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„Das ist ein Vier-Punkte-Spiel“, sagte TSH-Coach Udo Hermannstädter vor der Begegnung. Und ausgerechnet das bot sein Team die wohl schwächste Leistung seit dem Aufstieg ins bayerische Oberhaus. Dabei präsentierte sich Neuaubing zumindest im Angriff als harmlosester Gegner, der sich bislang in Herzogenaurach vorgestellt hat.
Die Oberbayerinnen konnten lediglich über ihre linke Außenangreiferin (acht Tore) gehobene Angriffsqualität nachweisen, ansonsten waren die Offensivbemühungen eher Zufallsprodukte oder erfolgreich abgeschlossene Gegenstöße. In der Abwehr hingegen kämpfte Neuaubing nicht nur 60 Minuten aufopferungsvoll um jeden Zentimeter, sondern zeigte auch jene Aggressivität, die für Teams aus dem Tabellenkeller selbstverständlich sein sollte.
Wo die TSH-Frauen immer wieder bei neun Metern so „festgemacht“ wurden, dass ein finaler Pass unmöglich wurde, konnten die Gäste umgekehrt regelmäßig Zuspiele zum Kreis oder über Außen durchbringen – ungestört.
Dieser kollektive Blackout bei der TSH ist auch nicht mit dem Fehlen von fünf Leistungsträgerinnen zu erklären, denn mit Prochaska, Bestle, List, Leschke und Berner, dazu die Torfrauen Urban und Ebersberger, standen weitere sieben Akteure auf dem Feld, die jeder für sich zuvor schon gar manchen Sieg maßgeblich mitgestaltet hatten. Gerade Andrea Berner und Martina Prochaska, sonst Garanten für eine Flut von entscheidenden Toren, standen völlig neben sich.
Dass zum Beispiel die einst sichere Strafwurfschützin Berner in diesem wichtigen Spiel gleich zwei Mal patzte, ist besonders bitter, zumal auch noch Leschke und Schreck je einen Siebenmeter vergaben. Dennoch war Leschke die einzige Akteurin auf Seiten der Gastgeberinnen, die echte Torgefahr ausstrahlte, zahlenmäßig allenfalls noch unterstützt von List, die mit schönen Gegenstoßtoren auf sich aufmerksam machte.
Es wäre gerade gegen Mitte der zweiten Halbzeit, in der weder Berner noch Bestle Zählbares zustande brachten, wichtig gewesen, Daniela Leschke, die sich ab der 35. Minute vom linken Rückraum aus gerade „warm“ geschossen hatte, kompromisslos in diese für sie günstige Wurfposition zu bringen, Drei Mal klappte es bestens. Warum sie aber von der 52. bis zur 58. Minute plötzlich auf der rechten Rückraumposition um ihre eigentliche Stärke gebracht wurde oder sich selbst brachte, war später nicht zu ergründen.
Um das Maß voll zu machen, wurde Berner 25 Sekunden vor dem Abpfiff auch noch ein reguläres Tor wegen eines angeblichen Stürmerfouls aberkannt, eine derart krasse Fehlentscheidung darf Schiedsrichtern in dieser Liga an sich nicht passieren.
Die TSH musste vom Anpfiff weg einem Rückstand hinterher laufen und lag nach 17 Minuten schon mit 3:8 zurück. Lediglich in der 52. Minute konnte man einmal auf 17:17 egalisieren, doch zu mehr reichte es nicht, da die Harmlosigkeit im Angriff ebenso wie Nachlässigkeiten in der Abwehr auch jetzt nicht abgestellt wurden. Bitter in einem Vier-Punkte-Spiel.
