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Von einem Massenanfall an Verletzten war in den Erstmeldungen die Rede gewesen: Bis zu 150. Fünf Rettungswagen von ASB und Rotem Kreuz wurden daraufhin in Marsch gesetzt, vier Krankenwagen und zwei Schnelleinsatzgruppen nebst drei Notärzten.
Ein Aufgebot, das Peter Lederer, Arzt und Leiter des Gesundheitsamts, in der Pressekonferenz rechtfertigte: Genau müsse dies erst die Untersuchung von Stuhlproben ermitteln, doch sei vermutlich das Noro Virus an den plötzlichen Erkrankungen schuld. Ein hoch ansteckender Erreger: Es hätte bei 400 Teilnehmern der internationalen Konferenz schlimm kommen können.
Tatsächlich wurde eine Frau ins Fürther Klinikum eingeliefert, sechs weitere Kranke an Ort und Stelle behandelt, die Gruppe von 18 Tagungsteilnehmern, in der die Beschwerden ausgebrochen waren, isoliert. Am Nachmittag konnte das Unternehmen dann melden, dass alle Kranken bereits auf dem Weg der Besserung seien.
Die 18 jungen Vertreter von Puma-Tochterfirmen aus ganz Europa waren seit Wochenbeginn bei dem internationalen Firmen-Meeting als Gruppe zusammen gewesen. Im Brand Center stellte der Herzogenauracher Sportartikelhersteller seinen Partnern aus 50 verschiedenen Ländern die neuen Kollektionen vor. In der erwähnten Gruppe hatten, so berichteten Lederer und der Leitende Notarzt Albert Schiele, die ersten schon am Donnerstagabend über Magen-Darm-Beschwerden geklagt. Weitere sechs Personen sind dann laut Brand Center-Manager Sebastian Friedrich „in der gleichen Minute“ gestern Vormittag während der Besprechungen zusammengebrochen. Die Tagungsleiterin hat daraufhin Alarm ausgelöst.
Da niemand aus der Stammbelegschaft des Puma-Hauptquartiers die Beschwerden verspürte, konnten die Ärzte eine mögliche Infektionsquelle schnell ausschließen: die Betriebskantine im Obergeschoss des Brand Centers.
Gleichwohl ließ Amtsarzt Lederer die gesetzlich vorgeschriebenen Proben nehmen. Die Untersuchung werde in ungefähr zwei Tagen nähere Aufschlüsse geben. Das Meeting, gestern war ohnehin letzter Tag, wurde einige Stunden vor der Zeit beendet, teilte Puma-Personalchef Dietmar Knoess mit. Auch das Herzogenauracher Personal durfte, der Infektionsgefahr wegen, schon am Mittag ins Wochenende.
Die Mitarbeiter im Verwaltungstrakt der „Puma Vision“ genannten Firmenzentrale hatten von dem Zwischenfall zuerst das massive Rettungsaufgebot mitbekommen: 20 Fahrzeuge kamen mit Blaulicht und Martinshorn nach und nach an und bezogen Stellung im Atriumhof zwischen den Gebäudeflügeln. Ein Einsatz, den es so noch nicht gegeben hat, sagte Firmensprecher Ulf Santjer.
Im internen Kommunikationsnetz ließ die Firma dann verbreiten , was passiert war und fügte die Ratschläge des Amtsarztes an. Sie gelten generell im Umgang mit der typischen Winterkrankheit Magen-Darm-Infektion, so Peter Lederer: Möglichst kein Handschlag zur Begrüßung, Hände so oft waschen wie nur möglich, absolute Toiletten-Hygiene.
Ratschläge, die man zurzeit im ganzen Landkreis beherzigen sollte: Lederer sprach von Noro Viren-Infektionen um Herzogenaurach, Hammerbach, Höchstadt, kurz „überall“.
Die Puma-Zentrale wurde gleich mit Desinfektionsmitteln erstversorgt. Glücklich, dass der Infektionsherd nicht in der eigenen Kantine war, lud die Firma am glimpflichen Ende die Einsatzkräfte dorthin ein.
