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Friedenskämpfer Ismael Salah spürt Umdenken

Sowohl die Palästinenser als auch die Israelis würdigen die Arbeit des Hemhofener Karatelehrers immer mehr - 11.05.2012 16:23 Uhr

Gefragter Trainer und Friedensaktivist: Auf Ismael Salah (Bildmitte) wird im Nahen Osten gehört.

Gefragter Trainer und Friedensaktivist: Auf Ismael Salah (Bildmitte) wird im Nahen Osten gehört. © privat


Ismael Salah ist regelrecht euphorisch zurückgekehrt von einem knapp einwöchigen Aufenthalt in seiner alten Heimat. Der Karatelehrer mit eigener Schule in Hemhofen hat als palästinensischer Verbandstrainer wieder einmal einen Lehrgang für dortige Kollegen-Trainer abgehalten, aber doch war einiges anders als sonst.

„Die Palästinenser haben sich seit Ende 2010 verändert, ich habe diesmal kein einziges radikales Wort gehört“, sagt Salah. Früher habe man seine Absicht, sich mit Israel auszusöhnen, oft noch als „Spinnerei“ abgetan, doch inzwischen halten viele seinen Weg für den einzig gangbaren.

Die Situation ist schwierig, sagt Salah. Israel ist durch die Umwälzungen in vielen islamischen Nachbarländern irritiert und muss sich neu positionieren, in Palästina sei die Infrastruktur völlig am Boden. Seine Forderung lautet daher: „Es muss jetzt Frieden her!“

Sein Lehrgang sollte dafür ein kleiner, aber nicht unwichtiger Mosaikstein werden. Um darauf aufmerksam zu machen, hatte er ihn „Friend of Peace“ („Friedensfreund“) getauft.

Didaktisch war er in drei Teile gegliedert. Zunächst ging es um die politische Verbandsarbeit. Man müsse ohne Hass mit den Israelis zusammenarbeiten, um das Beste für sich heraus zu holen. Dies hätten die Trainer einstimmig eingesehen.

Im zweiten Teil ging es um die Perspektiven für junge Sportler. Die Fragestellung hier habe gelautet: Wie können wir in Palästina etwas erreichen, auch wenn dem Verband nur sehr geringe Finanzmittel zur Verfügung stehen?

Nun folgte der sportliche Teil: Beim gemeinsamen Training sichtete er vier Teilnehmer für ein großes Karateturnier in Dschidda (Saudi-Arabien).

Auch die Israelis scheinen inzwischen gemerkt zu haben, dass fränkische Palästinenser kein Störenfried ist. Salah: „Ich fliege jetzt seit 1986 immer wieder in das Land. Bei der Einreise musste ich immer mindestens drei Stunden alle Kontrollen über mich ergehen lassen. Diesmal war ich nach sieben Minuten durch. Und bei der Autofahrt ins Westjordanland habe ich meinen Pass vorgelegt und wurde sofort durchgewunken.“ Noch ein Zeichen für ein Umdenken? 

hp

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