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Abgesang ohne böses Blut

Nur ein bisschen Melancholie beim letzten Kellerlauf - 06.05.2017 15:03 Uhr

Strahlende Gesichter an der „heiklen“ Stelle: 100 Meter vor Klebheim, von Neuhaus kommend, mussten die Läufer die Staatsstraße queren. Die Feuerwehr sicherte die Passage. © Fotos: Niko Spörlein


Die letzte Trophäe: Dieser Holzbierdeckel hat nun echten Erinnerungswert.


Dabei zeichnete sich im dritten Jahr dieses lockeren Hobbylaufs ab, dass sich immer mehr dafür interessieren, in unterschiedlichen Gruppen durch unsere Landschaft zu laufen oder zu walken, um sich am Ende auf irgendeinem Keller eine Brotzeit und gegebenenfalls auch eine Maß Bier zu gönnen.

Heuer startete man am Rathausplatz in Röttenbach, lief durch den Wald, an Klebheim vorbei Richtung Kairlindach und Biengarten zum Höchstadter Petersbeck-Keller, wo die gut 100 Hobbyläufer in Empfang genommen wurden. Gut 18 Kilometer kamen dabei zusammen, die man laut Gerner nicht immer stramm laufen musste. In Kairlindach und in Biengarten (bei Familie Grau) legte die Läuferfamilie eine kurze Pause ein, hier konnten auch nicht so trainierte Läufer einsteigen.

Sicherheitsauflagen wurden laut Gerner vom Landratsamt auferlegt, die man hätte ursprünglich nicht erfüllen können. Auflagen gab es unter anderem deshalb, weil man in der Nähe von Klebheim die Staatsstraße überqueren musste. Gerner erwähnte es also nochmals, dass beim Kellerlauf nicht gegen die Zeit gelaufen werde, es sei folglich kein Problem, wenn die Läufer beim Überqueren der Staatsstraße kurz innehielten.

Gerner und Schneider, die diesen Lauf deshalb durchführen, "weil Bewegung Lebenselixier ist", schauten sich folglich im Landratsamt bei jener Sachbearbeiterin um, die die gar strengen Auflagen gemacht hatte, ganz den aktuellen Vorschriften und der Straßenverkehrsordnung folgend natürlich. "Da muss man schon sagen", so Gerner im NN- Gespräch, "die Dame hat sich für uns dann richtig ins Zeug gelegt". Die Genehmigung für den Kellerlauf wurde also noch rechtzeitig erteilt.

Gerner sorgte sich hernach um die Absicherung der Strecke und bat die Feuerwehren (Röttenbach, Weisendorf, Kairlindach, Biengarten, Heßdorf und Höchstadt) um Hilfe. Das klappte dann auch ohne jegliche Probleme, was kein Wunder war, denn wegen der verschiedenen Startgruppen lief nicht ein Pulk über die Straße, sondern immer nur ein paar Läufer. Die Heßdorfer Rothelme sicherten bei Klebheim den Übergang und mussten vielleicht vier Mal den Verkehr für zehn Sekunden anhalten. Jeder Autofahrer hatte Verständnis, manche beklatschten die Läufer sogar.

Bretter über den Matsch

Das sollte allerdings nicht die letzte Hürde hinauf zum Petersbeck-Keller gewesen sein, denn zumindest einmal mussten die Aischauen durchquert werden. Trockenen Fußes war das nach den Regenfällen der vergangenen Tagen nicht möglich, weshalb Gerner schon am Freitagvormittag nach Ausweichrouten suchte – und keine fand. Allerdings kam den Organisatoren entgegen, dass einige Bretter in den Höchstadter Festwiesen lagen. Die wurden benutzt, also konnte die ursprüngliche Strecke herhalten. Alles paletti also.

Doch den sicherheitstechnischen Aufwand möchten sich Gerner und Schneider nicht mehr antun, "wir müssen wiederholen, wir machen das ehrenamtlich". Die überbordende Bürokratie in diesem Falle wäre doch ein Fall für den erst kürzlich benannten "obersten Entbürokratisierer" der Bayerischen Staatsregierung, den Burgstaller Landtagsabgeordneten Walter Nussel. 

NIKO SPÖRLEIN

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