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Die Leiden eines leidenschaftlichen Spielers

Der gesperrte Daniel Jun konnte den Eishockey-Krimi des HEC gegen Lindau kaum ertragen - 13.01.2013 20:14 Uhr

HÖCHSTADT  - „Es war ja ein schönes Spiel, aber ich möchte so etwas nie mehr von der Bank aus sehen müssen, sondern ich will auf dem Eis stehen." Als Daniel Jun diese Sätze in der Pressekonferenz sagt, ist er noch sichtlich gezeichnet vom Eishockey-Krimi gegen den EV Lindau am Freitag.

Ein Fall für den Krankenwagen: Der unverwüstliche Pavel Weiß (Mitte) steckt auch mit 43 mit Routine und Humor den Stress in der Bayernliga weg.
Ein Fall für den Krankenwagen: Der unverwüstliche Pavel Weiß (Mitte) steckt auch mit 43 mit Routine und Humor den Stress in der Bayernliga weg.
Foto: Edgar Pfrogner
Ein Fall für den Krankenwagen: Der unverwüstliche Pavel Weiß (Mitte) steckt auch mit 43 mit Routine und Humor den Stress in der Bayernliga weg.
Ein Fall für den Krankenwagen: Der unverwüstliche Pavel Weiß (Mitte) steckt auch mit 43 mit Routine und Humor den Stress in der Bayernliga weg.
Foto: Edgar Pfrogner

Wie berichtet, hatte der HEC dieses richtungsweisende Match nach einem 0:3-Rückstand noch mit 4:3 im Penaltyschießen gewonnen - ohne den gesperrten Spielertrainer. Und selbst der alte Haudegen Jun räumte ein: „Solche Emotionen habe ich in Höchstadt noch nicht durchgemacht - und in meiner ganzen Laufbahn nur sehr selten. Dieser Sieg war so wichtig für den Verein, und ich muss meiner Mannschaft ein Lob aussprechen, wie sie über den Kampf doch noch dieses Spiel gedreht hat."

Allerdings galt das Kompliment nicht uneingeschränkt, denn am Ende ließ er nur noch zwei Reihen aufs Eis, weil sich einige „in die Hosen gemacht" hätten. Man könne da eben nicht immer nach den Trainingseindrücken gehen, fügte er an.


Leuten wie Daniel Sikorski, Pavel Weiß oder Ronny Glaser müsse man nicht sagen, wie man im Kampf um die Play-offs auftritt. Und Jun hatte die Lacher auf der Seite, als er sich quasi beim 43-jährigen Weiß „entschuldigte": „Als wir den Pavel zurück geholt haben, habe ich ihm versprochen, dass er nur ein wenig in der dritten Reihe aushelfen muss. Jetzt steht er fast dauernd auf dem Eis. Und er hat mir schon gesagt: „Noch zwei solche Wochen, und ich brauche den Krankenwagen."

Ähnlich platt wie der Routinier dürfte am Freitag auch Jakub Klima gewesen sein. Er wurde von Jun ebenfalls mit Raffinesse zu einem Kurz-Comeback überredet. Denn der 22-Jährige hatte drei Monate kein Eishockey gespielt und hatte den Alligators eigentlich schon abgesagt. Doch Jun lockte ihn ins Training, und da stellte man fest, dass es für den einmaligen Einsatz gegen Lindau reichen könnte.

Klimas Einsatz zahlte sich aus: eine Torvorlage und den entscheidenden Penalty verwandelt. Jun: „Dass er läuferisch Probleme bekommen würde war klar, aber mit seiner Ruhe am Puck hat er uns sehr geholfen.“ Dennoch wird er heuer nur noch dann spielen, falls Jun sich verletzt oder nochmals gesperrt wird.

Lob bekam aber auch der Gegner: Lindau habe stark gespielt, und er habe schon gewusst, warum er im Sommer versucht habe, Pavel Mojtek nach Höchstadt zu holen. Der ist Trainer beim Team vom Bodensee - und während Jun diesmal zuschauen musste, zog er wegen Personalsorgen beim EV trotz Trainingsrückstands das Trikot über.

Nahe dran sei man gewesen, den Höchstadtern die Punkte zu rauben. Geärgert hat er sich vor allem über die Tatsache, dass sich in der entscheidenden Phase sein Stürmer Zdenek Cech bei einer angezeigten Strafe gegen Höchstadt eine 2 +10-Minuten-Strafe eingefangen habe: „Bei so einem erfahrenen Stürmer sollte man erwarten können, dass er in einer solchen Situation alle Tassen im Schrank hat."

Auch wenn Mojtek mit der Niederlage natürlich haderte, merkte er an, dass der eine Punkt vom Freitag vielleicht noch Gold wert sein könnte. Schließlich könne man Miesbach oder Moosburg noch einholen: „Ich würde mich freuen, wenn wir uns in der Meisterschaftsrunde noch einmal treffen würden, denn die Spiele gegen Höchstadt haben richtig Spaß gemacht, weil es stets fair blieb, auch wenn es knapp her ging."

Das hörte man bei den Alligators - und so bekam der Gästetrainer ähnlich viel Applaus wie der eigene. HOLGER PETER 



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