirsch weiß Charaktere zu zeichnen und sie weiß ihnen mit ihrer Stimme auch Leben einzuhauchen. Das Publikum war begeistert, als Kirsch zum Beispiel in die Rolle von Heinrich Bartels schlüpfte, den Kollegen von Kommissarin Paula Steiner. Der Polizist hat einen gewaltigen Sprachfehler und tut sich mit sämtlichen „Sch“-Lauten schwer, was die Zuhörer immer wieder schmunzeln ließ.

Noch deutlichere Publikumsreaktionen löste schließlich Figur Eva Brunner aus. Die Polizeianwärterin Brunner plappert nämlich wie ein Wasserfall und Kirsch las die betreffenden Passagen aus ihrem Buch derart schnell und hastig vor, dass sie kaum noch zum Luftholen kam. Die Zuhörer dankten diesen Einsatz mit herzhaften Lachern.

Dabei geht es in dem Buch durchaus um einen ernsten Stoff: ein irakischer Lastwagenfahrer wird tot in Erlenstegen aufgefunden, die Hände - wie auf Dürers Bild - zum Gebet gefaltet. Aber wer erschlug den Mann? Hat es gar mit seinem Chef zu tun, der von der Agentur für Arbeit einen satten Eingliederungszuschuss für die Einstellung des Irakers bekommen hat?

Fragen über Fragen, die die Geduld von Kommissarin Steiner bis zum Äußersten strapazieren. Was das Publikum neben den herrlich gezeichneten Charakteren natürlich am meisten entzückte: Petra Kirschs Krimi spielt in Nürnberg. Die einzelnen Schauplätze sind bekannt und während die Autorin las, konnten die Zuhörer in Gedanken mit zu den jeweiligen Orten spazieren: zum Tatort nach Erlenstegen, zur Agentur für Arbeit am Richard-Wagner-Platz und zu einer Vernehmung in den Frauentorgraben.

Das Mordwerkzeug stammt sogar aus einer Scheune in der Nähe von Hersbruck. Mehr dazu verriet die Autorin allerdings nicht. Das Publikum aber schien es dann doch genauer wissen zu wollen. Und so fanden die von Buchhändler Martin Lösch mitgebrachten Exemplare von „Dürers Hände“ an diesem Abend reißenden Absatz.

Tipp: Noch bis 30. April können Leseratten bei einem Flohmarkt in der Stadtbücherei Hersbruck Bücher zu einem günstigen Preis erwerben. Und am 10. Mai lesen die Vorlesefreunde der Stadtbücherei Kindern von fünf bis acht Jahren von 16 bis 16.30 Uhr aus dem Buch „Die fürchterlichen Fünf“ von Wolf Erlbruch vor. Der Eintritt dazu ist kostenfrei. 

Katja Bub

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