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Bei Grabungen: Archäologen melden Fund bei Gremsdorf

Vor dem Ausbau der Autobahn entdecken Experten ein Bodendenkmal - 28.09.2017 06:00 Uhr

Bei diesen Grabungen sind die Archäologen fündig geworden. © Rainer Groh


Eigentlich ist alles Routine. Das Landesamt für Denkmalpflege verlangt immer dann nach Baggern, wenn im Umfeld einer größeren Straßentrasse Bodendenkmäler zu erwarten sind. Dann ist Stefanie Berg-Hobohm zuständig, Referatsleiterin für lineare Projekte. Ein Fund bei Gremsdorf? Das hat die Expertin nicht überrascht. "Es handelt sich wohl um eine Siedlung vorgeschichtlicher Zeitstellung", sagt sie. Konkret: Die Archäologen haben die alte Fundamentgrube eines einfachen Hauses aus Vorchristlicher Zeit entdeckt. Diese Grube zeigt Verfärbungen an Stellen, wo früher Holzpfosten in die Erde getrieben waren. Diese wiederum dienten als Gerüst für Lehmwände, auf denen meist ein einfaches Reeth-Dach ruhte.

Weil der Fund so frisch ist, kann Stefanie Berg-Hobohm noch keine genaueren Angaben machen. Erst in der vergangenen Woche haben die Grabungen begonnen. "Der Fund kam jetzt sehr schnell", sagt sie. Eine Sensation ist er nicht, denn es ist bekannt, dass es in der Region entsprechende Siedlungen gab. Hinweise darauf sind bereits im Bayerischen Denkmal-Atlas vermerkt. Deshalb hat das Landesamt die Fläche auch "beauflagt", wie Berg-Hobohm sagt. Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens verweist die Behörde auf mögliche Funde. Damit der eigentliche Ausbau der Trasse nicht ins Stocken gerät, erfolgen stichprobenartige Grabungen vorab. "Unsere Devise: Baustopps möglichst vermeiden."

Hoffen auf mehr

Neben der Grube aus vorgeschichtlicher Zeit haben die Archäologen wohl auch Scherben gefunden. Über diesen "Siedlungsabfall" weiß die Expertin im Landesamt aber auch noch nichts Näheres. Sie muss weitere Informationen abwarten. "Es ist alles noch nicht spektakulär, aber es kann ein interessanter Befund folgen", sagt Stefanie Berg-Hobohm. Sie lobt die gute Zusammenarbeit mit der Autobahndirektion Nordbayern, die die Grabungsfirma routinemäßig beauftragt hat. "Das ist übliches Vorgehen", sagt Pressesprecherin Edith Kolarik. Auf der insgesamt 76 Kilometer langen Strecke zwischen den Autobahnkreuzen Biebelried und Erlangen sind zwei weitere Flächen für Grabungen vorgesehen. Wann die Arbeiten bei Gremsdorf abgeschlossen sind, ist noch unklar. "Es kommt auf die Befunde an", sagt Berg-Hobohm. Sie rechnet mit mehr Erkenntnissen in zwei bis drei Wochen.

Mit Blick auf die drei aufgebaggerten Erdstreifen gibt Gremsdorfs Bürgermeister aber schon scherzhaft Entwarnung. "Es geht hier nicht um die fünfte, sechste und siebte Spur für die A3", sagt Norbert Walter mit einem Augenzwinkern. Es muss also niemand bis ins Jahr 2024 warten. 

Claudia Freilinger Nordbayerische Nachrichten Herzogenaurach/Höchstadt E-Mail

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