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Sonntag, 23.09.2018

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Anruf aus Tschetschenien: Zairas Familie vor dem Nichts

Kinder sind offenbar erkrankt - keine Verwandten vor Ort - 06.09.2018 17:14 Uhr

Da war die Welt noch in Ordnung: Zaira mit ihren drei Kindern Emilia, Muhammed und Jasmina beim Osterfest. © Jennifer Kellner


Die alleinerziehende Zaira war mit ihren teils schulpflichtigen Kindern nach fünf Jahren Aufenthalt in Deutschland abgeschoben worden.  Die Familie lebte in Herzogenaurach, ihre Asylanträge wurden allerdings mehrfach abgelehnt. Flüchtlingsbetreuer schilderten die Familie als gut integriert.

Am Montag holte die Polizei Zaira und ihre drei Kinder ab. Von München aus wurde sie nach Moskau geflogen. Dann brach der Kontakt ab - bis sich Zaira jetzt aus der tschetschenischen Hauptstadt Grosny meldete.

Sie hatte sich offenbar das Handy einer Nachbarin ausgeliehen, meint Flüchtlingsbetreuerin Uschi Schmidt, nachdem sie den morgendlichen Anruf erhalten hatte.

Kinder sind erkrankt

Gesundheitlich seien die Kinder anscheinend angeschlagen, zeigten Symptome wie Fieber und Erbrechen, berichtet sie. Zaira hat keine Verwandten oder Familie in Tschetschenien. Sie ist komplett auf sich gestellt und muss jeglichen Gegenstand erst anschaffen.

Zwölf Personen erklärten sich bereit, im Unterstützerkreis mitzuwirken. Allerdings seien eher 30 Helfer für den geschätzten Finanzbedarf notwendig. Womöglich müssten auch Kita- und Schulgebühren bezahlt werden.

Früh am Morgen rückte die Polizei in der Goethestraße an: Eine junge Mutter mit drei Kindern wurde abgeholt, um sie in ein Flugzeug nach Moskau zu setzen. „Wir vollziehen nur die Anweisungen der Ausländerbehörde“, so Dienststellenleiter Wilhelm Wölfel. © Uschi Schmidt


Die Regierung von Mittelfranken hatte – wie berichtet – auf NN-Anfrage erklärt, es sei "Sache des Heimatlandes (Russische Föderation), sich nötigenfalls um die Familie zu kümmern. Das vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge verfügte Einreise- und Aufenthaltsverbot bemisst sich auf 30 Monate ab dem Tag der Rückführung."

Hier können Helfer spenden

Nach Ablauf dieser Frist und nach Bezahlung der Rückführungskosten könne "bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung ein Visum für die Wiedereinreise beantragt werden, über das dann dort zu entscheiden ist." Zu diesem Szenario sagt Uschi Schmidt: "Es wäre weit weniger Aufwand, wenn sie hiergeblieben wäre. Die Kinder wären zur Schule gegangen, wir hätten der Frau einen Arbeitsplatz besorgt."

Wer helfen will, kann an die Flüchtlingsbetreuung Herzogenaurach spenden, Kennwort "Zaira".

Empfänger: Katholische Kirchenstiftung St. Magdalena, Konto bei Stadt- und Kreissparkasse Erlangen Höchstadt Herzogenaurach, IBAN: DE53 7635 0000 0060 0643 54 

nn

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