Samstag, 16.12. - 08:06 Uhr

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"Hip Live" lockte trotz kalter Temperaturen viele Musikfreunde

Egal ob Jazz, Blaskapelle oder Metal: Hip bot ein vielfältiges Angebot - 17.09.2017 12:36 Uhr

Die Band "Sajojo" spielte am Samstag auf dem Marktplatz. © Tobias Tschapka


Zu kalt für ein Musikfestival? Nicht für die Hilpoltsteiner. Trotz wenig spätsommerlichen Temperaturen von um die neun Grad strömten sie zahlreich in ihre Innenstadt, um bei der jüngsten Auflage von "Hip Live" auf sechs Bühnen nicht weniger als elf Bands zu erleben. Wäre ja auch ein Jammer gewesen, wenn das Festival wie letztes Jahr ausgefallen wäre – der Dauerregen machten den Bands einen Strich durch die Rechnung, aber im kleinen Kreis wurde damals trotzdem gespielt.

Diesmal gab es keinen Regen. Im Gegenteil, hin und wieder rissen die dunklen Wolken über Hilpoltstein auf und gaben den Blick frei auf funkelnde Sterne. Stars am Himmel und am Boden in dieser Nacht. Und diese irdischen Stars ließen es ordentlich krachen – mal lauter, und mal leiser. Wer es jazzig mag, der war am Döderleinsturm gut aufgehoben, in dessen nächtlichen Schatten die Band "Jazz me up" beschwingte und entspannende Improvisationsmusik zum Besten gab. Dort dauerte es gar nicht lange, da wurde auch schon vom einen oder anderen das Tanzbein geschwungen. Im Turm selber gab es eine Versorgungsstation für hungrige Nachtschwärmer, in der die Lohbachlerchen Wein, Federweißer und Zwiebelkuchen ausgaben.

Für´s leibliche Wohl wurde natürlich auch im Innenhof des "Schwarzen Ross" gesorgt – und für das musikalische Wohlbefinden. "Die Fexer", nach eigenen Angaben die wahrscheinlich kleinste Blaskapelle der Welt, wechselte sich dort ab mit der achtköpfigen "Hip da Banda"-Formation. Die beiden Gruppen hatten im vergangenen Jahr auch schon mal im Jahrsdorfer Pfarrheim bewiesen, wie gut sie harmonieren. Zünftige Musik also im schwarzen Ross, in dessen Biergarten nicht nur alle Plätze besetzt waren, sondern sich auch das Stehpublikum auf die Füße trat, so voll wurde es dort.

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Buntes Musikprogramm bei Hilpoltsteins "Hip Live"

Trotz kalter Temperaturen um die neun Grad ließ sich Hilpoltstein sein "Hip Live" nicht nehmen. Etliche Besucher strömten am Samstag zum Festival, um elf verschiedenen Bands, die sich rund um die Altstadt verteilt hatten, zu lauschen.


Auf dem Marktplatz verlief sich das aufgrund der großen Fläche ein bisschen. Deshalb trat man sich direkt vor der Bühne, auf der die Gredinger Formation "Sajojo" Rock-Klassiker a la "Lokomotive Breath" und auch eigene Stücke zum Besten gaben, zwar gerade tot, sondern die Besucher standen vielmehr rings herum, um der Musik zu lauschen. Nicht weit entfernt, im kleinen Biergarten des Café Grimms, musste man auf einen Sitzplatz lange warten. Das machte aber nichts, denn da das Konzept der Veranstalter vorsah, dass die Besucher von einer Spielstätte zur nächsten ziehen sollten, wurden keine extra Sitzgelegenheiten aufgestellt. Im Stehen oder im Sitzen konnte man im Café Grimm abwechselnd der Musik des Elena Jank Duos, das inzwischen schon weit über die Burgstadt hinaus Erfolge feiert, und der der Band "BlackByrd" aus Thalmässing lauschen.

"I'm leaving on a jetplane" ertönte es unter anderem aus dem Residenzhof, wo das Duo "November" Stellung bezogen hatte. Stücke dieser Art aus den 60ern und 70er Jahren sind symptomatisch für das Duo, zu dem auch Festival-Mitorganisator Harry Rödig gehört. Bei ihrer handgemachten Akustikmusik überwogen ruhigen Balladen, die wohl jeder kennt und die man immer wieder gerne hört.

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Weniger ruhig ging es hingegen auf dem Burganger zu, wo sich insgesamt vier Formationen – drei aus Hilpoltstein und eine aus Allersberg - die dort aufgestellte Bühne teilten. Keine Balladen ließen diese erklingen, sondern hard & heavy ging es dort zur Sache. Kein Wunder, dass sich dort vor allem junges Publikum tummelte. Den Anfang machte die noch junge Band "Battery High", gefolgt von "Knockout Concept", und "At the Jerryhouse" aus Allersberg.

Den Headliner gaben schließlich "Devil´s Ambulance" mit Trash Metal alter Schule. Als Sanitäter des Teufels trugen sie ganz stilgerecht weiße Ärztekittel, die aber nicht wirklich etwas gegen die Temperaturen halfen. "Hilpoltstein, saukalt ist es hier, aber cool, dass so viele gekommen sind", rief einer der Heavy-Sanitäter ins Publikum, und einer der Besucher schrie zurück: "Schneller, lauter, härter, dann wird´s wärmer!". Das ließen sich die Musiker nicht zweimal sagen und gaben bis zum Schluss von "Hip Live" noch einmal richtig Vollgas. An den anderen Spielstätten halfen hingegen heiße Getränke, dicke Jacken und warme Decken gegen die kalte Herbstnacht, oder eben herzerwärmende Balladen, die zumindest auf dem Burganger vergeblich gesucht wurden.  

tts

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