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Den „Startschuss“ gaben wie gewohnt Hermann Schmitt, Sohn des letzten Hersbrucker Stadthirten, Thomas Geiger und Hannes Freitag mit dem lautstarken Knallen ihrer fränkischen Ringelpeitschen. Bürgermeister Robert Ilg freute sich, dass bei „vergleichsweise hervorragendem Wetter“ (im Vorjahr hatte Eisregen für spiegelglatte Straßen gesorgt) wieder viele Besucher zur Eröffnung des ersten großen Festes im Hersbrucker Kalenderjahr gekommen waren. Jung und Alt versprach er bei der 81. Ausgabe des seit 1931 begangenen „Obersten“ ein abwechslungsreiches Programm, bei „dem sie gut unterhalten werden“.
Dazu gehörte natürlich viel Musik - so wechselten sich während der Eröffnung Kiéran-Gwynn Foltz aus Plauen auf seiner mittelalterlichen Drehleier, Alexander Remde aus Coburg mit seinen verschiedenen Dudelsäcken, der „Burgthanner Bauernfünfer“ und „Highway Brass“ mit ihren Blechblasinstrumenten sowie Urbain N Dakon mit traditionellen Melodien aus Afrika munter mit den drei „Einpeitschern“ ab. Aufmerksam beobachtet wurden sie dabei von einem Kamerateam des Bayerischen Rundfunks. Das holte Versäumtes nach, wollte Redakteur Marcus Meyer doch schon im Vorjahr aus dem Hirtenmuseum berichten.
Allerdings machte ihm damals der Eisregen einen Strich durch die Rechnung. Nun ließ er seine Crew den ganzen Tag über Impressionen vom „Obersten“ einsammeln, die heute Nachmittag im dritten Programm zu sehen sein werden („Wir in Bayern“, ab 15.30 Uhr). Das BR-Team wie die vielen Besucher erwartete im Eisenhüttlein, im Museum und im Hof wieder ein bunter Basar. Feilgeboten wurden Hüte, Lammfelle, Zimtwaffeln, Schals, Bienenprodukte, Fruchtaufstriche, Heilsteine, Sirup, Seife, Schmuck, kleine Filztiere, geröstete Maroni, Liköre, Obstbrände, Kräuter, Keramik und vieles andere mehr.
In der „Bock schen Scheune“ wies der wie „Gutenberg“ gewandete Jürgen Seifert interessierte Zuhörer in die Geheimnisse des Papierschöpfens ein, für das er auch eher überraschende Ingredienzen wie Lauch, Rhabarber, Schwertlilie, Klatsch mohn oder Brennnesseln verwendet. Im Erdgeschoss brachte „Highway Brass“ nicht nur junge Besucher zum Swingen, draußen im Hof entlockte Kiéran seiner Leier höchst ungewöhnliche Töne. Auch in der Holzmannstube schließlich bekamen die Besucher etwas „auf die Ohren“ - vom „Duo Leipold“ mit Fränkischem, Alpenländischem und Eigenkompositionen auf Akkordeon und Gitarre oder von den „Stubenhocker(n)“ mit Klarinette, Diatonischer und Gitarre. Barbara Hörmann, Leiterin des Deutschen Hirtenmuseums, und ihre vielen Helfer sorgten gewohnt emsig für das leibliche Wohl der Gäste - ob mit herzhaft-deftigen Schupfnudeln mit Sauerkraut oder eher süßen Hefenudeln mit Vanillesoße.

