Montag, 24.09.2018

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Bio-Hähnchen kommen bald aus Kleinnottersdorf

Ein Landwirt plant dort einen Stall mit 9600 Tieren - 13.08.2017 10:53 Uhr

Eine ähnliche Anlage wie auf diesem Symbolbild soll in Kleinnottersdorf entstehen. Ein Landwirt möchte dort 9.600 Bio-Hähnchen mästen. © Foto: Philipp Schulze/dpa


Man soll nicht über ungelegte Eier gackern? Vielleicht erfuhr die Öffentlichkeit deshalb erst jetzt in der Gredinger Stadtratssitzung davon, dass zwischen Kleinnottersdorf und Österberg ein Maststall für 9600 Hähnchen entstehen soll - eine Tatsache, über die sich einige Stadträte vom Bauherrn eine frühere Information der Anwohner gewünscht hätten.

Die Tiere sollen in zwei Herden mit je 4800 Tieren gehalten werden. Diese sind baulich voneinander getrennt. Auch ein rund 60 Quadratmeter großer Wintergarten und ein Grünauslauf sind geplant. Das Gebäude soll rund 70 mal 20 Meter messen, auf dem Dach eine Photovoltaik-Anlage installiert werden.

Dennoch machte sich Oswald Brigl (CSU), der in Vertretung des urlaubenden Bürgermeisters Manfred Preischl die Sitzung leitete, für das Vorhaben stark und versuchte, die Bedenken der Bürger zu entkräften.

"Wirtschaftlicher Standard"

"Als Anwohner erschrickt man zunächst bei der großen Tierzahl, aber in der Landwirtschaft ist es inzwischen üblich, in solchen Dimensionen zu planen. Wenn man das mit einer Rindermast vergleicht, entspräche das rund 40 bis 50 Tieren. Das ist wirtschaftlicher Standard und wir leben immerhin in einer landwirtschaftlich strukturierten Gegend", sagte Brigl. In anderen Mastanlagen lebten bis zu 50 000 Tiere. Die Fläche sei hier sogar üppiger bemessen, als in vergleichbaren Anlagen, weil der Landwirt seine Hähnchen in Bio-Qualität mästen möchte. Rund 50 Prozent des Futters sollen deshalb auch selbst erzeugt werden.

Zur Erschließung der Anlage muss eine Trinkwasserleitung von Kleinnottersdorf aus verlegt werden. Dies bereitete dem Stadtbaumeister Johann Schmauser im Vorfeld einiges Kopfzerbrechen, da in Kleinnottersdorf erst vor einem Jahr die Straße aufwendig saniert worden war. Diese für die Leitung wieder aufzureißen, sollte vermieden werden. Nun soll sie direkt neben der Straße von Kleinnottersdorf nach Österberg verlegt werden, ohne den neuen Asphalt anzutasten.

Bedenken bereitete den Anwohnern auch, dass Lastwagen mit Futter und zur Abfuhr der Hähnchen ständig durch den Ort fahren müssten. Zur Bestallung seien aber nur rund zehn Fahrten nötig, um die Küken anzuliefern, wenn die ausgewachsenen Hähnchen nach rund 60 Tagen wieder abgeholt werden, noch einmal rund zehn Fahrten. Einmal im Monat wird Futter geliefert, rund vier bis fünfmal im Jahr wird neu bestallt. Die Zufahrt erfolgt direkt von der Kreisstraße aus.

Maria Deinhard (Freie Wähler), Ortssprecherin von Österberg, berichtete, dass die Österberger und Kleinnottersdorfer von einem Stall dieser Größe verunsichert seien. Sie hätten Angst vor einer Wertminderung ihrer Immobilien und Grundstücke durch eine Geruchsbelästigung. Ein Alternativ-Standort, berichtet sie, sei dem Bauherrn wegen der dort höheren Erschließungskosten nicht möglich.

Trockenmist stinkt weniger

Positiv stimmte sie allerdings, dass es sich bei dem Mist um Trockenmist handelt, die Geruchsbelästigung also in Grenzen bleiben wird, und dass dieser direkt vor Ort gelagert wird, so dass keine zusätzlichen Fahrten nötig seien. Der Mist soll mit dem Abwasser ausgebracht werden.

Thomas Schmidt (CSU), Stadtrat und Kreisobmann des Bauernverbandes, konstatierte, die Nachfrage nach mehr Bio im Geflügelbereich sei allemal da, zumal aus deutscher Erzeugung. Derzeit werde noch viel importiert, neue Ställe seien nötig.

Der Stadtrat erteilte dem Bauvorhaben daher das gemeindliche Einvernehmen, Genehmigungsbehörde ist aber das Landratsamt. 

VIOLA BERNLOCHER

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