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Bäcker geht nach Adelsdorf

Nach Querelen: Burkard baut doch nicht in Pommersfelden - 02.08.2013 14:00 Uhr

Neue Partner: Robert Burkard (re.) und Adelsdorfs Bürgermeister Karsten Fischkal, der es sich in der Pommersfeldener Backstube schon einmal schmecken ließ.

Neue Partner: Robert Burkard (re.) und Adelsdorfs Bürgermeister Karsten Fischkal, der es sich in der Pommersfeldener Backstube schon einmal schmecken ließ. © Edgar Pfrogner


Es sind viele Emotionen im Spiel: Das Ehepaar Burkard, das gemeinsam die Bäckerei führt, spricht vom „schwersten Entschluss“, den es je getroffen habe. „Wir bedauern sehr, dass wir Pommersfelden nun den Rücken zukehren“, schreiben Robert und Gabriele Burkard in einer Stellungnahme, die sie beim Pressetermin verteilen. 253 Jahre Tradition gäbe es an dem Standort. Sagen wollen sie zum Streit mit den Nachbarn in Pommersfelden (wir berichteten) nichts mehr, als sie ihren Entschluss bekanntgeben, ihre neue Produktion am Adelsdorfer Kreisel gegenüber der Aral-Tankstelle bauen zu wollen.

Die Anlieger neben dem Stammsitz hatten bekanntlich wegen der geplanten Erweiterung um ihre Wohnqualität gefürchtet, die Burkards planten seit zwei Jahren einen Neubau beziehungsweise eine Erweiterung ihrer Produktion. „Neun Mal“, so erzählt Robert Burkard, habe man dort schon anbauen müssen, die Beschäftigten arbeiteten aufgrund der beengten Verhältnisse nicht gerade unter optimalen Bedingungen.

Und das, obwohl die Zeiten längst vorbei sind, in denen „nur“ für Pommersfelden gebacken wurde, auch derzeit zwölf Filialen beliefern die Burkards, die insgesamt 160 Mitarbeiter beschäftigen.

Ausreichend Platz sollen sie nun in Adelsdorf, wo die Pommersfeldener im Degen-Markt bereits seit längerem eine Filiale betreiben, haben. Knapp 9000 Quadratmeter ist das Grundstück groß, für das am Dienstag der Vorvertrag unterschrieben wurde. Wann es mit dem Bau losgeht, sei aber noch nicht klar, betont Gabriele Burkard.

Für Adelsdorf, sagte Bürgermeister Karsten Fischkal beim Pressetermin, werde die Bäckerei der drittgrößte Arbeitgeber sein. Allgemein verspüre die Kommune derzeit einen unheimlichen „Run“ auf Gewerbegrundstücke.

Und noch eines betont das Gemeindeoberhaupt — auch wenn der Entschluss des Bäckerehepaars, nach Adelsdorf umzusiedeln, ganz frisch ist, in Gesprächen sei man schon lange gewesen. Und Fischkal versicherte: „In Adelsdorf seid ihr herzlichst willkommen.“ Den Gemeinderäten habe er die Bäckerei-Pläne bereits mitgeteilt.

Stellung bezogen die Burkards zu ihrer Weigerung, ihre Produktion statt direkt in Pommersfelden im Limbacher Gewerbegebiet zu bauen. Bekanntlich war dies immer wieder gefordert worden. „Wir haben Limbach von Anfang an ausgeschlossen“, stellte Gabriele Burkard klar. Und warum? „Weil wir gesehen werden wollen.“ In Limbach sei dies aber nicht gegeben gewesen. „Und wenn man eine Produktion baut, will man dort ja auch einen Laden bauen“, unterstrich Robert Burkard. Aber in Limbach? In Adelsdorf hingegen seien die Bedingungen ganz anders, 11000 Fahrzeuge kämen dort pro Tag vorbei.

Am Burkardschen Produktionsverfahren, betont die Bäckersfrau, solle sich nichts ändern. „Wir bleiben eine Handwerksbäckerei und sind kein Großbäcker.“ Auch ein Holzofen sei in Adelsdorf geplant.

In ihrer Stellungnahme schreiben die Burkards übrigens auch davon, in Pommersfelden viel Geld in Planungen und Gutachten investiert zu haben. „Wenn wir zu irgendeinem Zeitpunkt auch nur geahnt hätten, dass wir hier nicht willkommen sind, hätten wir niemals diese Planungen in Auftrag gegeben.“

Mit „der Gemeinde an unserer Seite, unter der Leitung von 2. Bürgermeister Helmut Schleicher, sowie 1. Bürgermeister Hans Beck und der Mehrheit des Gemeinderates, die immer hinter uns standen“, habe man gekämpft und sei dann doch gescheitert. 

kby

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