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Appell der Bauern: Lebensmittel wertschätzen

Zum Erntedank wendet sich auch Landkreis Erlangen-Höchstadt an die Verbraucher - 05.10.2017 14:57 Uhr

Beim Kreis-Erntedankfest auf dem Geier-Hof in Krausenbechhofen war der Erntewagen reich geschmückt. Es gab Appelle, die Erzeugnisse der Landwirte aus der Region auch wertzuschätzen. © Foto: Karl-Heinz Panzer


Den Landwirten und Obstbauern ging es bei der Feier am Tag der Deutschen Einheit vor allem um eines: "Erntedank heißt auch Wertschätzung unserer Arbeit und unserer Lebensmittel", sagte Evi Derrer. Die Kreisbäuerin aus Oberwinterbach merkte an, dass "das reichhaltige Angebot an Lebensmitteln und deren dauernde Verfügbarkeit von immer mehr Menschen als Selbstverständlichkeit betrachtet wird", es gleichzeitig aber an der Bereitschaft fehle, dies angemessen zu bezahlen. Mit der Aktion "Bayern braucht Bauern" hätten Bäuerinnen und Bauern 60 000 Unterschriften für ein Ende des "rücksichtslosen Preiskampfes in den Supermärkten" gesammelt und sie Horst Seehofer "als Handlungsauftrag an die Politik" überreicht.

Der Landkreis wendet sich mit seiner Teilnahme am "Tag der Regionen" nicht zuletzt auch an die Verbraucher. Man möchte "die Bürgerinnen und Bürger für einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren Lebensgrundlagen sensibilisieren", führte Landrat Alexander Tritthart in seiner Begrüßungsansprache aus. Die diesjährige Ernte sei "durchschnittlich" ausgefallen, resümierte der Landkreischef und zeigte sich dankbar dafür, "dass wir vor Unwettern und Katastrophen verschont geblieben sind". Der späte Frosteinbruch in diesem Jahr jedoch hätte vor allem den Obst- und Weinbauern heftig zugesetzt, rief Evi Derrer in der gastronomisch genutzten Scheune der Familie Geier in Erinnerung.

Mit einem wunderschön dekorierten Wagen voller Feldfrüchte samt der mit Getreideähren geflochtenen Erntekrone aus Adelsdorf gaben die Landfrauen einen Eindruck davon, was auf heimischen Böden wächst und gedeiht. Die frisch und aromatisch riechende Ladung ging übrigens anschließend an die Barmherzigen Brüder in Gremsdorf, die ihrerseits mit einem Verkaufsstand in Krausenbechhofen vertreten waren.

Ein weiteres Zeugnis für die Produktvielfalt in der Region legten die "Erntehoheiten", wie der Landrat sie nannte, ab. Gleich sieben gekrönte Häupter machten den Gästen in der Scheune und dem angedockten Zelt ihre Aufwartung: die Bayerische Merrettichkönigin Maria I., die Fränkische Spargelkönigin Anna Hennike, Kirschkönigin Sandra I. aus dem Landkreis Forchheim, die Höchstadter Bierkönigin Dorothea Ruß, die Röttenbacher Bierkönigin Christin I., die Ipsheimer Weinkönigin Anna Putz und selbstverständlich auch Karpfenkönigin Nina Hock.

Altlandrat Eberhard Irlinger, der das Kreiserntedankfest vor zehn Jahre an gleicher Stelle erstmals abhalten ließ, war ebenfalls gekommen. Sein Nachfolger kann sich daran gut erinnern, denn als Wirtschaftsreferent im Landratsamt hatte sich Tritthart seinerzeit um die Organisation gekümmert.

Begonnen hat die gut besuchte Veranstaltung am Feiertag übrigens bereits am Vormittag mit einer ökonomischen Andacht. Umrahmt wurde sie von gelungenen Gesangseinlagen des Landfrauenchores. Später spielte die Gremsdorfer Blaskapelle auf, sie begleitete auch die Tänze des Fränkischen Volkstanzkreises Steigerwald. Als Ergänzung zu einigen informativen Beiträgen gab es regionale Agrar-erzeugnisse von Selbstvermarktern zu kaufen.  

KARL-HEINZ PANZER

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