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NN-Wanderreporter: Zu Gast bei Sattler Fritz in Engelthal

Passgenau am Pferderücken: Weiß kennt die Anatomie der Tiere genau - 14.08.2017 19:49 Uhr

Fritz Weiß aus Engelthal kennt sich aus mit der Anatomie der Pferde und passt den Sattel an der Tierrücken an. © Franziska Holzschuh


Er ist einer der Letzten seiner Art: Sattler Fritz Weiß aus Engelthal. In Franken gibt es nur noch drei oder vier wie ihn, sagt er, die per Hand aus Leder Sättel und anderes Reitzubehör produzieren. Es sind maßgefertigte Produkte, angepasst auf die Anatomie eines jeden Tieres - mal ist der Rücken breiter, mal das Pferd länger. "Und jedes Tier bewegt sich auf seine Art", erzählt Fritz Weiß. Daher ist auch kein Sattel wie der andere. Doch heute wird dieses alte Handwerk immer seltener gebraucht: Denn mit dem Auto verlor das Pferd als Arbeits- und Nutztier an Bedeutung - und mit ihm der Sattler.


Was Franziska Holzschuh am dritten Tag erlebt hat, können Sie im Live-Blog nachlesen. 


Dabei ist das Sattlerhandwerk eines der ältesten auf der Welt. Denn solange es Reiter und Tragetiere gab, musste man ihnen ein Geschirr anlegen. Bei Familie Weiß in Engelthal wird das Handwerk trotzdem heute noch hoch gehalten, immerhin führt Fritz Weiß den Betrieb bereits in vierter Generation, sein Vater war immerhin über 70 Jahre als Sattler tätig - das prägt. Im Geschäft zeugen von der langen Tradition des Betriebs viele alte Werkzeuge an den Wänden, sie wurden von Generation zu Generation weitergegeben - so wie handwerkliches Wissen. Das fängt bei der Auswahl des richtigen Leders an: Für die strapazierten Teile des Sattels nimmt Weiß ein Stück aus dem Rücken des Rindes.

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Treue Kundschaft

Hartes Leder, auf den ersten Blick nicht als solches zu erkennen - bis man daran riecht und den typischen Geruch in die Nase bekommt. Doch was fast aussieht wie Gummi ist besonders robust. Weiches Material kommt dann eher an die Unterseite des Sattels, dort wo gepolstert wird. Aber auch die Technik zu nähen - Löcher mit einer Ahle in das Leder zu stechen, mit einer anderen dann den Faden durchziehen - muss gelernt sein. Ein fertiges Produkt besteht aus diversen Einzelteilen, alles ist handgenäht, der Sattler sitzt viele Stunden daran. Entsprechend hoch ist der Preis: 3000 Euro muss man schon rechnen.

Aber viele Reiter sind bereit, diesen Preis auszugeben. Und so blickt Fritz Weiß gelassen in die Zukunft. "Es war schon schlechter", sagt er. "Die Lehrlinge werden wieder mehr." Hauptsächlich seien es Frauen, die reiten und künftig selber Zaumzeug und Sattel für die Tiere machen wollen.

Und auch sein eigenes kleines Unternehmen hat Zukunft: Anni und Maria, Fritz Weiß’ Töchter, sind schon in den Handwerksbetrieb eingestiegen. Die nächste, dann die fünfte, Generation der Sattlerei Weiß in Engelthal ist gesichert.

  

Franziska Holzschuh E-Mail

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