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Dabei fiel die Heimschlappe „gefühlt" noch viel deutlicher aus. Schon nach 1:38 Minuten hätte man das Spiel abbrechen können. Da musste das TSH-Trainerduo Angelos Plantzas/Peter Simon seine erste Auszeit nehmen. 0:7 stand es da - im Basketball ist das eigentlich noch nichts. Doch diesmal war das anders: Die Körpersprache der Longhorns machte klar, dass da einige „Fladen" in der Hose waren.
Nichts wurde besser nach der Auszeit, die Piranhas konnten schon früh munter durchwechseln, ohne dass die TSH auch nur einmal in Schlagdistanz kam. 22:9 hieß es nach zehn Minuten, 37:25 zur Halbzeit.
Schon da war Plantzas bedient: „Wir haben alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Ich verstehe wirklich nicht, warum wir so viel Angst vor denen haben." Das dürfte sich auch Ansbachs Spielertrainer Dean Jenko gedacht haben. Denn der hatte durchaus Sorgen vor dem Derby, denn mit Karim Aw, Joel Nganko Ketchemen und Nico Probst fehlten ihm drei wichtige Stützen im ohnehin kleinen Kader.
Vor allem vor Aw hatten die Longhorns immer „Manschetten" gehabt, weil gegen den 2,08m-Mann, der vor Jahren auch schon für die Longhorns aufgelaufen war, kaum ein Durchkommen war. Jetzt fehlte er, dafür stand mit Damian Dubienka ein ähnlicher Brocken in der gegnerischen Zone. Der ist zwar eher konditionsschwach und unbeweglich, aber keiner der TSH-Center konnte diese Schwäche auch nur im Ansatz ausnutzen. Im Gegenteil: Edelreservist Dubienka, der bislang in 13 Saisonspielen ganze 25 Punkte erzielte, hatte in der Herzogenauracher Gymnasiumshalle schon zur Halbzeit zehn Punkte auf dem Konto.
„Das war eine super Mannschaftsleistung", befand Jenko. Der 44-Jährige konnte sich viel mehr Verschnaufpausen gönnen als üblich: „Weil wir im Angriff sehr ansehnlich gespielt haben und in der Abwehr hervorragend gearbeitet haben." Ein besonderes Lob bekam sein sonstiger Topscorer Goran Petrovic, der Mike Kaiser – einen der drei Ex-Ansbacher im Herzogenauracher Team – fast komplett aus dem Spiel nahm. Erst am Ende sammelte der TSH-Punktegarant noch ein paar (bedeutungslose) Zähler.
Das hob auch Plantzas hervor: „Der Petrovic ist auch schon 34 und ist dem Mike keinen Zentimeter von der Seite gewichen. Diesen Biss hätte ich von unseren Jungs auch gern gesehen." Und nicht die jungen Longhorns liefen die Fastbreaks, sondern die „alten" Ansbacher.
Das sahen Plantzas/Simon natürlich nicht gern, aber sie räumten auch neidlos ein: „Die Ansbacher können einfach Basketball spielen und sind nicht umsonst Zweite." Dennoch: In den drei bisherigen Duellen seit dem Aufstieg hatte sich die TSH bisher stets teuer verkauft. Diesmal war es - ausgerechnet vor eigenem Publikum und gut 300 Zuschauern - eine recht klägliche Vorstellung.
Im ersten Viertel leistete einzig und allein Thomas Simon ein wenig Widerstand, ab dem zweiten deutete Benedikt Aumeier sein Talent an - zauderte aber letztlich trotzdem zu oft. Schließlich war doch nichts mehr zu verlieren.
Bei Ansbach lenkte das erfahrene Duo Petrovic/Jenko die Angriffe, unter dem Korb war weder Dubienka und schon gar nicht der wuchtige Matthias Meinel (27 Punkte) zu stoppen. Youngster Simon Geiselsöder punktete ebenfalls fleißig. So fiel es nicht ins Gewicht, dass Michael Hertlein als einziger Piranha nicht ins Offensivspiel fand.
Bei den Longhorns taten das hingegen bei einer miserablen Wurfquote fast alle Akteure – wenigstens bekamen Adrian Dlugosch und Freddy Simon, die erst kurz vor Schluss aufs Feld geschickt wurden und auf Anhieb trafen, noch ein wenig Applaus vom frustrierten Publikum. Das hatte zwar mehrfach versucht, das Team anzutreiben, aber schnell resigniert, weil Ansbach immer die bessere Antwort parat hatte.
So leicht hatte sich der Gast den Derbysieg wohl nicht vorgestellt, die Longhorns durften sich gefühlt haben wie die Ochsen, die am Nasenring durch die Manege geführt werden.
So. 22.04.12
So. 22.04.12
Mo. 26.03.12
So. 25.03.12
So. 18.03.12