Sonntag, 18.11.2018

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Der fränkische Fußball trauert um Bruno Kroninger

Erfolgreich in Herzogenaurach, Büchenbach und bei der SpVgg Fürth - 09.09.2018 15:15 Uhr

Bruno Kroninger mit dem Kleeblatt am Trikot bei der Zweitliga-Begegnung der SpVgg Fürth (noch ohne Greuther) gegen den TSV 1860 München. Kroninger scheitert hier am Torhüter. Die Partie im Ronhof endete 0:0. © Foto: Archiv SpVgg


Das 1941 geborene Energiebündel begann seine Karriere in der Schüler- und Jugendmannschaft des ASV Herzogenaurach, wo das große Talent bald von sich reden machte, sodass es kurzzeitig zum Lokalrivalen 1. FC Herzogenaurach wechselte, um dann von 1961 bis 1965 in der Bayernligamannschaft der SpVgg Büchenbach zu kicken. Der Erlanger Vorort-Fußballclub zählte damals zu den renommiertesten in ganz Süddeutschland.

Zurück beim Stammverein ASV trug er mit seinen Toren entscheidend dazu bei, dass die "Roten vom Weihersbach" 1966 in die Bezirksliga aufstiegen, zwei Jahre später sogar in die Landesliga, wobei der unermüdlich rackernde Mittelstürmer Kroninger 35 der 67 ASV-Treffer dieser Saison erzielte.

In zweithöchster Liga

Höherklassige Vereine wurden auf den gefährlichen Torjäger aufmerksam, darunter der süddeutsche Regionalligist SpVgg Fürth, der ihn ab 1970 für zwei Spielzeiten verpflichtete. An der Seite bekannter Kleeblätter wie Peter Löwer, Bernd Bergmann oder Erich Tauchmann wurde er als Mittelfeldmann in 35 bzw. 34 Punktspielen eingesetzt und erzielte dabei acht bzw. vier Tore in der zweithöchsten deutschen Liga.

Wimpeltausch anlässlich des 50-jährigen ASV-Jubiläums 1969 vor 6000 Zuschauern zwischen den Spielführern Bruno Kroninger (l.) und Franz Beckenbauer (Bayern München). © F.: Archiv Gotthard Lohmaier


Trotzdem zog es den viel Umworbenen 1972 wieder zum Heimatverein ASV Herzogenaurach, wo er noch vier Bayernliga-Spielzeiten absolvierte. Als Krönung sicherlich die Saison 1973/74, in der man Erster wurde, allerdings nicht aufsteigen durfte, weil der DFB gerade die 2. Bundesliga einführte. Im Kampf um die Deutsche Amateurmeisterschaft schied dann der Bayernliga-Primus im Viertelfinale gegen den SSV Reutlingen aus.

Inzwischen war Bruno Kroninger als Mitdreißiger bereit, sich der Nachwuchsarbeit zu widmen. Er übernahm ab 1975 das Training der ersten Jugend , die er recht bald in die Bayernliga führte. Mit seinem großen Erfahrungsschatz sorgte er dafür, dass immer wieder junge Talente das Seniorenteam ergänzten oder sich auf dem Weg zum Profi-Fußball weiterentwickelten, beispielsweise Günter Güttler oder Dietmar Beiersdorfer.

Arbeiter für den ASV

Auch nach dem sportlichen Niedergang des ASV Herzogenaurach blieb er ein aktives Mitglied und beteiligte sich regelmäßig am Vereinsgeschehen. Elke Sowa, die langjährige erste Vorsitzende, bringt es auf den Punkt, wenn sie betont, dass Bruno Kroninger nicht nur ein großartiger Fußballspieler und Trainer gewesen sei, sondern sich darüber hinaus immer wieder im Team bei der Instandhaltung der gesamten Vereinsanlage eingebracht und dabei dem ASV wertvolle Dienste geleistet habe. Davor müsse man den Hut ziehen.

Sportexperte Volker Schneller aus Herzogenaurach schätzte die Kamerad- und Hilfsbereitschaft des Halbprofis auch im Alltag, wo er ja "ein halbes Leben lang für die Malerarbeiten bei adidas und später im HerzogsPark zuständig war".

Bei der Verabschiedung Bruno Kroningers am Dienstag, den 11. Septemer, 14 Uhr auf dem alten Friedhof werden sicherlich nicht nur Ehefrau Betty und die drei Kinder um ihn trauern. 

GOTTHARD LOHMAIER

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