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Das Karpfenland Aischgrund als „Weltkulturerbe“? Auch die Lokale Aktionsgruppe (LAG) hatte das bereits vorgeschlagen (wir berichteten). Allerdings wolle man sich zuvor mit den möglichen Verpflichtungen auseinandersetzen, die ein solcher Titel mit sich bringen könnte, schränkte Gerald Brehm ein.Vielleicht dachte der Vorsitzende und Höchstadter Bürgermeister dabei an den Ärger, den Dresden 2009 und zuvor hatte. Der sächsischen Landeshauptstadt wegen eines umstrittenen Brückenbauprojekts der Titel von der Unesco wieder aberkannt. Ansonsten aber meint es Brehm durchaus ernst: „Es ist legitim, sich zu bewerben“, unterstrich er in der Jahreshauptversammlung des Vereins in Adelsdorf.
Zwei Fremdenverkehrsexperten kümmern sich für „Karpfenland Aischgrund“ fortan hauptamtlich in einer frisch gegründeten „Incoming Agentur“ um Vermittlung und Vermarktung. Es ist neben dem Karpfenlandführer das zweite aktuelle KLA-Projekt, für das üppige Zuschüsse aus dem Europäischen Fischereifonds locker gemacht werden. 80 Prozent der Personalkosten übernimmt Brüssel auf zwei Jahre. Die beiden frisch eingestellten Agentur-Manager stellten sich den Mitgliedern persönlich vor. Sandra Hammer tat das in mehreren Sprachen und untermauerte damit den Anspruch, auch internationale Gäste dorthin zu führen, wo laut Eigenwerbung „der Urlaub am schönsten ist“.
Ihr Partner musste sich in diesem Kreis, in dem die Rathausspitzen vieler Gemeinden und Städte zwischen Neustadt und Adelsdorf sowie Vertreter aus Gastronomie, Teichwirtschaft einheimischer regionaler Unternehmen vertreten sind, nicht lange vorstellen: Helmut Dresel stand mehrere Jahre lang an der Spitze des Vereins. Die Incoming Agentur will die vielfältigen Fremdenverkehrsangebote bündeln und „individuell und flexibel“ an den Gast bringen, so Dresel. 24 Reiseleiter werden geschult. Städteführungen und Bustouren, Tradition und Brauchtum, Kirchweihen und Kulinarisches, Kultur und Handwerk stehen auf dem Programm. Vieles dreht sich dabei um die drei „K“, also „Karpfen, Kräuter und Kren“. „Ein ganz starker Schwerpunkt werden Kinder sein“ kündigte Sandra Hammer an und versprach: „Wir wollen was bewegen!“.
Ganz groß geschrieben wurde an diesem Abend die Kooperation aller Akteure. Gerald Brehm rief Teichwirte, Gastronomen, Sponsoren und Kommunen zu gemeinsamer Anstrengung auf. „Es geht nur im Schulterschluss“, pflichtete ihm Adolf Wedel von der Martin Bauer Group bei. Die Vestenbergsgreuther Firma will nach den Worten ihres Geschäftsführers „nicht nur Schecks schicken“ sondern die Idee mittragen. Ebenso sitzen die regionalen Geldhäuser als Sponsoren mit im Boot und leisten ihren Beitrag zu den 120000 Euro, die im Etatplan für 2013 enthalten sind. Gut zwei Drittel der Ausgaben sind Personalkosten. Nicht ganz so viel, aber immerhin 75000 Euro, kommen in Form von Zuschüssen in den Topf hinein.
In Sachen Umsatzsteuerabzug bei den Mitgliedsbeiträgen, gegen den sich der Verein nach rund 15000 Euro Nachzahlung heftig gewehrt hat, ist laut Brehm ein Kompromiss mit den Finanzbehörden in Aussicht. Das weckt offenbar den Unternehmungsgeist. Der Vereinsvorsitzende: „Wir haben noch viele Projekte in der Pipeline“.

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