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Fußballlegende Lothar Matthäus zu Gast

Lothar Matthäus wurde für 40 Jahre beim FCH geehrt - 29.04.2012 13:08 Uhr

„Komm’ mal her und hilf mir“: Als Jugendtrainer zeigt Lothar Matthäus vor dem Spiel Autorität.

„Komm’ mal her und hilf mir“: Als Jugendtrainer zeigt Lothar Matthäus vor dem Spiel Autorität. © Hans von Draminski


„Mal schau’n, ob er den Weg aus seinen alten Kabinen auf das Rudolf-Dassler-Spielfeld noch findet“, kündigte Moderator Klaus-Peter-Gäbelein, der fachkundig und unterhaltsam durch den Nachmittag führte, den prominenten Gast den laut Veranstalterangaben 2500 Zuschauern an.

 

Lothar Matthäus fand den Weg selbstverständlich, allerdings nur einmal. Denn nach rund 20 Minuten war das Benefizspiel zwischen den beiden Traditionsmannschaften für den Weltmeister von 1990 schon wieder beendet. In dieser Minute eilte er — selbstredend mit der Nummer 10 auf dem Rücken – auf das von Klaus Mösle gehütete Tor des 1.FCN zu, scheiterte zunächst am aktuellen Trainer des Bezirksoberliga-Tabellenführers SC Feucht, und fasste sich anschließend an den Oberschenkel – Ferndiagnose: Zerrung, auf jeden Fall Spiel vorbei.

Während die beiden Mannschaften zur zweiten Hälfte erschienen, kam Matthäus wenige Minuten nach Wiederanpfiff zwar erneut aus den Kabinen, suchte allerdings frisch geduscht den Weg in den abgesperrten Innenbereich des Sportheims.

So mühten sich bei hochsommerlichen Temperaturen (Gäbelein: „Nachdem einige Ex-Profis in Italien gespielt haben, haben wir das extra so bestellt.“) seine Mannschaftskameraden um Rudi Litz, Rudi Kolb und anderen ehemaligen Größen des einstigen Bayernligisten FC Herzogenaurach – unterstützt durch Thomas „Icke“ Häßler, Stefan Reuter und Andreas Brehme – gegen die vom ehemaligen Herzogenauracher Spielertrainer Dieter Nüssing betreute Traditionsmannschaft des 1.FC Nürnberg, die letztlich auch dank des vierfachen Torschützen Sasa Ciric klar mit 9:2 gewann. „Die spielen ja auch regelmäßig und sind im Schnitt viel jünger als wir“, meinte FCH-Urgestein Klaus Bauer anschließend.

Zumal der sportliche Aspekt nur eine Randerscheinung dieses bunten Nachmittags am Weihersbach war. Immerhin ging es vordergründig um die nachträgliche Ehrung von Lothar Matthäus zu seiner 40-jährigen Vereinszugehörigkeit, die er 2011 aus terminlichen Gründen absagen musste — und um den guten Zweck.

Denn die Einnahmen aus diesem Benfizspiel sollen der Jugendarbeit des Vereins zugute kommen, wie Organisator und Ex-Matthäus-Mitspieler Klaus Bauer versicherte. So dankten Walter Nussel, Vorsitzender des FCH, und der erste Herzogenauracher Bürgermeister German Hacker vor dem Spiel Lothar Matthäus auch für sein Erscheinen und „den Beitrag, den er damit für die Jugendarbeit beim FC Herzogenaurach leistet“, so German Hacker. Walter Nussel ergänzte: „Ich hoffe, dass wir solche Spiele öfters machen können, damit die Kasse klingelt.“ Immerhin liege der letzte offizielle Auftritt des 51-Jährigen, der von Herzogenaurach aus die große Fußballwelt (Borussia Mönchengladbach, Bayern München Inter Mailand, New York) eroberte und in den Augen vieler Fans der beste Fußballer war – natürlich neben der „Lichtgestalt“ Franz Beckenbauer – den Deutschland je hervor gebracht hat, bereits über 20 Jahre zurück.

Nach dem Weltmeistertitel 1990 verlieh Herzogenaurach seinem verdienten Bürger die Stadtmedaille in Gold, wie German Hacker erinnerte.

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Benefiz-Fußballspiel mit Lothar Matthäus Benefiz-Fußballspiel mit Lothar Matthäus Benefiz-Fußballspiel mit Lothar Matthäus
Benefiz-Fußballspiel mit Lothar Matthäus

Lothar Matthäus besuchte seine Heimatstadt und trat bei einem Benefiz-Fußballspiel mit der Altherrenmannschaft des 1. FC Herzogenaurach gegen eine ebenfalls in Ehren ergraute Club-Auswahl aus Nürnberg an. Am Ende bekam Lothar Matthäus eine Ehrenurkunde für 40 Jahre Mitgliedschaft beim 1. FC Herzo.


Doch Lothar Matthäus, dem kurioserweise vor dem Spiel die Autogrammkarten ausgingen, ist neben seinem begnadeten fußballerischen Talent und seinen unbestrittenen sportlichen Erfolgen eben auch eine kontrovers diskutierte Persönlichkeit in Deutschland. Speziell die zahlreichen Auftritte in der Boulevard-Presse lassen den Franken nicht zur Ruhe kommen.

So war auch die Stimmung in seiner Heimatstadt nicht unbedingt ausgelassen. Bei der Ehrung gab es zwar höflichen, aber eher verhaltenen Applaus. Lothar Matthäus dankte den Zuschauern, dass sie den Weg zur Veranstaltung gefunden hatten, „es ist auch für mich ein besonderer Tag“. Ganz verbergen konnte der viel Gereiste eine gewisse Zurückhaltung und Skepsis offenbar auch nicht. „Auch wenn Sie es mir vielleicht nicht glauben, aber ich bin immer froh, nach Herzogenaurach zu kommen.“  

VON MATHIAS HOCHREUTHER

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