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Ob Barock, Tango nuevo von Astor Piazzolla, Jazz, Musical, Filmmusik von Ennio Morricone, Volksmusik oder Eigenkompositionen — die Spielfreude und Begeisterung der beiden Musiker übertrug sich auf das Publikum.
Da konnten Füße der Zuhörer nicht anders als mitwippen und die Hände mussten begeistert Beifall klatschen. Gewürzt wurde das Ganze durch Nagels launige Moderation, der Geschichten aus seinem Leben und seine Erfahrungen als Musiker zum Besten gab.
Norbert Nagel (Klarinette, Saxofon) und Jurij Kravets (Knopfakkordeon), beide mit klassischer Ausbildung, huldigten dem großen Barockmeister Johann Sebastian Bach. Aber nicht in Ehrfurcht erstarrt, sondern voll Bewunderung für dessen Musik, die sich so vortrefflich verjazzen lässt.
Als Hommage an den Konzertraum spielte Kravets mit geradezu unglaublicher Fingerfertigkeit Bachs berühmte Toccata und Fuge d-Moll, einer der Höhepunkte des Konzerts.
Die Eigenkomposition „Katharina“ für seine Tochter ließ Jurij Kravets viel Raum für Improvisation. Überhaupt sind für die Musiker die Grenzen fließend. Auf Bach folgte unmittelbar ein argentinischer Tango. Mal erklangen zarte und leise, dann wieder durchdringend laute Töne, gespielt in mitreißender Leidenschaft zum größten Vergnügen der Zuhörer.
Bisweilen schien Nagel selbst davon überrascht, welch Klänge er seinen Klarinetten und Saxofonen entlocken kann. Musik ist für die beiden auch ein Experiment. Nagel probierte einige Tonfolgen aus. Kravets hörte aufmerksam zu, spielte sie nach und spann sie weiter aus.
Das Duo verabschiedete sich mit Bachs Menuett G-Dur, einem klassischen Ohrwurm, der dann in Filmmusik aus „Es war einmal im Amerika“ überging und dann klang noch „Guten Abend, Gute Nacht“ zum Mitsingen an.

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