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Thomas Späth, Geschäftsführer der Waldbauernvereinigung, ist sich sicher: „Der Holzmarkt läuft so gut wie seit 30 Jahren nicht mehr.“ Die Waldbauernvereinigung kümmert sich um die Vermarktung des Holzes aus Privatwaldbeständen im ganzen Landkreis Erlangen- Höchstadt.
Zum Beispiel aus der „Waldcorporation Herzogenaurach“, deren Gebiet den Birkenbühl mit rund 240 Hektar, den Dohnwald mit 190 Hektar und den Burkwald mit 89 Hektar Fläche umfasst. Helmut Müller, Chef der Waldcorporation, betont, dass die Holzernte „mit Fingerspitzengefühl“ zu erfolgen habe und es wenig bringe, nur im Hinblick auf den hohen Holzpreis die Produktion zu erhöhen. In der Waldcorporation Herzogenaurach sind 187 eindrittel Anteile vereinigt, die kein persönliches Recht verkörpern. Dieses ruht auf alten Herzogenauracher Häusern und ist auch nicht übertragbar — alle Waldbesitzer haben in der Corporation nur eine Stimme. „Das haben unsere Vorfahren schon klug geregelt“, sagt Helmut Müller.
Wichtig ist die Aufteilung zwischen Brennholz und Nutzholz. Die beste und zweitbeste Sortierung werden über die Waldbauernvereinigung verkauft und gehen unter anderem an Sägewerke in der Oberpfalz und in Thüringen, die das Holz weiter verarbeiten.
Der ofenfertige Ster Brennholz (entsprechend zwei Dritteln eines Festmeters), ofenfertig geliefert, kostet 65 Euro für Kiefernholz, etwas mehr für Birkenholz und 85 Euro für Eichenoder Buchenholz, die bekanntlich einen besseren Brennwert aufweisen.
Zum Vergleich: Der Festmeter „Wertholz“ kostet bei Kiefer 60 bis 78 Euro je nach Baumstärke, für Fichtenholz werden 70 bis 100 Euro fällig. Billiger ist das Palettensortiment, die Palette bringt im Durchschnitt 63 Euro. „Vor sechs Jahren waren es gerade einmal 30 Euro“, beschreibt Thomas Späth die rasante Preisentwicklung auf dem Holzsektor.
„Wir könnten locker das Dreifache verkaufen“, bestätigt Helmut Müller — und hat auch Gründe für den Erfolg des organischen Bau- und Brennstoffs parat: „Sowohl Gas wie auch Erdöl werden immer teurer — da ist Holz ein gutes Mittel, um der Preistreiberei entgegen zu wirken“, meint Müller, der einen Kachel- oder Specksteinofen in der „guten Stube“ als „eindeutige Verbesserung des Wohnkomforts und der Lebensqualität“ ansieht.
Obwohl also der Profit steigerungsfähig wäre und auch die allmählich überalterten Bestände der Waldcorporation einen forcierten Einschlag nahelegen würden, mahnt Müller zur Mäßigung: Zu massives Ausdünnen der Bestände zeitige negative Nebeneffekte. So mache man ungewollt Platz für unerwünschte Pflanzen wie Seegras und anderes Unkraut, etwa amerikanisches Springkraut oder die spätblühende Traubenkirsche.
So erntet die Waldcorporation im Dohnwald per „Harvester“ in diesem Herbst moderate 2200 Festmeter, im sensibler zu handhabenden Birkenbühl sogar nur 600 Festmeter. „Das ist auch und gerade in Anbetracht der älteren Bestände an der Untergrenze“, führt Helmut Müller aus.
Um die Auswirkungen des Ausdünnens relativ gering zu halten, arbeitet man unter anderem mit „Großpflanzungen“ — es werden Bäume eingesetzt, die schon zwischen 1,20 Meter und 1,50 Meter groß sind, um „aus dem Äser heraus“ zu sein, also Rehverbiss zu vermeiden.
Eines der Zauberworte in der Waldbewirtschaftung heißt „Naturverjüngung“ — durch angeflogene oder aufgeschlagene Saat beziehungsweise die Saat umstehender Bäume oder vegetative Vermehrung entsteht Nachwuchs- Waldbestand. Diesen gilt es allerdings vorzubereiten: Mit einer Fräse „wie ein Haifischmaul“ (Müller) wird der Boden bereitet und selbst Baumstümpfe „förmlich pulverisiert“. „Dann kommt die Kiefer“, meint Müller und weist darauf hin, dass der Baum viel Licht braucht und dass Brombeeren die jungen Pflanzen förmlich ersticken können.
Heike Grumann vom Amt für ländliche Entwicklung und Forsten empfiehlt Waldbesitzern, sich in Sachen Holzernte mit dem zuständigen Revierleiter abzusprechen, weil das Forstamt „am meisten Ahnung hat, wo der Einschlag sinnvoll ist“, so Grumann. Im Übrigen plant die Forstexpertin für November eine besondere Walderlebnis-Aktion, zu der alle Generationen eingeladen sind.
