Samstag, 17.11.2018

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Erfrischender Gratisschluck

Am Busbahnhof allererster Trinkwasserbrunnen im Freien - 13.08.2018 17:38 Uhr

Die Lokalprominenz durfte zuerst vom Wasserspender kosten. © Frank Heidler


Die Herzogenauracherin Rosi Pflug ließ sich von der versammelten Promi-Riege nicht beeindrucken: Sie nahm als erste Bürgerin einen Schluck aus dem Trinkwasserbrunnen ("Schmeckt gut."). Zuvor hatten Bürger und Vertreter der HerzoWerke den silbrig glänzenden, 1,40 Meter hohen Wasserspender von der unförmigen Plastikverpackung befreit.

Für das Testtrinken aus den mitgebrachten kleinen Plastikbechern hatte Jens Täufer, Sprecher der HerzoWerke, flugs eine gute handvoll davon mitgebracht. Worauf der Bürgermeister eilfertig am nun 13. Trinkwasserbrunnen in der Stadt versicherte: "Hier wird es keinen Spender mit Plastikbechern geben."

Retta Müller-Schimmel von der Ökofest-Initiative hatte das Aufstellen dieses Brunnens an der Bushaltestelle mit angeleiert. Die Grünen-Ratsvertreterin wollte sich nicht auf solcherlei umweltfrevlerische Behältnisse verlassen und hielt bei der öffentlichkeitswirksamen Trinkbrunnenschau lieber eine gläserne Mehrwegflasche an den Wasserauslass. "Wir hätten auch die Kosten dafür übernommen", versicherte sie beim Einweihungstermin ungefragt.

Aber der Stadtchef winkte ab. Zumal die HerzoWerke auch in diesem Fall die Spendierhosen anhaben. Trinkwasserbrunnen gibt es in allen Herzogenauracher Schulen, im Rathaus, sowie in Seniorenzentren und mehreren Kindergärten und Kindertagesstätten.

Aus dem Wasserspender kann auch ohne — mitgebrachtes — Gefäß getrunken werden. Wie Jürgen Bauer (HerzoWerke) erläuterte, sei Hygiene bei diesem Trinkwasserbrunnen eine besondere Herausforderung. "Das Problem ist die Verkeimung." Der Wasserspender wird automatisch alle fünf Minuten gespült und täglich gereinigt. Außerdem werde dieser alle 30 Tage desinfiziert. Zwar wurde der Wasserbrunnen komplett gekauft, dann sei dieser entsprechend eigenen Anforderungen entkernt und technisch neu ausgestattet worden. Der Brunnen ist jeweils von Mai bis September in Betrieb.

Niedrigerer Nitratgehalt

Der Nitratgehalt aus diesem Trinkwasserbrunnen sei geringer als in vielen anderen Herzogenauracher Haushalten. Er liege bei 23 Milligramm je Liter. Herzogenauracher Durchschnittswert: 35 bis 40 mg/l.

Der Bürgermeister lobte das Wassertrinken in den höchsten Tönen: "Wassertrinken ist gesund." So sei längst physiologisch erwiesen, dass man "nicht zu wenig Wasser trinken" solle — gerade in heißen Sommern wie jetzt. Hacker erklärte unumwunden: "Ich lehne es ab, unser Mineralwasser aus Italien zu importieren." Schließlich sei das eigene Wasser viel besser. Auch würden lange Transportwege die Umwelt belasten. Es gebe in jedem Elektronikmarkt kleinere Trinkwasserbrunnen und -sprudler für den Hausgebrauch. Ein Liter Wasser der HerzoWerke koste einen halben Cent.  

FRANK HEIDLER

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