Samstag, 17.11.2018

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Aus für Kläranlage Zeckern

Das Abwasser wird dann nach Adelsdorf übergeleitet - 07.07.2018 07:57 Uhr

Vor zehn Jahren: In den Glashäusern, in denen später der Klärschlamm getrocknet wird, wird unter großen Anteilnahme von Prominenz und Bürgern die Einweihung der sanierten Kläranlage gefeiert. © Archivfoto: Hans von Draminski


Das Vorhaben, das bereits in nichtöffentlichen Sitzungen der Gemeinderäte in Hemhofen und Adelsdorf beschlossen worden ist: Das vom Grobdreck gereinigte Abwasser wird über eine Druckleitung in die Kläranlage Adelsdorf gepumpt.

Dazu kann ab Zeckern zunächst eine bereits vorhandene Leitung verwendet werden, nämlich jene Rohre, in denen derzeit noch das geklärte Abwasser aus Zeckern direkt in die Aisch geleitet wird (siehe Grafik). Diese Leitung war vor über zehn Jahren gebaut worden, damit das geklärte Wasser nicht erst über Teichketten in die Aisch fließen muss. Bei Weppersdorf wird diese Leitung aufgenommen und dann bis zur Kläranlage Adelsdorf erweitert.

Das bedeutet: Die Kläranlage Zeckern wird faktisch geschlossen, es verbleibt nur die Grobreinigung. Einige Becken werden zur Vorsicht bleiben, der biologische Klärteil und die solare Trocknung werden stillgelegt.

Was ist da passiert? Die millionenteuere Sanierung der Kläranlage Zeckern liegt erst zehn Jahre zurück, damals wurde bei der Einweihung von einer der modernsten Anlagen im ganzen Landkreis gesprochen. Neu war unter anderem die Klärschlamm-Behandlungsanlage, die von außen wie ein Gewächshaus wirkt.

Bürgermeister Ludwig Nagel, damals nicht im Amt, möchte sich auf keinen Fall an Schuldzuweisungen beteiligen. "Es ist sehr schwer, im Nachhinein zu sagen, man hätte das anders machen sollen." Er geht davon aus, dass die Gegebenheiten so gewesen seien, dass die Sanierung gemacht werden musste. Die Alternative einer Überleitung nach Adelsdorf habe es seinerzeit möglicherweise auch nicht gegeben.

Damals hohe Beiträge

Klar ist aber, dass die Bürger damals teilweise hohe Verbesserungsbeiträge zahlen mussten, für verschiedene Kanalarbeiten, aber eben auch für die Kläranlagensanierung. Sie dürften sich fragen, ob da nicht ihr Geld in den Sand gesetzt wurde.

In der Bürgerversammlung will Bürgermeister Ludwig Nagel begründen, warum sich der Gemeinderat (keineswegs leichten Herzens) dafür entschieden hat, mehrheitlich für die Überleitung nach Adelsdorf zu votieren.

Grundlage der Entscheidung ist letztlich eine betriebswirtschaftliche Rechnung, die zeigt, dass laufende Kosten (Labortests, Personal etc.), höhere Anforderungen etwa durch die Düngemittelverordnung als auch mittlerweile anstehende Reparaturen in Zeckern langfristig den Gebührenzahler teurer kommen als die Überleitung nach Adelsdorf. Das Ingenieurbüro Miller aus Nürnberg hat dazu eine Studie mit Variantenuntersuchung erstellt. Ergebnis: eine Überleitung lohnt sich mittelfristig.

Bürgermeister Ludwig Nagel wird bei der Versammlung am Montag sicherlich auch Fragen nach den weiteren Kosten für die Bürger beantworten müssen. So viel ist sicher: "Es werden nicht noch einmal Verbesserungsbeiträge erhoben." Da aber die Abwasserentsorgung eine zwingend kostendeckende Einrichtung ist, geraten dann natürlich auch die Gebühren ins Visier. "In den nächsten drei Jahren wird da nichts passieren, da die Gebühren erst letztes Jahr für vier Jahre festgesetzt wurden", so Nagel.

Was dann geschieht? Die Überleitung, so Ludwig Nagel, werde gemacht, um die Betriebskosten mittelfristig zu senken. "Doch eine Aussage über die Gebühren in vier Jahren zu treffen, wäre reine Spekulation." Im aktuellen Haushalt der Gemeinde ist schon mal ein Betrag von 350 000 Euro für die Überleitungsinfrastruktur eingeplant.

Bei der Bürgerversammlung dürfte der Bürgermeister eine Reihe von Fragen zu beantworten haben.

ZDie Bürgerversammlung am Montag, 9. Juli, beginnt um 19 Uhr in der Aula der Grundschule 

Matthias Kronau Redaktion Herzogenaurach E-Mail

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