Für die Stadt Herzogenaurach kommentierte dies 2. Bürgermeisterin Renate Schroff mit Erleichterung, wenn auch nicht überrascht, da dies durch Mitteilungen von Firmenseite und "die Stimmungslage bei den Arbeitnehmern" schon bekannt gewesen sein. Der Umsatz der Schaeffler Gruppe stieg im ersten Halbjahr plus 31 Prozent auf rund 4,6 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis erreichte 739 Millionen Euro. Die Netto-Verschuldung konnte auf rund 5,9 Mrd. Euro reduziert werden, was einem Rückgang zum Jahresende von mehr als 200 Mio. Euro entspricht, lauten die Zahlen von Unternehmensseite.
Das Unternehmen profitiert insbesondere von der erstarkten Nachfrage aus dem Automobil- und Industriesektor. Die Schaeffler Gruppe arbeitet schon wieder in fast allen Werken weltweit nahe an der Kapazitätsgrenze. Auch Personal wird bereits wieder eingestellt. Der Vorsitzende der Geschäftsleitung Jürgen Geißinger dazu: "Die Schaeffler Gruppe hat im ersten Halbjahr ein hervorragendes operatives Ergebnis erwirtschaftet. Wir sind gut in das zweite Halbjahr gestartet und optimistisch, dass wir unsere selbstgesteckten Ziele übertreffen werden."
Wie die Firmenleitung mit Geißinger (CEO) und Finanzchef Klaus Rosenfeld (CFO) ferner ausführte - Gesellschafterin Maria-Elisabeth Schaeffler war nicht anwesend - , zeigten die bereits 2009 gestarteten Kostensenkungs- und Optimierungsprogramme Wirkung. Rosenfeld: "Wir werden in den nächsten Jahren unsere Netto-Verschuldung weiter reduzieren. Das Thema Schuldenabbau hat für uns hohe Priorität." Ihre Umsätze steigern konnten sowohl die Unternehmens-Sparten Automotive und Industrie.
In der Sparte Automotive legte das operative Ergebnis im ersten Halbjahr auf 517 Millionen Euro (Vorjahr: - 1 Million Euro) zu, während das operative Ergebnis der Sparte Industrie sich auf 222 Millionen Euro (vorher: 109 Millionen Euro) mehr als verdoppelte. Für das Gesamtjahr 2010 erwartet die Schaeffler Gruppe einen Umsatz von über acht Milliarden Euro und im operativen Ergebnis über zehn Prozent. Das Konzernergebnis im ersten Halbjahr betrug minus 260 Millionen Euro. "Darin enthalten ist ein einmaliger Verwässerungsverlust von 396 Millionen Euro im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung bei der Continental AG im Januar, an der die Schaeffler Gruppe nicht teilgenommen hat.
Ohne diesen Einmaleffekt beträgt der Konzerngewinn im ersten Halbjahr 136 Millionen Euro (- 625 Mio. Euro). Im 2. Quartal wurde ein positives Konzernergebnis von 97 Millionen Euro erzielt", erklärt das Unternehmen. Die 2. Bürgermeisterin der Stadt Herzogenaurach äußerte sich insbesondere auch "für die 8000 Schaeffler-Mitarbeiter froh, dass Kurzarbeit und Krise überwunden sind. Das hat uns auch belastet".
Für die Haushaltsgespräche um den Stadtetat 2011, die im Herbst beginnen, bedeutet dies aber dennoch weiterhin "Vorsicht und Augenmaß walten zu lassen". Denn die Gemeindefinanzreform und die stets um zwei Jahre verzögerte Kreisumlage bergen unbekannte Faktoren. Gleichwohl sei die Stadt zurzeit "faktisch schuldenfrei. Die Steuereinnahmen insgesamt erreichen bis Jahresende 45,4 Millionen Euro bei geplanten 36 Millionen und unsere Rücklagen betragen 40 Millionen Euro".
