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Im Schnellkurs zur Zweitligareife

Trainer Christian Braun muss seine Shorthorns weiter verjüngen - 25.08. 18:00 Uhr

HERZOGENAURACH  - "Das Potenzial haben die meisten, doch es könnte sein, dass der Sprung in die Zweite Liga für viele ein bisschen zu schnell gehen soll." Gut einen Monat vor dem Saisonstart steht Christian Braun - wieder einmal - vor der Aufgabe, möglichst viele Talente an das Niveau der TSH-Basketballdamen heranzuführen.


Im Fokus: Ilona Brox (links) soll möglichst schon im ersten Jahr bei den Shorthorns den Durchbruch in der Zweiten Liga schaffen.
Im Fokus: Ilona Brox (links) soll möglichst schon im ersten Jahr bei den Shorthorns den Durchbruch in der Zweiten Liga schaffen.
Foto: Markus Kohler

"Fertige Spielerinnen" verpflichten, das können sich einige der Konkurrenten leisten, die Shorthorns hingegen verzichten notgedrungen auf den Einsatz von Finanzmitteln für ihre Mannschaft. Dass man aus dieser Not eine Tugend machen kann, hat die TSH schon sechs Jahre bewiesen, und auch heuer soll kein "verflixtes siebtes Jahr" folgen.

Allerdings wirkt die Aufgabe diesmal besonders schwierig. Wieder gibt es einige schmerzliche Abgän-ge zu verzeichnen, weitere Leistungsträgerinnen müssen Abstriche in Sachen Basketball machen, weil Beruf und Familie vorgehen, und leider leert sich auch das umfangreiche Lazarett der Shorthorns nicht. Kurzfristig zumindest wird keine der Langzeitverletzten ihrer Mannschaft helfen können. Für Petra Oberpaul, immerhin dreifache Deutsche Meisterin mit Wasserburg, ist die Karriere wohl beendet. Das kaputte Knie und der Beruf erlauben keine Comebackpläne mehr.

Ebenfalls nach Kreuzbandrissen sind Susanne Morawski, Renate Bogner und Karina Stühler noch weit entfernt von sportlichen Höhenflügen, zudem stehen bei den beiden Erstgenannten eventuell studienbedingte Umzüge bevor. Spielmacher-Talent Jana Ulbig kann sich inzwischen - nach zwei Jahren Wettkampfpause - abseits des Sports wieder schmerzfrei bewegen, ist aber noch nicht im Training. Und auch Rückkehrerin Sonja Hildel plagt sich mit Rückenbeschwerden. Trotz all dieser Ausfälle wird fleißig trainiert, und Trainer Braun ist sehr zufrieden damit, wie sehr sich die Neuzugänge engagieren: "Das macht Spaß, mit diesen Mädchen zu arbeiten."

Zehn neue Namen

Zehn Namen tauchen auf, die im Vorjahr nicht für die TSH am Ball waren, aber der Großteil von ihnen soll sich eigentlich in der Zweiten Mannschaft in der Regionalliga an Höhenluft gewöhnen. Bekanntlich hat der bisherige Kooperationspartner TV Vach das Handtuch geworfen, so dass nun alle Fäden in Herzogenaurach zusammenlaufen.

In Vach eine Leistungsträgerin, dürfte Ilona Brox heuer auch bei den Shorthorns eine gute Rolle spielen, die zweite Neue, die definitiv zum Zweitligakader zählen wird, ist Ex-Kapitän Ricci Eiser, die nach ihrer Babypause schon in der vergangenen Saison in Vach ein Comeback gestartet hat. Die restlichen Zugänge sind allesamt junge Spielerinnen, die eher zum Regionalligakader zählen, wobei Braun betont, dass die Türen zur "Ersten" dank der U24-Regelung stets offen sind.

Kapitänin zurück an Bord: 2004 führte Ricci Eiser die TSH-Damen zum Aufstieg.
Kapitänin zurück an Bord: 2004 führte Ricci Eiser die TSH-Damen zum Aufstieg.
Foto: mk

Das gilt für alle folgenden Akteurinnen: Shakila Joyner, Serda Gökkaya (beide vom TV Fürth 1860), Grit Hagmann (zuletzt Siegen, in der Jugend bereits bei der TSH, jetzt als Studentin in Erlangen), Laura Angerstein (Bamberg), Christina Bötsch (Würzburg/beide aus Studiengründen nach Erlangen gezogen), Daniela Schorner (TTV Neustadt), Elisabeth Seibold und Regine Brox, die jüngere Schwester von Ilona (beide Noris Baskets). Bei den Noris Baskets bedankt sich Braun besonders: "Obwohl sie selbst in die Oberliga aufgestiegen sind, geben sie uns ihre drei Leistungsträgerinnen ab."

Neben Annika Lohneiß (Auslandssemester) wird ab Herbst vom Stammpersonal der vergangenen Saison mit größter Wahrscheinlichkeit auch Anne Pfister fehlen, die einen Studienplatz in Berlin erhalten hat. Braun: "Wenn die Berliner nicht blöd sind, dürfte sie schnell einen neuen Verein finden." Die 24-Jährige aus Dondörflein zählte 2009/10 zu den Top-Rebounderinnen der Zweiten Liga und mit 270 Punkten auch drittbeste Werferin der TSH, hinter ihrer Schwester Margret (309) und Kerstin Wägner (318).

Erfolgstrio gesprengt

Dieses Erfolgstrio wird nun gesprengt, doch auch die beiden verbliebenen Asse spielen heuer unter erschwerten Bedingungen: Margret Pfister beginnt ein Studium in Würzburg, Kerstin Wägner startet "nebenbei" mit dem Hausbau. Umso mehr müssen Akteurinnen, die zuletzt eher im zweiten Glied standen, einen Leistungssprung machen.

Braun denkt da vor allem an Barbara Hartz oder Theresa Heinz, die mit ihren 19 bzw. 18 Jahren schon viel Verantwortung übernehmen müssen. Hohe Anforderungen an die Talente also, aber bei der TSH wird das in die Tat umgesetzt, worüber im Verband oft theoretisch schwadroniert wird: Reichlich Einsatzzeit für junge deutsche Spielerinnen. Ob das für ein achtes Jahr Zweite Liga bei der Turnerschaft reicht, wird sich im Frühjahr zeigen. 





Zum Thema
TSH
Gründungsdatum:
1861



Kurzbeschreibung:
Alles über die Shorthorns und Longhorns der Turnerschaft Herzogenaurach