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Höchstadter Martin Grau holt Gold bei der Universiade

Der schnellste Student der Welt im Hindernislauf - 11.07.2015 12:39 Uhr

 

Ein Küsschen Richtung Tribüne: So viel Zeit hatte Martin Grau beim Zieleinlauf.

Ein Küsschen Richtung Tribüne: So viel Zeit hatte Martin Grau beim Zieleinlauf. © privat


Im Regen von Gwangju (Südkorea) holte er sich die Goldmedaille über 3000 Meter Hindernis bei der Sommeruniversiade, den Olympischen Spielen für Studenten, mit über 20.000 Teilnehmern eine der größten Sportveranstaltungen der Welt.

Schon beim Start der 18 Läufer wirkte der 23-Jährige aus dem Dorf Biengarten sehr fokussiert, sortierte sich zunächst im vorderen Mittelfeld ein und arbeitete sich Runde für Runde weiter nach vorne. Schon nach 1000 Metern reihte er sich auf dem dritten Platz ein, immer in Schlagdistanz zurSpitze, wo der Kenianer Edwin Kibichi unbeirrt das Tempo machte.

Der Afrikaner lag nach 1000 (2:50:91 Minuten) und 2000 Metern (5:49,36) jeweils vorne, der Russe Juri Klopchow, der Este Kaur Kivistik und Grau folgten in kurzem Abstand. Nach 2000 Metern sah es kurz so aus, als ob der Höchstadter, der an der Hochschule Ansbach Internationales Management studiert, den Anschluss verlieren würde.

Doch es waren nur ein paar Schrecksekunden für die Fans in der Heimat, die das Rennen im Livestream verfolgten. Denn Grau biss sich wieder heran an die Spitzengruppe, und als der  Kenianer müde wurde, war es der Franke, der die Phalanx der Europäer auf die Überholspur brachte.

Vor der Glocke zur letzten Runde hatte er schon etwa fünf Meter Vorsprung auf Kivistik, der Rest schien bereits geschlagen. Der Este gab jedoch nicht auf - und Martin Grau sah sich mehrmals um, was man eigentlich nicht machen soll. Aber er nahm den letzten Wassergraben und das letzte Hindernis technisch sauber und ließ den Mann aus dem Baltikum nicht näher kommen. in 8:31

Auf der Zielgeraden hatte er sogar Zeit, Küsshände Richtung Tribüne zu werfen. Heimtrainer Markus Mönius, am Tablet bei der Bayerischen Meisterschaft in Marktschwaben live dabei, wusste auch nicht, wem die galten:   "Den deutschen Teammädels vermutlich!"

Ganz nebenbei knackte er trotz 30 Grad Wärme und Regen seine Jahresbestzeit deutlich, siegte in 8:31,55 Minutenvor Kivistik (8:32,23) und Klopchow (8:33,09). Der wackere Kenianer wurde nur Fünfter hinter dem Marokkaner Youssef Jaadi.

Es war nicht nur größte internationale Erfolg für Martin Grau, der 2011 Bronze bei der Junioren-Europameisterschaft gewonnen hatte, sondern auch die erste Goldmedaille der deutschen Leichtathleten  bei der Universiade in Gwangju. 

Holger Peter

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