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Nach 24 Jahren: Storch aus Tiergarten wieder aufgetaucht

Durchschnittsalter weit überschritten – Von Naturfreund im Garten entdeckt - 19.07.2018 18:37 Uhr

In den 90er Jahren wurde der Weißstorch mit der Nummer "DER-A737" einst im Nürnberger Tiergarten aufgepäppelt. Nach 24 Jahren lässt sich der Vogel erneut im Nürnberger Land blicken. © Helmut Mägdefrau/Tiergarten Nürnberg


Wöchentlich melden Naturfreunde dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) ihre Weißstorchsichtungen, doch die Meldung eines Anwohners hat jetzt im Nürnberger Land für besonderes Aufsehen gesorgt: Schon seit 2016 wurde immer wieder ein Weißstorch in Kirchensittenbach und Apertshofen beobachtet, jetzt gelang es endlich, ihn zu identifizieren. Es handelt sich um das Tier mit der Nummer "DER-A737", der in den 90er Jahren Nürnberger Tiergarten aufgepäppelt wurde und mittlerweile 26 Jahre alt ist. Ursprünglich stammte das Tier aus Steppach im Landkreis Bamberg.

Nach seiner Freilassung 1993 aus dem Nürnberger Tiergarten endet seine bewegende Geschichte in Franken nicht: Erst kurze Zeit später musste der Vogel erneut eingefangen werden, weil er den Nürnberger Flugverkehr gestört hatte. 1994 wurde er dann bei Freystadt im Landkreis Neumarkt ein zweites Mal ausgesetzt.

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"Wirklich etwas Außergewöhnliches"

Normalerweise werden Störche im Durchschnitt nur etwa acht Jahre alt. "Nach 24 Jahren ohne Sichtung ist das wirklich etwas Außergewöhnliches", sagt Biologin Oda Wieding, die für den Landesbund für Vogelschutz (LBV) arbeitet. Zwar können Störche vereinzelt etwa 30 Jahre alt werden, doch viele unerfahrende Jungstörche erliegen auf dem Zugweg nach Spanien, Afrika oder dem Mittleren Osten verschiedensten Gefahren, wie ungesichterte Strommasten, Vergiftungen oder gar Abschuss. Rund 60 Prozent des diesjährigen Nachwuchses würden nicht mal das erste Jahr überleben, so die Expertin.

Mit seinen 26 Jahren könnte der fränkische Promi-Storch aber tatsächlich noch für Nachwuchs sorgen, meint Wieding. "Er scheint aber nicht zu brüten, da uns in der näheren Umgebung kein Storchennest bekannt ist" .

Das Beringen der Störche ist für die LBV sehr hilfreich, weil darüber viele wissenschaftliche Daten zum Durchschnittsalter, der Lebenserwartung aber auch zu Zugwegen oder dem Nestbauverhalten geliefert werden können. 

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