Sonntag, 18.11.2018

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Auch die Herzogenauracher Störche ziehen um

Rathaus-Neubau macht Ersatz-Quartier nötig - 09.11.2018 13:56 Uhr

Beim Anflug zum Horst wäre der Storch vom Baukran gefährdet. © Archivfoto: Heinz Czellnik


Dies hat auf Anfrage unserer Zeitung Monika Preinl, die Umweltbeauftragte der Stadt, bestätigt. Obwohl der historische Teil des Rathaus-Komplexes ja nicht verändert wird, sei es für die geschützten Vögel dort zu gefährlich, so Preinl. Im Schlosshof werde nämlich ein Kran aufgestellt, dessen Arm immer wieder über das Schlossdach schwenke und damit die Störche beim An- und beim Abflug aus den Nestern gefährde. Da greift das Artenschutzrecht, denn Störche sind geschützte Vögel. Die Stadt erhielt somit von der höheren Naturschutzbehörde — das ist die Regierung von Mittelfranken — für den Rathaus-Neubau die Auflage, für die zwei Storchennester vier Ausweich-Angebote zu machen.

Außerdem, so Monika Preinl auf Anfrage weiter, müssen auf dem Schlossdach die Nisthilfen und die Horste abgebaut und "Vergrämungsmaßnahmen" ergriffen werden. Störche sind sehr standorttreu und müssen deshalb gehindert werden, sich trotz des Baus auf dem Schloss niederzulassen und sich selbst zu gefährden. Dieser Tage ist deshalb eine Gruppe von Handwerkern und Sachverständigen im Stadtkern unterwegs gewesen, um geeignete Asyl-Dächer für die Störche ausfindig zu machen.

Auserkoren wurde das Carl-Platz-Schulhaus. Auf dessen Dach sollen zwei Nisthilfen im Stil der auf der Beyschlagschen Apotheke angebrachten installiert werden.

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Eine weitere Metallkonstruktion soll auf das Dach des Spitalgebäudes, heute Stadtmuseum am Kirchenplatz, geschraubt werden, die vierte schließlich auf die ehemalige Schwesternvilla an der Flughafenstraße, heute Kita "Herzolino". Es handele sich definitiv um Zwischenlösungen. Genau wie die Stadtverwaltung sollen die Störche nach dem Rathausbau wieder in den Schlosstrakt ziehen.

Wie Preinl sagte, muss der Storchen-Wohnungsbau schnell gehen: Dieses Jahr sind die Herzogenauracher Störche ja bereits Mitte Januar vermutlich nicht aus Afrika, sondern aus Südspanien zurückgekehrt, wo immer mehr Störche die immer wärmeren europäischen Winter verbringen und sich den Weiterflug sparen. Damit muss man auch 2019 rechnen. 

rg

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