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Barmherzige Brüder arbeiteten mit Schaeffler-Azubis

Gremsdorf: Jeder hat seine Stärken und Schwächen — Hemmungen abbauen - 09.08.2018 14:49 Uhr

So hat Inklusion eine Chance: Acht Beschäftigte der Werkstatt der Barmherzigen Brüder arbeiteten mit acht Azubis der Firma Schaeffler zusammen. © F.: Salomon


Das diesjährige gemeinsame Kompetenztraining stand unter dem Motto "Lösungsmöglichkeiten von Konflikten".

Auf die Wichtigkeit von ehrlicher und objektiver Kritik und die Bereitschaft, damit offen umzugehen, wies die Sozialdienstmitarbeiterin der Einrichtung für Menschen mit Behinderung, Maren Wala, die Teilnehmer hin. Auf diese Weise könnten Hemmungen und Vorbehalte auf der jeweils anderen Seite der beteiligten Gruppen erkannt, verstanden und abgebaut werden. Recht schnell war dann auch der eigentliche Grund der anfangs noch bestehenden Kontaktschwierigkeiten zwischen den Auszubildenden von Schaeffler und den Beschäftigten aus der Benedikt-Menni-Werkstatt herausgefunden: Unwissenheit.

Der Projektleiter der Barmherzigen Brüder Gremsdorf, Lutz Tamaschke, stellte jedoch zu seiner Zufriedenheit fest, dass innerhalb der drei Tage eine Gemeinschaft zusammenwuchs, "in der Inklusion gar nicht mehr thematisiert, sondern vielmehr gelebt wurde". Und die Zweifel und Unsicherheiten wären auf beiden Seiten "bedeutend weniger geworden".

Die Teilnehmer konnten dies letztlich nur bestätigen. "Ich war total überrascht, wie schnell wir dazugelernt haben", sagte zum Beispiel ein Auszubildender von Schaeffler. Und eine junge Frau mit Handicap erkannte aufgrund gemeinsamer Erlebnisse, "dass wir alle unsere ganz eigenen Stärken und Schwächen haben". Die Teilnehmer staunten, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten jeder Einzelne beim gemeinsamen Abschlusskochen mitbrachte. Und sie erkannten, dass "nur zusammen etwas Leckeres geschafft werden kann" – in diesem Fall Spaghetti Bolognese.

Lutz Tamaschke ist überzeugt, dass nachhaltige Inklusion nur dann eine wirkliche Chance habe, "wenn wir alle uns der Mühe unterziehen, uns wirklich näher kennenlernen zu wollen". Dann könnten wir berechtigte Hoffnung haben, dass "solche Begegnungen Bausteine für eine zukünftige inklusive Gesellschaft sind".  

nn

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