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„Wir haben den Schwerpunkt interdisziplinar gesetzt“, erzählt Ralf Schmidt. Er ist Pflegedienstleiter der Fachklinik und Herausgeber des Buches „Pflege in der Rehabilitation“. Das ist wohl auch das Neuartige an dieser Lektüre, denn es vereint verschiedene Blickwinkel in einem Werk. Das 340 Seiten dicke Buch richtet sich an Fachleute. Insgesamt besteht es aus einzelnen Beiträgen von rund 20 Autoren aus Pflege, Therapie und Medizin mit verschiedenen Fachbereichen wie Neurologie, Geriatrie, Kardiologie oder Orthopädie.
Ein Hauptschwerpunkt liegt bei alltagspraktischen Fragen. Krankenpfleger für Rehabilitation ist eine zweijährige, berufsbegleitende Ausbildung. Dennoch muss klargestellt werden, welche Fähigkeiten das Personal mitbringen muss, was seine Aufgaben sind und wie der Pfleger seine Patienten beispielsweise darin trainieren kann, Stürze zu umgehen.
Ein weiteres großes Thema ist eine Maßnahme, die in Herzogenaurach maßgeblich mitentwickelt und untersucht wurde: Das „intensivierte Pflegeüberleitungskonzept“ setzt die Fachklinik Herzogenaurach seit 2002 erfolgreich um. Ziel ist es, den „Drehtür“-Effekt zu verhindern; also eine erneute Einweisung in die Klinik zu vermeiden und damit die Kosten zu senken. Ein „Probewochenende“ zu Hause soll Probleme aufzeigen, außerdem schaut sich ein ambulanter Pflegedienst die Wohnung an, etwa auf Stolperfallen oder andere Hindernisse. Die Zufriedenheit von Patient und Angehörigen untersuchen die Mitarbeiter zudem mit einem Fragebogen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Weniger Arztbesuche und Neuerkrankungen, eine geringere Sterberate und eine höhere Selbstständigkeit. Ralf Schmidt, Heike Thiele, Armin Leibig. Pflege in der Rehabilitation. Verlag Kohlhammer. 46 Euro.
