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Das Ziel ist nicht ganz uneigennützig: Wenn Gerald Brehm in Pension geht, sagt er, wünscht er sich Trubel in Höchstadt. Er möchte sein Ruhestand-Bier in einer Kneipe in einer belebten Innenstadt genießen — und das „Wir-Gefühl“ auskosten, das er so gerne zitiert. Höchstadts Herz soll wieder höher schlagen.
Eine „Flatrate“, meint Brehm, kann das möglich machen. Der deutsche Begriff „Pauschaltarif“ ist hier allerdings nicht gemeint. Vielmehr geht es um alles andere als pauschale Antworten: um ein umfassendes Konzept, das der Bürgermeister unter den vier Anfangsbuchstaben FLAT zusammenfasst. Weil es im Standtrat beschlossen wird, kommt noch ein RAT dazu. Das anschließende E muss man sich denken.
Hinter dem Buchstaben F verbirgt sich der Begriff „Flächengestaltung und Gebäudesanierung“. Wenn die Innenstadt ein Gegengewicht bilden soll zum Einzelhandel auf der grünen Wiese, dann muss sie auch gut aussehen, findet Brehm. Also will er unter anderem mehrere Fassaden aufhübschen, den Rathausinnenhof aufwerten und verschiedene Aktionen unterstützen wie ein Brunnenprojekt des Spixvereins oder die Idee für eine Karpfenskulptur.
Für Schönheitsoperationen muss der Kunde bekanntlich reichlich Geld in die Hand nehmen – auch bei einer Innenstadtsanierung. „Wir haben einiges auf dem Konto“, entgegnet Brehm und nennt einen Betrag von an die 14 Millionen. Die Gelegenheit sei günstig, die Einnahmen aus Flächenverkauf und Steuern in der Peripherie im Herzen der Stadt zu investieren. Das Geld soll sozusagen von außen nach innen fließen.
Damit die schöne Innenstadt bald stolz in den Spiegel blicken kann, müssen ihr auch die hohlen Zähne gezogen werden. „Leerstandsmanagement“ verbirgt sich hinter dem L in FLATRATE. Gebäude, die derzeit nicht genutzt werden – beispielsweise der ehemalige „Schlecker“ – sollen wieder mit Leben gefüllt werden. Eine Idee ist ein Karpfenland-Markt (KALA) mit hochwertigen regionalen Produkten (siehe dazu Artikel links). Das neue Tourismusbüro, das offiziell im Februar eröffnet, ist ein abgeschlossenes Beispiel.
Brehm kann sich auch eine „mobile Nutzung“ vorstellen, zum Beispiel kleine Ausstellungen oder dekorative Schaufenster in Häusern, die vorübergehend leerstehen. Der „Citymanager“, der mit dem Stadtentwicklungskonzept kommen soll, könnte sich darum kümmern.
Um die Tagesgäste und Touristen, die den Aischgrund besuchen und die Höchstadter Infrastruktur mit Freibad und Eishalle nutzen, in das Herz der Stadt zu locken, möchte Brehm auch die Angebote optimieren Neben dem genannten KALA-Markt kann dies laut Bürgermeister unter anderem über eine Absprache der Öffnungszeiten laufen. „Wir schaffen auf keinen Fall Konkurrenz“ betont Brehm, „wir geben Hilfe zur Selbsthilfe“.
Und wie? Zum Beispiel mit Tourismus und Kultur, dem T in FLATrate. „Alle Zielgruppen von Kindern bis Senioren sollen wieder an der Innenstadt andocken“, sagt Brehm. Also will er sie mit kulturellen Angeboten locken, die „unser Wohnzimmer beleben“.
Neben einem Jahresprogramm Kultur für die Innenstadt, das zum Beispiel historische Führungen umfasst und musikalische Veranstaltungen im Schloss, denkt Brehm an ein Kneipenfestival der anderen Art. Konkrete Ausführungen sollen noch folgen. Unter dem Stichwort „Freizeitpark Aischgrund“ sollen die Attraktionen der Region vom Schloss Weißenstein bis zum Höchstadter Wellenfreibad als Gesamtpaket in ein Vermarktungskonzept gebettet werden.
„Es ist wie im Wirtshaus“, sagt Gerald Brehm. „wenn die Leute merken, da ist was los, dann kommen immer mehr.“ Genauso stellt sich der Bürgermeister die Entwicklung in der Innenstadt vor.
Seine gebündelten Ideen für die „Offensive Innenstadt“ möchte er im Februar dem Stadtrat präsentieren. Sie sind eingebettet in das Stadtentwicklungskonzept „Hohestete 2020“, an dem Stadträte, Verwaltung und Bürger bereits seit zwei Jahren arbeiten. Nicht alle Ideen für die Massage am Herzen der Stadt sind also von Brehm allein. Aber er präsentiert sich als Schrittmacher mit hohen Ansprüchen.

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