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Schäfer wollen mit Mahnfeuer vor Gefahr durch Wolf warnen

Tierhalter sehen vor allem Gefahr für kleinbäuerliche Betriebe - 18.09.2017 11:03 Uhr

Mit einem Mahnfeuer wollen Schäfer darauf aufmerksam machen, dass der Wolf vor allem Kleinbauern schade. Sie wollen, dass er wieder bejagt werden darf. © Foto: Jürgen Leykamm


Noch bevor die Flammen in den Nachthimmel züngelten, machte der Tierhalter klar: "Wir fühlen uns allein gelassen – vor allem von der Politik". Obwohl genau das auf dem Spiel stehe, was sonst hoch im Kurs stehe: Weidehaltung und Landschaftspflege, kleinbäuerliche Strukturen und Biodiversität, auch das Wohl von Menschen sei gefährdet, wenn sich der Wolf hier ungehindert ausbreite.

Es sei "traurig, dass wir überhaupt eine Mahnwache halten müssen", erklärte Joseph Grasegger, Vorsitzender des Landesverbands Bayerischer Schafhalter. Es sei eine Schande, wie fahrlässig man die Weidehaltung aufs Spiel setze. "Zäune bauen und Hunde kaufen" sei allenfalls "eine vorübergehende Lösung". Langfristig seien auch Schafherden gefährdet. Geschähe nichts, sei das Ende der kleinen Schäferbetriebe programmiert und der Massentierhaltung Tür und Tor geöffnet. "Wer den Wolf sät, wird Agrarindustrie ernten."

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Hermann Brickel teilte als Vorsitzender des Schäfervereins Burgsalach die Bedenken. Wenn im Angesicht eines Wolfsrudels Schafe in Panik ausbrächen, "dann hilft kein Zaun mehr!" Häuften sich die Schadensfälle, sei Versichern nicht mehr möglich oder unbezahlbar. Mit der Forderung, "den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen", sprach er vielen aus der Seele. Die Population dürfe nicht unkontrolliert bleiben, sonst werde Isegrim eines Tages "zum Küchenfenster reinschauen".

Schutzstufe Ländersache

Jürgen Weißmann, Bezirksvorsitzender des Jagdverbands, verwies darauf, dass die Forderung auch umsetzbar sei. In der EU sei der Wolf zwar geschützt, doch die Schutzstufe sei Ländersache.

Handlungsbedarf sah auch Martin Biegerl, Oberpfälzer Bezirksvorsitzender der Wildhalter. Statistiken sprächen von 5000 Wölfen in den nächsten Jahren. Die Raubtiere verlören die Scheu vor den Menschen. Merke das Raubtier, dass ihm keine Gefahr drohe, werde er zur Gefahr für den Zweibeiner. Laufe ein Kind instinktiv vor dem Tier weg, aktiviere das den Beutetrieb.

Wolf "nicht als Kuscheltier betrachten"

Man müsse sich vor Augen führen, dass vom Wolf "eine Gefahr für den Menschen ausgehen kann, aber nicht muss", so die stellvertretende Landrätin Edeltraud Stadler. "Man darf ihn nicht als Kuscheltier betrachten." Gefahrenpotenzial sah Hilpoltsteins 3. Bürgermeister Josef Lerzer entlang der Straßen. Hier könnten Mensch und Tier Schaden nehmen.

Klare Position bezog Hermann Kratzer, der als Stadtrat für Greding sprach: "Wehret den Anfängen!"

Die Flamme des Protests lodert weiter: Zum Mahnfeuer lud für den BBV Manfred Dorner nach München. 

ley

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