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Ein Ehrungsabend mit bester Showqualität

Adelsdorfer Musik- und Gesangverein machte seinem Ruf alle Ehre: 125 Jahre jung — Sven Bach Stargast - 05.03.2012 05:59 Uhr

Bernhard Hubert wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Rechts die derzeit amtierende Barbara Martin, links Markus Stubenvoll. © Niko Spörlein


So ein Festabend wäre auch ganz sicher im Sinne des im vergangenen Jahr viel zu früh verstorbenen Vorsitzenden Andreas Reick gewesen, von dem man sich hätte vorstellen können, dass er noch die nächsten 20 Jahre an der Spitze dieses Vereines bleibt. Seine Stellvertreterin Barbara Martin und Markus Stubenvoll gedachten gleich eingangs des Festabends Andreas Reick, und man hätte dabei im bis auf den letzten Platz besetzten Saal jede Stecknadel fallen hören.

Dann ergriff der Patenverein, die „Harmonie“ Neuhaus — außerdem sind noch der Liederkranz Höchstadt und der Gesangverein Weppersdorf Paten — die Initiative und begrüßte die Gäste musikalisch.

Eine „Musikalische Reise in die Vergangenheit“ sollte der erste Höhepunkt im Reigen noch einiger Feste sein, kündigte Barbara Martin an und schon flitzte der Comedian Sven Bach auf die Bühne und ließ in „kaugummibraadn Nembercherisch“ wissen, dass „der, der hier wohnt, noch längst nicht von hier ist“. Nein, der Festabend war kein klassischer Festkommers, und das war gut so.

Flotte Sprüche

„Eberhard, jetzt hast du das Wort und ich bin fort“, schon war Sven Bach wieder von der Bühne verschwunden, kam aber immer wieder mit seiner Quetschen und flotten Sprüchen. Landrat Eberhard Irlinger überbrachte die Grüße des Landkreises und bedeutete den Stellenwert des Singens, das im Verein auch mit Brauchtum und Kulturpflege was zu tun habe. Der „MGV“ sei ein „Botschafter des guten Gesangs“, lobte Irlinger die Mitglieder.

Hernach warfen Martin und Stubenvoll einen kurzen Blick auf die relativ wenigen Vorstände im MGV. Gründungsvorsitzender war 1887 laut der Festschrift, die mehr ist, ein sauber recherchiertes Buch über die Geschichte der Gemeinde und des MGV, Jakob Sandel. Der praktische Arzt Wolfgang Pfahler folgte im Amt bis 1928. Hans Rebahn, Wilhelm Koch, Hans Brehm, Baptist Kratz, Bernhard Hubert und Andreas Reick folgten.

Momentan wird der MGV kommissarisch von Barbara Martin geleitet. Diese Gelegenheit passte, um mit Hubert einen Mann zum Ehrenvorsitzenden zu machen, der diese Chorgemeinschaft von 1988 bis 2009 leitete und ihr maßgebliche Anstöße gab. 1970 trat Hubert in den Verein, 1987 schon organisierte er das 100-Jährige als zweiter Vorsitzender. Ein Jahr später übernahm Bernhard Hubert die Führung. Der Gesangverein Weppersdorf dankte es ihm mit „American Folksongs“.

Die „Männer der ersten Stunde“, also jene, die den Musik- und Gesangverein aus der Taufe hoben, waren der Wagnermeister Jakob Bär, der Aischer Altbürgermeister Johann Farlock, der Kaufmann Franz Geier, der Kaufmann und Musiker Adam Gulden, der Vereinswirt und Musiker Andreas Gulden und der Bahnagent Jakob Sandel.

Seinerzeit waren es nur Männer, heute spannt der MGV einen musikalischen Bogen vom gemischten Chor, einem Kinderchor, einem Projektchor bis hin zu einer Songgruppe, die von Yves Boutelant geleitet wird. Und wieder schaffte man den gelungenen Übergang, um mit Rudolf Kießling einen Aktivposten zum Ehrenchorleiter zu ernennen, dessen Chorkarriere schon 1984 mit der Gründung des Männerchors begann.

Den Dirigentenstab hat Kießling heute nicht mehr in der Hand, bei besonderen Anlässen, ließ Markus Stubenvoll wissen, leitet er aber auch heute noch seine Chorgemeinschaft. „Wir ernennen dich zum Ehrenchorleiter, nicht des Alters wegen, sondern wegen deiner Leistungen“.

So, wie Kießling über Jahrzehnte hinweg eloquenter Chorleiter war, so schwungvoll machte der Liederkranz Höchstadt musikalisch darauf aufmerksam: „Was swingt denn da von draußen rein“.

Zeit, um bei dieser Gelegenheit einen kurzen Blick auf die markanten Begebenheiten der langen Vereinsgeschichte zu werfen: 1905 sang man erstmals und umrahmte die Pflanzung einer Schillereiche. Volksoperetten wie „Das Weiße Rössl“ waren in den zwanziger und dreißiger Jahren „in“. Die erste Fahne wurde 1927 geweiht und gefeiert. Während der Kriegswirren ruhten die Aktivitäten; 1947 blühten sie wieder auf und schon 1949 öffnete „man“ sich den Frauen im Chor.

Farbenfrohe Konzerte

Jubiläumskonzerte in der Pfarrkirche stehen auch heute noch hoch im Kurs, die Feste im Jahreskreis werden begleitet, immer wieder macht der MGV mit beeindruckenden und oft farbenfrohen Konzerten auf sich aufmerksam.

Das schätzt auch Bürgermeister Karsten Fischkal, der die Schirmherrschaft übernommen hat. Er sagte in seinem Grußwort, dass ein Stück Kultur und Tradition in der Gemeinde seinen 125. Geburtstag feiert. Müsse er den MGV in Kurzform beschreiben, dann so: „Ein Verein voller neuer Ideen, engagiert, ausgezeichnet, vital, etabliert, einfach begeisternd“.

Die nächsten Highlights sind vom 27. April bis 1. Mai zu erwarten. Dann ist Festwoche mit Festgottesdienst, Festzug, mit den Dorfrockern, „Mac Loud“, den Isartaler Hexen, einem Bulldog-Oldimer-Treffen, den Teuschnitzer Musikanten und einem Country-Tag. 

NIKO SPÖRLEIN

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